B-Plan „Campingplatz“ muss Extra-Runde drehen

Dötlingen – Die Problematik ist bekannt: Im Laufe der Jahrzehnte sind auf dem Campingplatz Aschenbeck in Dötlingen widerrechtlich feste Bauten entstanden, die die Gemeinde Dötlingen 2018 mit einer Bauleitplanung „eingefangen“ hatte. Sie gibt den Parzellenbesitzern die Möglichkeit, nun einen Bauantrag zu stellen und sich ihr Objekt im Nachhinein genehmigen zu lassen. Nicht einmal ein Jahr nach Abschluss des Bauleitplanverfahrens war plötzlich noch eine 5 400 Quadratmeter große Fläche am Rande des Platzes aufgetaucht, auf der ebenfalls feste Feriendomizile stehen. Eigentlich weist der Flächennutzungsplan hier landwirtschaftliches Areal aus.

Um Theorie und Realität in Einklang zu bringen, schob die Gemeinde ein weiteres Verfahren an, das am Donnerstagabend zumindest teilweise zum Abschluss gebracht werden konnte. Bei Gegenstimmen von Ralf Metzing (SPD) und Gabriele Roggenthien (Bündnis 90/Die Grünen) empfahl der Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss die 28. Änderung des Flächennutzungsplanes. Der entsprechende Bebauungsplan, der die Art und Weise der erlaubten Bebauung regelt, muss hingegen eine Extra-Runde drehen. Da sich nach der Öffentlichkeitsbeteiligung mehrere Änderungen ergeben haben, unter anderem sind Anpassungen bei der Ausgleichsmaßnahme erforderlich, muss der Plan noch einmal in die öffentliche Auslegung.

Rudi Zingler (SPD) bedauerte es, dass das Thema nicht in einem großen Wurf abgehandelt werden konnte. Dennoch begrüßte er die Planung. „So haben wir wenigstens eine Handhabe“, sagte er. Beate Wilke (CDU) sprach ebenfalls von der richtigen Lösung: „Die Menschen haben dort schon seit vielen Jahren ihre Domizile, und es wurde immer geduldet.“ Deshalb wäre es verlogen, jetzt den Abriss anzustreben.

Das wollte Roggenthien so nicht stehen lassen. Die Bauten seien nicht übersehen worden, meinte sie. Als aufgrund des Drucks seitens des Landkreises das erste Bauleitplanverfahren anstand, habe man mit dem Betreiber des Platzes zusammengesessen und auch nach dem Randbereich gefragt. „Da gab es kein Interesse“, so Roggenthien. „Erst nachdem wir die Planung genehmigt hatten, wollte er plötzlich doch.“ Roggenthien sagte, dass für das große Campingplatzareal bislang kaum Bauanträge gestellt worden seien und sich auf den Ausgleichsflächen kaum etwas tue. „Und auch nach dem heutigen Beschluss wird nichts passieren“, war sie überzeugt. Ähnlich sah es Metzing: „Die Bauten werden nicht legaler, nur weil sie da lange stehen“, sagte er und erinnerte daran, dass mit den Parzellen auch Einnahmen akquiriert wurden.  ts

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