Arbeiten am Revier an der Daimlerstraße im Zeitplan / „Luxus-Zelle“ mit WC

Polizei fiebert Umzug entgegen

Während im Innenbereich schon viel geschafft ist, stehen von der Garage hinterm Gebäude nur die ersten Mauerstücke.
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Während im Innenbereich schon viel geschafft ist, stehen von der Garage hinterm Gebäude nur die ersten Mauerstücke.

Wildeshausen – Klar, die neue Polizeiwache an der Daimlerstraße in Wildeshausen ermöglicht den Beamten ein deutlich angenehmeres Arbeiten. Sie haben schlicht mehr Platz als an der Herrlichkeit und nicht mehr so lange Wege, außerdem verfügen sie endlich über moderne Technik. Aber auch die Ruhestörer, Betrunkenen und Co., die im Revier übernachten müssen, haben etwas davon: „Wir haben eine Luxus-Zelle mit eigener Toilette und Waschbecken“, sagt der Planungsbeauftragte Andreas Cassens, der den Begriff „Luxus“ natürlich nicht ganz ernst meint. Die Preise sind allerdings schon im gehobenen Bereich. „80 Euro pro Nacht – ohne Frühstück“, so Cassens. Die werden als Gebühr fällig.

Doch noch ist das alles Zukunftsmusik, denn die Bauarbeiten sind in vollem Gange und sollen bis April 2021 beendet sein. Seit Anfang Mai wurden 28 000 Meter Strom- und Datenkabel verlegt, 1 700 Quadratmeter Bodenbeläge entfernt, Decken neu gemacht und ein Anbau für die Gewahrsamszellen und andere Funktionsräume, zum Beispiel für die Blutentnahme bei Betrunkenen, errichtet. Der ehemalige Gewerbebau wurde und wird komplett erneuert. Dazu gehören auch polizeispezifische Anforderungen wie schusssicheres Glas an den Fenstern oder eine Schranke an der Auffahrt an der Daimlerstraße.

Das alles führt dazu, dass 90 Beamte bald auf eine hochmoderne Wache wechseln dürfen. „Wir sind Vorreiter in der Region“, verweist Cassens zum Beispiel auf die „Luxus-Zelle“. Seine Chefin Gerke Stüven, die Leiterin des Polizeikommissariats Wildeshausen, sprich zwar von einer idyllischen Lage des jetzigen Reviers an der Herrlichkeit. Aber trotzdem: „Wir freuen uns riesig, bald in modernen Räumen gemeinsam Dienst zu tun.“ Die Betonung liegt dabei auch auf „gemeinsam“, denn zurzeit sind die Beamten auf vier Gebäude (drei an der Herrlichkeit, eins an der Heemstraße) verteilt.

So ganz stimmt es übrigens nicht, dass alle 90 Kollegen an die Daimlerstraße wechseln. Einer wird zurückbleiben, denn zeitgleich zum Umzug eröffnet im Stadthaus ein Kontaktbüro, in dem ein noch zu bestimmender Beamter für Bürger zur Verfügung steht. „Er übernimmt die allgemeine polizeiliche Beratung“, sagt Stüven. Und zwar zu den Öffnungszeiten des Stadthauses. Dort mietet sich die Polizei erst einmal für zwei Jahre ein. „Die Stelle ist nicht in Stein gemeißelt“, informiert die Leiterin des Kommissariats. Nach den zwei Jahren werde man schauen, wie hoch der Bedarf ist. Zum Hintergrund: Auch wenn die Beamten jetzt an der Herrlichkeit und damit innenstadtnah arbeiten, kommen die meisten Bürger trotzdem mit dem Auto oder Fahrrad. Das wäre auch beim Revier an der Daimlerstraße möglich.

Wie viele Parkplätze es dort geben wird, ist allerdings noch nicht klar. Für den Bürger ist sowieso nur der vordere Bereich des Areals interessant, denn weiter hinten befinden sich die Büros der Sachbearbeiter und Ermittler sowie eine Werkstatt, Garagen und Carports. Von denen ist allerdings noch nichts zu sehen. Die Bauarbeiter haben also noch eine Menge zu tun.

Nach letztem Stand betragen die reinen Baukosten 2,9 Millionen Euro. Hinzu kommen 1,3 Millionen Euro für das Gebäude und Grundstück an der Daimlerstraße.

Von Ove Bornholt

Hier wird der Bürger empfangen: Polizeichefin Gerke Stüven im Empfangsbereich der Wache, der für Rollstuhlfahrer extra niedrig gebaut wurde.
Hier werden die „Gäste“ untergebracht: Der Planungsbeauftragte Andreas Cassens steht in einer der drei acht bis neun Quadratmeter großen Zellen.

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