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Politik kritisiert Vermüllung rund um den Wildeshauser Bahnhof

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Von: Ove Bornholt

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Die Politik stört sich an den Zuständen auf dem Gelände der ehemaligen Viehrampe an der Ecke Ladestraße/Ahlhorner Straße in Wildeshausen. Das Foto wurde am 21. Februar gemacht.
Die Politik stört sich an den Zuständen auf dem Gelände der ehemaligen Viehrampe an der Ecke Ladestraße/Ahlhorner Straße in Wildeshausen. Das Foto wurde am 21. Februar gemacht. © bor

Der Besitzer des Areals rund um den Wildeshauser Bahnhof, Frank Stöver, steht in der Kritik. Die Politik wirft ihm die Vermüllung des Geländes vor.

Wildeshausen – Die Vermüllung bei der ehemaligen Viehrampe an der Ecke Ladestraße/Ahlhorner Straße, kein Zugang zur Toilette im Bahnhof und das heruntergekommene Gebäude daneben: Deswegen hat sich in der Wildeshauser Politik einiges an Unzufriedenheit mit Frank Stöver aufgestaut, dem das Gelände gehört. Am Donnerstagabend entlud sich dieser Ärger, als er im Bauausschuss auf Einladung der Politik eine Übersicht über den aktuellen Stand und seine Pläne präsentierte. „Das ist kein Anklagetribunal“, erinnerte der Ausschussvorsitzende Stephan Dieckmann seine Kollegen zwar – aber die hielten sich nicht zurück.

„Ich schäme mich dafür, wenn ich dort entlang fahre“, sagte Gudrun Brockmeyer (CDW) und verlangte von Stöver, für Ordnung zu sorgen. „Wir von der UWG standen immer hinter dir“, betonte Rainer Kolloge. Der Bahnhof sei ein Aushängeschild der Stadt geworden, lobte er. „Aber nicht in der Gesamtheit. Da macht das Areal einen unbefriedigenden Eindruck.“ Der fraktionslose Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff biss sich vor allem an der Toilette fest. „Bis heute gibt es kein behindertengerechtes, öffentlich zugängliches WC.“ Auch die Parkplätze habe Stöver nicht wie vereinbart hergestellt. „Ich bin enttäuscht, wie selbstherrlich du damit und mit dem Rat umgehst“, richtete er sich direkt an den Hanstedter.

Kritik aus allen Ecken

„Die Viehrampe ist ein Saustall“, kritisierte Wolfgang Sasse (CDU) und sprach von einem „Schandfleck für Wildeshausen“. Gleichzeitig lobte er Stöver für die Sanierung des Bahnhofsgebäudes. „Das hast du gut hingekriegt, aber dann ging das Theater los.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende sprach unter anderem die mangelnde Sauberkeit, die Parkplätze und die Toiletten an. Oliver Klär (Grüne) kritisierte die Verzögerung wegen der fehlenden Genehmigung für die „Kleine Kneipe“. „Es kann nicht sein, dass Sie Ihre Verbindlichkeiten auf den Gastronomen abwälzen“, sagte er zu Stöver und forderte ihn auf, dieses Problem als Erstes anzugehen. Bekanntlich will der Gastronom Reelf Berding eine Gastronomie im Bahnhof eröffnen, kommt damit zurzeit aber nicht so recht voran, weil die Genehmigung des Landkreises Oldenburg noch aussteht.

„Das Bahnhofsareal ist ja auch nicht gerade ansprechend, um es vorsichtig zu formulieren“, kritisierte auch Bürgermeister Jens Kuraschinski und sprach vom „Eingangstor der Stadt“. Für Thomas Harms (SPD) steht fest: „Es kann doch nicht so schwer sein, einen Rentner einzustellen, der mit Hänger und Forke durch die Gegend läuft und den Müll einsammelt.“ Das würde kurzfristig abhelfen. Bodo Bode (Pro Wildeshausen) machte sich hingegen Sorgen „um das Bild, das wir in der Öffentlichkeit abgeben“. Diese Beratung hätte in den nicht öffentlichen Teil der Ausschusssitzung gehört.

Stöver: „Fremde Leute stellen Sperrmüll ab“

Damit hatte Stöver allerdings kein Problem. „Es ist richtig, dass es nicht immer ganz einfach ist mit unseren vielen Gästen in Wildeshausen. Heute Abend funktioniert die Mülltrennung an der Laderampe“, sagte er. Aber: „Fremde Leute stellen dort auch ständig ihren Sperrmüll ab. Und es wird Müll über den Zaun geworfen, wenn wir das Tor abschließen, oder die Leute stellen den Abfall einfach davor.“ Derzeit werde der Müll regelmäßig entfernt. Die Abstände könnten aber kürzer sein.

Was das WC anging, zeigte sich der Hanstedter weniger kompromissbereit. „Die Toilettenanlage ist so lange zu, bis die Kneipe eröffnen kann“, betonte er. Was den Durchführungsvertrag mit der Stadt angeht, verwies er auf die Verwaltung. Die habe ihm mitgeteilt, dass er alle Anforderungen erfüllt habe. Ulli Kramer (CDU) fragte deswegen bei Bauamtsleiter Hans Ufferfilge nach. „Dem Grunde nach hat Frank Stöver die Anforderungen erfüllt. Näheres dazu müsste man aber noch erörtern. In der Vergangenheit ist sicherlich nicht alles optimal gelaufen“, erwiderte dieser.

Stöver schilderte auch, was er künftig mit dem Areal vorhat, konnte aber nicht viel Neues berichten. Das baufällige Gebäude neben dem Bahnhof soll einer Hotel-Erweiterung weichen, und wo die Viehrampe war, sollen bis zu 29 Wohnungen entstehen. Das Problem dabei: „Ohne Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau läuft da gar nichts.“

Der Ausschuss nahm die Ausführungen zur Kenntnis. Bleibt abzuwarten, wie sich die Lage rund um den Bahnhof künftig entwickelt.

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