90 Beamte jetzt an der Daimlerstraße

Polizei Wildeshausen zieht um: An der Herrlichkeit endet eine Ära

Die Beamten Irmtraud Kastendiek, Ronja Weser und Detlev Buschenlange (von links) packen mit an.
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Die Beamten Irmtraud Kastendiek, Ronja Weser und Detlev Buschenlange (von links) packen mit an.

Nach mehr als 100 Jahren wird es keine Polizei mehr an der Herrlichkeit in Wildeshausen geben. Die Beamten ziehen seit Dienstag um und wollen morgen fertig sein.

Seit dem Jahr 1730 haben Polizisten, damals noch Gendarmen genannt, ihren Dienst an der Herrlichkeit in Wildeshausen verrichtet. Morgen endet diese Ära, wenn der Umzug der Beamten an die Daimlerstraße abgeschlossen ist. Künftig setzen sie vom verhältnismäßig tristen Gewerbegebiet im Wildeshauser Westen Recht und Ordnung durch. Bei einem Pressetermin am Mittwochvormittag war einigen altgedienten Kollegen durchaus ein gehöriges Stück Wehmut anzumerken. Die Wache mag marode gewesen sein, aber die Lage mitten im Grünen dicht an der Hunte und mit Blick auf die Alexanderkirche wird vielen sicherlich fehlen.

Erinnerungen: In den Büros taten über Jahrzehnte jede Menge Beamte Dienst.

„Diese Idylle finden wir an der Daimlerstraße nicht wieder“, sagte etwa Detlev Buschenlange. Der 58-jährige Ermittler war zuletzt an der Heemstraße eingesetzt, wo sich auch ein Gebäude des Reviers befindet. Wenn dort jemand festgenommen wurde, musste er zur erkennungsdienstlichen Behandlung an die Herrlichkeit gebracht werden. Das erledigten die Beamten oft zu Fuß auf dem Weg an der Hunte. „Da gab es manchen Fluchtversuch“, berichtete Buschenlange. Wenn überhaupt, sei die Freiheit der Festgenommenen aber von kurzer Dauer gewesen.

Junge Chefin, alte Zelle: Kommissariatsleiterin Gerke Stüven vor einem schon lange nicht mehr genutzten Haftraum.

Ebenfalls lange dabei ist Irmtraud Kastendiek (60), genau genommen sind es 31 Jahre. Sie hat noch mit der Schreibmaschine angefangen. „Es war schon eine Menge Wehmut dabei, als wir gepackt haben“, sagt die Wildeshauserin, die im Stab der Wache arbeitet. Zu packen war einiges, denn neben jeder Menge Mobiliar wurden auch Akten und Co. ins neue Kommissariat gebracht. Das meiste von einem Umzugsunternehmen, aber sensible Schriftsätze, Beweisstücke und Waffen transportierten die Beamten aus Sicherheitsgründen selbst.

Die Büros leeren sich. An der Herrlichkeit endet eine Ära.

Dienstag, heute und morgen sind die Haupt-Umzugstage. Und morgen soll auch die erste Schicht an der Daimlerstraße anfangen. Wenn alles klappt, sind dann auch schon die Telefone umgeschaltet. Bei Schwierigkeiten funktioniert der Notruf allerdings nach wie vor, denn der geht wie immer an die Leitstelle in Oldenburg. Wer heute eine Anzeige erstatten möchte, wird dennoch gebeten, das Innenstadtbüro der Polizei im Stadthaus aufzusuchen.

Bisher war es vom Revier in die Innenstadt nicht weit. Das werde fehlen, sagt Ronja Weser. Die 24-Jährige ist im Einsatz- und Streifendienst tätig. „Wir wurden auch mal vom Bürger angesprochen.“ Außerdem sei die Herrlichkeit sehr zentral gelegen. Schnell seien die Beamten etwa auf der Bundesstraße gewesen.

Vorfreude auf die neue, moderne Dienststelle

Nichtsdestotrotz betonten die befragten Polizisten die Vorfreude auf das neue, modern eingerichtete Dienstgebäude, in dem auch alle Kollegen zusammen arbeiten werden. Das sind immerhin gut 90 Beschäftigte, die vorher auf vier Immobilien aufgeteilt waren. Aber so manches Mal werden sie wohl noch wehmütig an ihren alten Standort an der idyllischen Herrlichkeit zurückdenken, wo eine Ära endet.

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