Kindergarten: Stadt soll Architekten in die Verantwortung nehmen und Gewerke ausschreiben

Piraten-Ratsherr Bock kritisiert zu hohe Kosten

Bislang nur Planung: Noch fehlt die Erschließung zum Baugrundstück des Kindergartens. Auch die Weizenstraße gibt es bislang nicht. Der Bau wird voraussichtlich über die noch zu erstellende Entlastungsstraße erfolgen. Foto: dr

Wildeshausen – Mit deutlicher Kritik reagiert der Wildeshauser Ratsherr der Piraten-Partei, Uwe Bock, auf die Nachricht aus dem Verwaltungsausschuss der Stadt Wildeshausen, dass die geplante Kindertagesstätte an der Weizenstraße rund 900 000 Euro teurer werden dürfte als geplant. Der Bau soll nun drei Millionen Euro kosten (wir berichteten).

„Der Kindergarten ist nicht nur überteuert, sondern mit der Form der Ausschreibung als Generalunternehmer-Projekt auch nicht geeignet, die Wirtschaft vor Ort zu stärken“, so Bock in einer Mitteilung. „Alle Wildeshauser Firmen die Teile der Leistungen ausführen können, sind hierbei außen vor. Es werden nur die Firmen berücksichtigt, die eine Verbindung zum Generalunternehmer haben.“

Der Pirat sieht deshalb eine Umplanung als notwendig an, „da der Entwurf schon im Bauausschuss nicht auf große Zustimmung hoffen konnte“.

Durch eine Verlagerung der Personalräume in ein erstes Obergeschoss könnten Kosten eingespart werden, schreibt Bock. Bislang ist der Gebäudekomplex für zwei Kindergarten- sowie eine Krippengruppe allerdings nur eingeschossig geplant. Laut Ratsbeschluss soll er schlüsselfertig erstellt werden, weil die Verwaltung nicht die Kapazitäten hat, die einzelnen Gewerke auszuschreiben und die Arbeiten zu beaufsichtigen.

„Seit Mitte des vergangenen Jahres versuche ich vergeblich, die Kostenberechnung für diesen Kindergarten bei der Stadtverwaltung einzusehen“, kritisiert Bock. Er sei in einem großen Architekturbüro für Ausschreibungen und Vergaben zuständig und könne nicht verstehen, warum die Stadt nicht einfach den Architekten in die Verantwortung nimmt. „Er hat die Kostenberechnung gemacht und dafür sein Honorar berechnet. Das ist Bestandteil eines jeden guten Architektenvertrages. Wenn die Kostenschätzung jetzt falsch ist, so muss er den Schaden tragen. Dafür hat er ja schließlich eine Versicherung“, so Bock. Eine Kostenüberschreitung von rund 30 Prozent sei kein Versehen, sondern ein gravierender Fehler. „Die Baupreise sind laut statistischem Bundesamt gerade einmal um 3,4 Prozent von Februar 2019 bis Februar 2020 gestiegen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Preise für Einzelgewerke seit Anfang der Krise um 20 Prozent gefallen sind“, berichtet Bock. Da viele geplante Bauprojekte der Stadt wegen der Haushaltsengpässe aktuell nicht ausgeführt würden, stünde seiner Ansicht nach für eine Einzelausschreibung mit Vergaben mehr als genügend Personal zur Verfügung.  dr

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