Pläne müssen inhaltlich überarbeitet werden/ Wildeshauser Einspruch hat Bestand

Kiebitze verzögern Gewerbegebiet in Visbek

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Im März 2014 protestierten einige Anwohner gegen das neue Gewerbe- und Industriegebiet in Visbek. Archivfoto: dr

Wildeshausen/Visbek - Eine überraschende Wende gab es am Dienstagabend im Gemeinderat von Visbek: Die Beschlüsse über die Ausweisung des neuen Gewerbe- und Industriegebietes an der Wildeshauser Straße und somit in unmittelbarer Nähe zur Grenze nach Wildeshausen, wurden verschoben. Die Pläne sollen noch nachgebessert werden. Die Stadt Wildeshausen ist ohnehin gegen die Dimensionen des Projektes. „Dabei bleiben wir auch“, so Bürgermeister Jens Kuraschinski.

Das Veto aus der Kreisstadt war im Gemeinderat zwar auch ein Thema. Entscheidend dafür, dass die Änderung des Flächennutzungsplanes zu einem späteren Zeitpunkt neu beraten werden muss, sind jedoch gefährdete Vögel.

Während der Sitzung des Bauausschusses habe es glaubhafte Hinweise darauf gegeben, dass in diesem Frühjahr auf dem Plangebiet Kiebitze genistet hätten, erklärte Visbeks Bürgermeister Gerd Meyer. Die gefährdeten Vögel seien in den bereits im vergangenen Jahr abgeschlossenen Naturschutzgutachten nicht erfasst und von den Biologen auch nicht gesehen worden.

Deshalb waren für die Tiere keine Ausgleichsflächen festgelegt worden – wenngleich ein mit 4,1 Hektar ausreichend großes Grünland als Kompensationsfläche auch für andere gefährdete Vogelarten vorgesehen sei. Deshalb müssten die Pläne nur inhaltlich verändert werden, so Meyer. Damit mache die Gemeinde die Pläne gerichtsfest.

Um die Mehrheit für die Ausweisung des Gewerbegebiets muss Meyer aber trotz andauernder Proteste der Anlieger nicht fürchten. Der Reihe nach positionierten sich alle Ratsfraktionen bis auf die Grünen für die Realisierung der Planungen.

Ulrich Hogeback betonte für die SPD, dass es in seinen Augen keine Alternative zu einer Entscheidung für das Gewerbe- und Industriegebiet gebe. Neben Bernhard Schmidt (FDP) schloss sich auch Erich Wesjohann (CDU) den Ausführungen ausdrücklich an und betonte, dass sich die Gemeinde in wichtigen Punkten auf die Anlieger zu bewegt habe und deutliche Kompromisse eingegangen sei. Nicht umsonst blieben auf dem 38 Hektar großen Gelände jetzt nur noch 26,1 Hektar Gewerbefläche übrig.

Bürgermeister Meyer war vor wenigen Tagen im Wildeshauser Stadthaus zu Besuch gewesen. Visbek ist wenig begeistert von den Einwendungen aus Wildeshausen und wäre froh, wenn diese zurückgezogen würden. Kuraschinski: „Wir haben aber große Sorgen, dass der Westring vor dem Kollaps steht, wenn dort noch mehr Fahrzeuge, insbesondere Laster, nach Visbek fahren und von dort kommen.“ Zudem hält Wildeshausen das Projekt für überdimensioniert. Visbek sei Grundzentrum und dürfe damit gar nicht derartig große Planungen vorantreiben.

„Der Bauausschuss hat beschlossen, unsere Stellungnahme aufrecht zu halten“, erklärte Kuraschinski. Die Stadt warte nun die weitere Entwicklung ab und gehe davon aus, dass die Wildeshauser Einwendungen einiges Gewicht hätten.

Sollte die Politik den Eindruck haben, dass die Belange der Kreisstadt bei den Planänderungen nicht genügend berücksichtigt wurden, bleibt der Stadt im Anschluss noch der Klageweg.

dr

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