Hella Einemann-Gräbert und Friedrich Ahlers bringen neues Memo-Spiel zu Senioren

Plattdeutsche Bilderreise entwickelt

Übergabe des Spiels vor dem Johanneum: Anita Kenkel, Friedrich Ahlers, Manfred Sander und Hella Einemann-Gräbert (v.l.).
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Übergabe des Spiels vor dem Johanneum: Anita Kenkel, Friedrich Ahlers, Manfred Sander und Hella Einemann-Gräbert (v.l.).

Wildeshausen – Im Pflegezentrum des Johanneums sowie in 30 weiteren Senioreneinrichtungen im Landkreis Oldenburg kann ab jetzt „Een Plattdüütsch Billerreis“ gespielt werden. Das Memo-Spiel, bestehend aus 72 Karten, bietet Gesprächsstoff für Jung und Alt und ist in verschiedenen Varianten einsetzbar. Es wurde von der Dozentin Hella Einemann-Gräbert und dem Wildeshauser Plattdeutschbeauftragten Friedrich Ahlers erdacht und entwickelt.

Der Druck des Begleitheftes ist von der Carl-Toepfer-Stiftung finanziert worden, und als Sponsor fand sich die VR-Bank Oldenburg Land.

„Vor einem Jahr haben wir in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Oldenburg den Einrichtungen eine Coronakiste mit Sprichwörter-Fotokarten auf Plattdeutsch zukommen lassen“, erzählen Einemann-Gräbert und Ahlers. „Nun schränkt uns die Pandemie immer noch privat und beruflich ein.“ Der Arbeitsplatz in Seniorenheimen sei davon in ganz besonderer Weise betroffen. Pflege- und Betreuungskräfte müssten täglich gegenüber den zu Pflegenden sowie Angehörigen einen zusätzlichen Kraftaufwand leisten.

Mit dem seit Januar entwickelten Memo-Spiel möchten die Beteiligten in den Einrichtungen eine kleine spielerische Abwechslung bieten. Ahlers und Einemann-Gräbert suchten 72 Kartenmotive aus unterschiedlichen Zeitepochen aus. Sie zeigen beispielsweise als Quartett Fahrzeuge, Bildaufnahmegeräte, Zeitmesser, Kinderwagen oder Bügeleisen – vertraute Gegenstände der Jahre 1960 bis 2020 mit einer niederdeutschen Erläuterung.

Bislang einmalig auf dem Markt

„So etwas gab es bislang noch nicht auf dem Markt“, berichtete Einemann-Gräbert bei der Übergabe mit Volksbank-Prokurist Manfred Sander. Aufgrund der 18 Trilogien und der dazugehörigen Karten mit den plattdeutschen Begrifflichkeiten könnten die älteren Menschen intensiv angesprochen werden, aber auch jüngere Teilnehmer oder Begleiter könnten viel von den Hochbetagten lernen.

„Inhaltlich wird über die Abbildungen gesprochen und in Zusammenhang mit den plattdeutschen Begrifflichkeiten die Sprache gelernt oder vertieft“, betont Einemann-Gräbert. „Synergieeffekte werden geweckt. Beispielsweise lernen Kinder in der Rubrik Schulzeit, wie früher Griffel und Tafel eingesetzt wurden, und die Großmutter erfährt, wie der Unterricht heute mit Tablet funktioniert – und das alles vielleicht auch noch in einer plattdeutschen Unterhaltung. Beiliegende plattdeutsche Vokabeln können die Gespräche vertiefen.“

Der Einsatz soll wie bei allen Memos die Konzentration, das logische Denken, die visuelle Wahrnehmung und die Motorik anregen und das Zusammenspiel von Jung und Alt ermöglichen. „Betreuungskräfte in den Einrichtungen, aber auch Angehörige oder Pflegekräfte werden unsere Intention sicherlich bestätigen können“, so Einemann-Gräbert.

Spiel generationenübergreifend geeignet

Anita Kenkel, Heim- und Pflegedienstleiterin des Johanneums, bedankte sich im Namen der 56 Bewohner sowie der Kollegen für das gespendete Spiel. „Die Karten zeigen unseren Senioren ein Stück Heimat“, ist sie sicher.

„Das Spiel ist aber auch für den Kindergarten und Schulbereich pädagogisch wertvoll, hier besonders im Primarbereich. Spielerisch kann die niederdeutsche Sprache erlernt werden. Durch Erklärungen zu den einzelnen Wortkarten werden zudem der Wortschatz und das Allgemeinwissen spielerisch erweitert“, betont Ahlers.

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