Berater schickt DNA-Proben nach Hannover

Pony in Hanstedt gebissen und verletzt – war es ein Wolf?

War der Wolf in Hanstedt unterwegs und hat dort ein Pony gerissen? - Foto: dpa

Hanstedt - Hat in der Nacht zu Montag in Hanstedt (Landgemeinde Wildeshausen) ein Wolf ein Schimmel-Pony gebissen? Die Besitzerin von fünf Pferden, die in der Nacht auf der Weide standen und von denen eins verletzt wurde, hat diese Vermutung geäußert und den Wolfsberater Torsten Schumacher gerufen. Dieser war vertretungsweise vor Ort, schließt nach seinen bisherigen Wolfriss-Erfahrungen einen Überfall des Wolfes aber mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. „Letztendlich lässt sich jedoch nur durch die DNA in den Haarproben sicher feststellen, ob es ein Wolf war“, sagte Schumacher zu unserer Zeitung.

Dass ein Pony gerissen und gebissen wurde, hatte die Besitzerin am Morgen festgestellt. Das verletzte Tier wurde gewaschen und die Wunden behandelt, was die Spurensuche deutlich erschwerte.

Der Wolfsberater erfuhr erst um 18 Uhr von dem vermuteten Riss und war gegen 19.30 Uhr in Hanstedt. Dort händigte die Pferdehalterin Schumacher Haarproben des Ponys aus, die von der Weide gesammelt worden waren. Ganz offensichtlich war das Tier von hinten angefallen worden. Es wies Bissverletzungen an Rücken, Seite und den Oberschenkeln auf. Der für Wölfe typische Kehlbiss fehlte ebenso wie die Eckzahnspuren. „Es gab auch keine tiefen Bissverletzungen“, so Schumacher. Pferdehaut sei dünner als Schafhaut. Von daher hätte ein Wolf eigenlich große Fetzen aus dem Tier herausreißen müssen.

Da es bislang keine bewiesenen Pferderisse des Wolfes in Niedersachsen gibt, geht Schumacher nun sicher und schickt die getrockneten Haarproben an das Wolfsbüro in Hannover. Dort dürften die Spuren bevorzugt untersucht werden. So lange müsse man nun abwarten, so Schumacher, der aber für Gebiete, in denen Wölfe gesichtet wurden, dazu rät, nach Möglichkeit keine Pferde auf der Weide stehen zu lassen.

dr

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