Politik empfiehlt Mitgliedschaft, Bürgermeister verspricht Mitarbeit

Wildeshausen kehrt in den Kommunalverbund zurück

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Wildeshausen tritt wieder in den Kommunalverbund ein.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Stadt Wildeshausen wird aller Voraussicht nach wieder Mitglied im Kommunalverbund Niedersachsen-Bremen. So lautet die Empfehlung des Ausschusses für Stadtentwicklung. Wildeshausen war zum 31. Dezember 2011 aus dem Verbund ausgetreten.

Über die damaligen Gründe mussten einige Ausschussmitglieder im Rahmen der Sitzung erst einmal aufgeklärt werden, waren sie doch vor drei Jahren noch nicht im Rat. Hartmut Frerichs (SPD) berichtete: „Eigentlich sind wir dort nie richtig gehört worden. Es ging weitgehend um Bremen.“ Und Stephan Rollié (CDU) erläuterte: „Unser damaliger Bürgermeister hat gesagt, dass die Mitgliedschaft wenig Nutzen für die Stadt bringt.“ Kian Shahidi habe deswegen auf die Teilnahme an den Sitzungen des Gremiums verzichtet.

Die Geschäftführerin des Kommunalverbunds, Susanne Krebser, nutzte die Ausschusssitzung, um für eine erneute Mitgliedschaft Wildeshausens zu werben. Frerichs Einwand, dass es in den Versammlungen vorrangig um Bremen gehe, wies sie zurück. „Die Zeiten haben sich verändert“, so Krebser. „Zudem hat jedes Mitglied nur eine Stimme. Somit hat Dötlingen das gleiche Gewicht wie Bremen.“ Den Löwenanteil der Mitgliedsbeiträge müsse allerdings die Hansestadt zahlen, weil die Summen nach Einwohnerzahl berechnet werden.

„Die Mitglieder des Kommunalverbunds schaffen gemeinsam Erfolge, Ergebnisse und Erlebnisse“, führte Krebser aus. „Sie wollen und können miteinander.“ Das heiße jedoch nicht, dass es keine Konflikte zwischen den Beteiligten gebe. Aber immerhin spreche man miteinander und versuche, Raumstrukturentwicklung und Einzelhandelskonzepte abzustimmen. Zudem biete der Kommunalverbund seinen Mitgliedern Beratung und Information – beispielsweise im Regional- und Demografiemonitoring. Die Geschäftsführerin zeigte den Ausschussmitgliedern Karten, auf denen Wildeshausen als weißer Fleck erschien, während Dötlingen und die Samtgemeinde Harpstedt erfasst werden. Die Meinungen zu einer erneuten Mitgliedschaft waren unterschiedlich. Während Wolfgang Sasse (CDU) betonte, es sei wichtig, wenn Nachbarn gut vernetzt seien, erklärte Christoph Wach (Grüne): „Wir haben in den vergangenen Jahren nichts vermisst. Der Landkreis kann uns im Kommunalverbund auch gut vertreten.“

Krebser hingegen erklärte, dass man Wildeshausen durchaus vermisst habe. „Es gab einige, die gesagt haben, dass das Mittelzentrum fehlt“, warb sie um eine erneute Mitgliedschaft. Und als sich Bürgermeister Jens Kuraschinski ebenfalls für einen Beitritt aussprach und ankündigte, dass man auch aktiv mitarbeiten werde, wollten die Ausschussmitglieder dem nichts entgegensetzen. „Wenn der Bürgermeister dafür ist, dann sollten wir es machen“, so Rollié. Allerdings müsse man über die Jahresgebühr von 7800 Euro noch bei den Haushaltsberatungen diskutieren.

Krebser freute sich sichtlich: „Sie sind herzlich eingeladen. Dann können Sie sehen, wie Ihre Nachbarn auf Ihr Interesse reagieren.“

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