Weniger Straftaten, höhere Aufklärungsquote

„Auf gutem Niveau“: Polizei legt die Kriminalstatistik vor

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Zufrieden mit der Entwicklung: Gerke Stüven, Leiterin des Polizeikommissariats Wildeshausen.

Delmenhorst/Landkreis – Weniger Straftaten, mehr Aufklärung: Bei der Vorstellung der Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch konnte Inspektionsleiter Jörn Stilke, Leitender Kriminaldirektor, am Mittwoch in Delmenhorst überwiegend positive Entwicklungen in Bezug auf Fallzahlen und Ermittlungserfolge vermelden.

Die Leiterin des Wildeshauser Kommissariats, Polizeioberrätin Gerke Stüven, erläuterte die Zahlen für den Landkreis Oldenburg. Im Berichtsjahr 2018 sind im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion 16 531 Straftaten registriert worden. Das ist ein Rückgang um 508 Delikte im Vergleich zum Vorjahreswert und entspricht einem Minus von 2,98 Prozent. Für den Landkreis Oldenburg (Polizeikommissariat Wildeshausen) weist die Statistik einen Rückgang von 390 Taten aus, somit eine Veränderung von 6 409 auf 6  019 Taten – eine Reduzierung um 6,09 Prozent. Das sei ein gutes Resultat, erläuterte Stüven: „Ich freue mich sehr, dass wir den Wert vom vergangenen Jahr noch einmal nach unten verbessern konnten.“

Ein Plus kann erneut bei der Aufklärungsquote verzeichnet werden: Diese stieg im Landkreis Oldenburg um 0,69 Prozentpunkte auf 61,74 Prozent. „Ein paar Pünktchen rauf“, so die Polizeioberrätin. Damit liege das Kreisgebiet „auf gutem Niveau“. Auch wenn man hier nicht Spitzenreiter sei, müsse man sich keinesfalls deswegen verstecken.

Ein leichter Anstieg ist im Bereich der Straftaten gegen das Leben zu verzeichnen. Im Jahr 2018 wurden in der gesamten Inspektion 17 Taten gezählt, 19 Fälle konnten aufgeklärt werden. Dass mehr Taten aufgeklärt als registriert wurden, liegt an älteren Vorgängen, die erst im vergangenen Jahr aufgeklärt werden konnten. Bei diesen Zahlen – wie auch allen anderen in der Statistik – ist zu berücksichtigen, dass auch Versuchstaten mitgezählt werden.

Die Zahl der Rohheitsdelikte (darunter fallen etwa in der Mehrheit Körperverletzung, aber auch Raub, Bedrohung oder Nötigung) ist im Landkreis von 920 angezeigten Taten auf 829 (minus 9,89 Prozent) gefallen. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich verbesserte sich um 0,34 Prozentpunkt auf 91,31 Prozent (2017: 90,98 Prozent).

Im Bereich der Körperverletzungen ist ein Rückgang um 3,53 Prozent zu verzeichnen. Waren es im Jahr 2017 623 Taten, wurden 2018 noch 601 solche Delikte registriert. Die Aufklärungsquote liegt hier mit 93,68 Prozent auf einem nach wie vor hohen Wert (2017: 93,42 Prozent).

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind um 40 Fälle auf 232 gestiegen: Im Stadtgebiet Delmenhorst (73 Fälle im Vorjahr auf 74 in 2018) und dem Landkreis Oldenburg (72 auf 75) blieben die Werte nahezu gleich. „Vom Grundsatz her sind das im Wesentlichen Beziehungstaten“, erläuterte Stüven diese Zahlen: Das bedeute, dass sich Täter und Opfer bereits kannten. Daher liege die Aufklärungsquote bei den Sexualstraftaten mit 89,7 Prozent auch auf einem hohen Niveau. Durch eine Änderung des Strafrechts („Sexuelle Belästigung“) zähle nun etwa auch ungewolltes „Antatschen“ dazu. Diese Fälle seien vorher etwa unter einfacher Beleidigung registriert worden. Auch hier seien die Versuchstaten mit eingerechnet. Kurzum: Niemand müsse aufgrund der gestiegenen Häufigkeit beunruhigt sein, so Stüven.

Straftaten mit Messern werden erst seit Kurzem in der Statistik gesondert erfasst. Damit übernimmt die Polizeiinspektion eine vom Land Niedersachsen kürzlich geschaffene Möglichkeit, Angriffe, die mit einer Stichwaffe begangen wurden, auswerten zu können. Für die Polizeiinspektion sind 107 Fälle registriert: 35 davon im Landkreis Oldenburg und 33 im Landkreis Wesermarsch. Bei Straftaten gegen das Leben wurden in drei Fällen Messer benutzt, sie verteilten sich auf die Stadt Delmenhorst, den Landkreis Oldenburg und den Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Brake. Auch wenn Messerattacken „gefühltermaßen“ häufiger auftauchten als zuvor, sei die Fallhäufigkeit für den Landkreis „völlig unauffällig“, rückt die Wildeshauser Kommissariatsleiterin die Zahlen ins rechte Licht.

Die Vorfälle im Bereich Raub und Körperverletzung stiegen in der Polizeiinspektion von 57 auf 59 im Jahr 2018 an. Im Zuständigkeitsbereich der Wildeshauser Beamten stiegen diese Eigentumsdelikte von 15 auf 16.

Im Landkreis sind die Diebstahlsdelikte weiterhin rückläufig. Waren es 2017 noch 2 143 Taten, registrierte die Polizei im abgelaufenen Jahr deren noch 1 950 (minus neun Prozent). Die Aufklärungsquote stieg um 1,35 Prozentpunkte, sie liegt nun bei 31,49 Prozent. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche sank im Kreisgebiet: Sie nahm von 275 deutlich auf nunmehr 190 ab und, eine Verringerung um 85 Taten ab (minus 30,9 Prozent).

„Ich möchte darauf hinweisen, dass 44 Prozent davon Versuchstaten sind“, unterstrich Stüven. Mit anderen Worten: Den Einbrechern gelang es nicht, in die Wohnungen und Häuser einzudringen. Die Verringerung um rund 31 Prozent sei eine „gute Entwicklung“ und ein Erfolg der fortgesetzten Präventionsarbeit der Polizei in diesem Bereich. Von den Wohnungseinbrüchen konnten 47 aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote beträgt damit 24,74 Prozent (plus 3,65 Punkte). Die meisten Einbrüche gebe es zwar in Ganderkesee und Hude, gefolgt von Wildeshausen – ein lokaler Schwerpunkt lasse sich allerdings nicht ausmachen, erläutert die Kommissariatsleiterin: „Dazu ist der Landkreis zu heterogen.“

Erheblich nimmt sich zunächst die Entwicklung der Rauschgiftdelikte aus: Denn im Jahr 2017 wurde im Landkreis Oldenburg ein markanter Anstieg von 81,51 Prozent registriert: Die Taten erhöhten sich von 265 auf 481 Fälle. Vergangenes Jahr wurden gleichwohl 106 Fälle weniger bekannt (gesamt 375). Dabei gab es vor allem Feststellungen bezüglich sogenannter Weichdrogen. Ursächlich für den Anstieg war vor allem ein einzelnes Strafverfahren mit circa 90 Straftaten von Besitz, Konsum und Handel mit Drogen in Ganderkesee, das in Delmenhorst bearbeitet wurde. „Wir haben aber kein Drogenproblem im Landkreis“, rückt Stüven den Blick auf diese Zahlen zurecht. Sie gehe viel mehr davon aus, dass es geklungen sei, das Dunkelfeld zu erhellen. Das gehe letztlich auf die in diesem Bereich weiter verbesserte Ausbildung ihrer Kollegen und der Kontrolldichte zurück. Mit anderen Worten: „Das ist dem Fleiß der Kollegen zu verdanken“, lobt Stüven abschließend deren Einsatz. Letztlich wertet die Statistik noch den Bereich Gewalt gegen Polizeibeamte aus: In der gesamten Polizeiinspektion sind im Jahr 2017 insgesamt 80 Mal solche Taten vorgekommen. 2018 wurden 67 Fälle registriert, bei denen es sich in 23 Fällen um Widerstandshandlungen und in 35 Mal um tätliche Angriffe handelte. Bei den übrigen Taten handelte es sich um Bedrohungen. Im Landkreis Oldenburg waren es 2018 insgesamt 22 Übergiffe, während im Jahr 2017 24 Fälle angezeigt worden waren.  fra

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