Podiumsdiskussion zur Flüchtlingsproblematik mit Schülern der BBS

„Ohne Ehrenamt würden wir das hier nicht schaffen“

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Intensive Diskussion zwischen Udo Maier, Christian Pundt, Bodo Bode, Belit Onay, Susanne Mittag, Astrid Grotelüschen und Moderator Dierk Rohdenburg (v.r.) in der Aula der Berufsbildenden Schulen.

Wildeshausen - Wie ist die Flüchtlingssituation im Landkreis Oldenburg? Was kann getan werden, um die Lage zu entspannen? Das sind nur zwei von vielen Fragen, die am Dienstag in der Aula der Berufsbildenden Schulen (BBS) beantwortet wurden. Die Schule hatte zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, bei der Fachleute und Politiker Rede und Antwort standen.

Lehrerin Barbara Assmann-Meivers hatte die Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen (CDU) und Susanne Mittag (SPD) sowie den Grünen-Landtagsabgeordneten Belit Onay, Bodo Bode (Sozialdezernent des Landkreises Oldenburg), Hattens Bürgermeister Christian Pundt und den ehrenamtlichen Helfer Udo Maier aus Harpstedt eingeladen. Moderiert wurde die Veranstaltung von WZ-Redaktionsleiter Dierk Rohdenburg.

„Die Flüchtlingsunterbringung vor fünf Wochen in der Widukind-Halle war für uns eine ganz neue Situation“, so Assmann-Meivers. „Aber wir sind super damit umgegangen. Hier läuft alles reibungslos.“

Das wird es wohl auch in den kommenden Monaten weiter müssen. Denn Bode machte deutlich, dass die Halle auf absehbare Zeit nicht geräumt werden kann. Zurzeit seien in den beiden Landkreis-Sporthallen 420 Flüchtlinge untergebracht, die Kapazität liege bei 500 Menschen. Es gebe aber Konzepte, zusammen mit der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft Oldenburg einfache Häuser zu erstellen, um darin Flüchtlinge unterbringen zu können.

Pundt berichtete aus Hatten, dass man noch mit dezentralen Unterkünften hinkomme. „Aber wenn die Quote verdoppelt wird, dann wird es schwierig.“

Grotelüschen und Mittag betonten die Wichtigkeit, den Blick auf das Lokale zu richten. Entscheidend, so Grotelüschen, sei es, die Registrierung der Flüchtlinge sicherzustellen. Zudem, so Mittag, müssten die Asylanträge schneller bearbeitet werden. Nach Angaben von Onay liegen derzeit 300000 unbearbeitete Anträge beim zuständigen Bundesamt. „Wir haben eine absolute Notsituation.“

Rund 200 Schüler lauschten eineinhalb Stunden konzentriert und stellten Fragen. So wollte Laura wissen, was die Europäische Union machen müsse, um der Flüchtlingskrise zu begegnen. „Wir brauchen ein einheitliches europäisches Recht“, erklärte Grotelü-

schen. Es könne nicht angehen, dass sich europäische Länder weigerten, Flüchtlinge aufzunehmen, bekräftigte Mittag. „Da müssen wir dann auch über die Bewilligung von Fördermitteln reden.“ Nach Einschätzung von Onay müssten auf jeden Fall sichere Einreisewege geschaffen werden.

Maier machte deutlich, dass die Ehrenamtlichen den Kommunen viel Arbeit abgenommen haben. „Wir haben aber auch eine Verantwortung dafür, dass die Menschen hier her kommen“, sagte er mit Blick auf die Politik in Syrien, Afghanistan und dem Irak.

„Ohne Ehrenamt würden wir das in den Gemeinden nicht schaffen“, so Pundt. Dieses Engagement sei absolut wichtig. „Wo findet sonst Begegnung statt, wenn nicht im Kontakt zu den Initiativen?“

Während zu vielen Fragen der Flüchtlingsversorgung grundsätzliche Einigkeit herrschte, waren die Beteiligten bei der Vorratsdatenspeicherung zum Aufspüren von potenziellen Straftätern verschiedener Meinung. Dieses Thema konnte aber auch nur noch angerissen werden.

dr

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