Geldautomatensprengungen in Wildeshausen und Sandkrug

„Täter sind hochkriminell und skrupellos“

Geldautomat gesprengt: Am Westring beschädigten die Täter den Pavillon so stark, dass er am vergangenen Freitag abgerissen wurde. Archivfoto: Franitza
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Geldautomat gesprengt: Am Westring beschädigten die Täter den Pavillon so stark, dass er am vergangenen Freitag abgerissen wurde. Archivfoto: Franitza

Landkreis – Geldautomatensprenger haben in den vergangenen Wochen im Bereich der Polizeidirektion Oldenburg vermehrt Taten begangen und dabei nach Auskunft der Polizei eine sechsstellige Bargeldsumme erbeutet. Die Polizei bittet die Bevölkerung bei der Suche nach den Tätern um Mithilfe.

Allein seit September versuchten die Täter in acht Fällen, Geldautomaten zu sprengen, in vier Fällen waren sie hierbei erfolgreich. Unter anderem sprengten sie den Pavillon der VR Bank am Westring in Wildeshausen sowie zwei Automaten in Sandkrug (Gemeinde Hatten).

Die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) hat deshalb ihren Automaten am Westring leer geräumt und wird ihn erst wieder befüllen, wenn technische Veränderungen erfolgt sind. „Da sind wir aber auf Lieferanten angewiesen“, so Andreas Renken, Pressesprecher der LzO.

Bei ihren Taten verursachten die Unbekannten erhebliche Gebäudeschäden. „Ursächlich hierfür ist, dass die Täter immer häufiger Sprengstoff statt Gas nutzen, um die Explosionen auszulösen“, heißt es von Polizeipressesprecherin Melissa Oltmanns.

„Die Täter sind hochkriminell, professionell und vor allem skrupellos: Nicht nur bei den Sprengungen nehmen sie in Kauf, dass andere Menschen verletzt werden. Sie sind rücksichtslos und haben keine Angst: Mit Höchstgeschwindigkeiten fliehen sie – teilweise den Kofferraum voller Benzin und Sprengmittel – vom Tatort und gefährden mit ihrem rücksichtslosen Fahrverhalten Menschenleben“, so Polizeipräsident Johann Kühme.

Polizei: Überwiegend marokkanisch-niederländische Tätergruppen

Nach bisherigen Ermittlungen der Polizeiinspektion Oldenburg begehen überwiegend marokkanisch-niederländische Tätergruppen die nur wenige Minuten dauernden Taten nachts und in Kleingruppen von drei bis vier Männern. Hierbei nutzen sie hochmotorisierte Fahrzeuge mit oftmals entwendeten örtlichen, aber auch überörtlichen Kennzeichen.

„Wir setzen alles daran, die Täter zu ermitteln und neue Taten zu verhindern“, betont Oltmanns. „Hierbei können schon kleinste und auf den ersten Blick unscheinbare Beobachtungen aus der Bevölkerung helfen. Wenn Sie verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachten, melden Sie dies der Polizei. Es könnte der entscheidende Hinweis sein.“ Wichtig sei in diesem Zusammenhang, die Personen nicht anzusprechen oder ihr Fahrzeug zu verfolgen. „Sollte es zu einer Sprengung gekommen sein, meiden Sie den Tatort, da es zu Folgeexplosionen kommen kann oder die Gebäude einstürzen. Bringen Sie sich nicht in Gefahr“, sagt Oltmanns.

Bei den Ermittlungen können sowohl Hinweise auf Kennzeichen, Fahrzeugtyp und -farbe als auch zu Autos, die mit Höchstgeschwindigkeiten unterwegs sind und Beobachtungen von Fahrzeuge, von denen die Kennzeichen entwendet wurden, helfen. Da sich die Täter nach bisherigen Erkenntnissen bis in die Morgenstunden hinein verstecken, könnten Zeugen, die in dieser Zeit unterwegs sind, abgestellte hochmotorisierte Fahrzeuge auffallen.

Polizei fordert Geldinstitute zu mehr Sicherheit auf

Wichtig ist es aber auch, den Tätern die Anreize zu nehmen. Hierbei könnten die Geldinstitute der Schlüssel zum Erfolg sein“, betont Kühme. Ein Hauptgrund dafür, dass die Taten in Deutschland begangen würden, bestehe darin, dass die Geldautomaten in den Niederlanden besser geschützt seien und die dortigen Geldinstitute Maßnahmen ergriffen hätten, um sich gegen Automatensprengungen zu wappnen.  

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