Kommissariat in Wildeshausen verfügt über drei Kameras

Polizei mit Bodycams im Einsatz

Bald auch im Landkreis Oldenburg zu sehen: Die Polizei setzt in Zukunft Bodycams ein.
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Bald auch im Landkreis Oldenburg zu sehen: Die Polizei setzt in Zukunft Bodycams ein.
  • Dierk Rohdenburg
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Wildeshausen – Die Polizei in den Landkreisen Oldenburg, Wesermarsch sowie in der Stadt Delmenhorst geht ab jetzt bei Bedarf mit sogenannten Bodycams in den Einsatz- und Streifendienst. „Die Schulungen der Kollegen sind weitgehend abgeschlossen“, berichtet Polizeipressesprecherin Lorena Lemke auf Nachfrage. „Alle Beamten aus Wildeshausen, die auf Streife oder in den Einsatz gehen, wurden an der Bodycam ausgebildet. Sie können sich nun bei Bedarf eins der drei in Wildeshausen verfügbaren Geräte nehmen und sich als Nutzer eintragen, damit klar ist, wer damit unterwegs ist“, so Lemke. Nach Gebrauch würden sich die Kollegen wieder austragen und das Gerät in die Ladestation legen.

Im Landkreis Oldenburg hat auch die Autobahnpolizei in Ahlhorn drei Kameras. Die Polizeistation in Ganderkesee verfügt über zwei Exemplare. Der Einsatz der speziellen Aufnahmegeräte, die an der Uniform befestigt werden, hat sich nach Polizeiangaben bereits im Rahmen von Pilotprojekten des Landes Niedersachsen aber auch anderer Bundesländer bewährt.

Kameras zeichnen per Knopfdruck auf

„In erster Linie dienen sie dazu, potenzielle Gewalttäter abzuschrecken, um somit Angriffe auf Polizeibeamte zu reduzieren“, betont Lemke.

Die kleinen Videokameras zeichneten per Knopfdruck Bild und Ton auf, sodass der Verlauf von polizeilichen Einsätzen objektiv und unveränderbar dokumentiert werde.

„Da das Videomaterial in Ermittlungsverfahren als Beweismittel dient, können Straftaten besser verfolgt werden“, sagt Lemke. „Diese Tatsache hat Pilotprojekten zufolge den positiven vorbeugenden Effekt, dass potenzielle Gewalttäter vor Angriffen zurückschrecken, da die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung steigt.“

Hintergrund für die Einführung von Bodycams sei der bundesweite Anstieg gewalttätiger Angriffe und respektlosem Verhaltens gegenüber Polizeibeamten, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Jährlich 68 Angriffe auf Polizisten

Die polizeiliche Kriminalstatistik der vergangenen drei Jahre zeige, dass es einen leichten Anstieg der Fallzahlen gegeben habe. Durchschnittlich seien in den Landkreisen Oldenburg und Wesermarsch sowie in Delmenhorst jährlich 68 Angriffe gegenüber den Ordnungshütern zu verzeichnen gewesen.

„Ebenso wie andere Delikte sind insbesondere Straftaten nicht hinnehmbar, bei denen Polizeibeamte aktiv angegriffen oder passiv an der Ausübung ihrer Pflicht gehindert werden. Aus diesem Grund setzen wir ab sofort Bodycams als ergänzendes Element der Eigensicherung ein, das die Kollegen durch seine deeskalierende Wirkung vor Angriffen bewahren soll“, erklärt Carsten Hoffmeyer, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, in der Pressemitteilung.

Um Gewalttaten abzuwehren und den vorbeugenden Charakter der Maßnahme zu verdeutlichen, sollen die Beamten das Filmen gegenüber aggressiven Personen zunächst ankündigen und anschließend die Aufnahme manuell per Knopfdruck aktivieren. Durch ein rotes Lichtzeichen an der Bodycam wird signalisiert, dass aufgezeichnet wird.

Filmender Beamter ist deutlich erkennbar

„Besonders wichtig, um eine deeskalierende Wirkung zu entfalten, ist, dass der filmende Beamte für jedermann sofort und deutlich erkennbar ist. Dies wird durch eine offene Trageweise an der Schutzweste und durch den Schriftzug Videoaufzeichnung erreicht“, betont Lemke.

Nach der Aufzeichnung werde das Videomaterial gesichert oder automatisch gelöscht, sofern es nicht als Beweismittel diene. Lemke: „Neben dem Schutz von Polizeibeamten und Dritten vor Gewalttaten, wird zusätzlich die polizeiliche Arbeit mithilfe der audiovisuellen Aufzeichnung größtmöglich transparent dargestellt.“  dr

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