Wildeshauser machen Kohl- und Pinkeltouren in Sachsen-Anhalt bekannt / Interessierte willkommen

„Pinkel-Export“ in den Osten

Das „Team Niedersachsen“ (Jessica Heitzhausen, Maren und Wolfgang Schirrmacher, Monika Wolters und Jörg Siegmann , v.l.) wandert Ende Januar durch den Landschaftspark „Hundisburg“.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Grünkohl mit Pinkel und Kassler waren bis vor vier Jahren in Sachsen-Anhalt gänzlich unbekannt – bis eine „Horde“ Wildeshauser dort einmarschierte. Seitdem touren jährlich 100 Menschen durch den verschneiten Landschaftspark in Hundisburg und kehren dann zu Kohl und Pinkel in die „Räuberhöhle“ ein.

Eigentlich begann alles mit der Wende. Damals beschloss die Keramikmalerin Manuela Siegmann aus der Nähe von Haldensleben, jetzt, wo die Grenze offen war, eine Stelle in Wildeshausen an der Sögestraße anzutreten. Mit 18 Jahren kam sie so in die Wittekindstadt und baute sich ein neues Leben auf. Mittlerweile hat sie geheiratet, zwei Kinder und lebt in einem eigenen Haus.

Ihre Schwester Elke Neubauer hatte in der Heimat, in Hundisburg, mittlerweile die Gaststätte „Räuberhöhle“ übernommen. Sie kam im Winter 2005 mit ihrer Familie ins Oldenburger Land und lernte kennen, wie es hier bei Kohl- und Pinkeltouren zugeht.

„Ich habe dann überlegt, so etwas auch mal in Sachsen-Anhalt zu machen“, erzählt Neubauer. Ein knappes Jahr hatte sie Zeit, diesen Gedanken reifen zu lassen, dann lud sie Ende des Jahres 2005 erstmals zur Kohl- und Pinkeltour im Januar 2006 nach Hundisburg ein. Günstigerweise ist gleich nebenan eine Jugendherberge, so dass die Gäste in der Nähe des Lokals übernachten konnten.

„100 Leute waren mit dabei“, erzählt Manuela Siegmann, die mit ihrer Familie regelmäßig nach Sachsen-Anhalt fährt. Ebenfalls dabei sind einige Freunde aus Wildeshausen – und jährlich werden es mehr. Eine der wichtigsten Aufgaben für die Gäste aus dem Bremer Umland: Sie müssen mindestens 200 Oldenburger Pinkelwürste einpacken, denn die kann man in Sachsen-Anhalt nicht bekommen. „Der Kohl schmeckt zwar auch ein wenig anders“, erzählt Siegmann. „Doch das ist hier in den Restaurants ja ebenfalls oft der Fall.“

Wildeshauser und Einheimische treffen sich immer am letzten Sonnabend im Januar in der „Räuberhöhle“, um ein erstes Bier zu trinken. Die Kohlgesellschaft besteht aus verschiedenen Teams, die regionale Spezialitäten dabei haben. „Da gibt dann jeder dem anderen etwas aus“, erzählt Manuela Siegmann. „So kann man schnell Kontakte untereinander bekommen.“ Elke Neubauer organisiert die Spiele für zwischendurch und sorgt dafür, dass unterwegs eine Pause am Lagerfeuer eingelegt wird. Dort gibt es auch Schmalzbrote für alle und Glühwein.

Schließlich kehrt die Truppe in der „Räuberhöhle“ ein, in der es wie in Norddeutschland Kohl und Musik vom Discjockey gibt. Wer keinen Grünkohl mag, bekommt alternativ Sauerkraut und Kassler. „Selbstverständlich wird auch ein Kohlkönig proklamiert“, sagt Marion Siegmann, die die jährliche Kohltour im Osten nicht mehr missen mag. Wer ebenfalls Interesse hat, kann sich unter Tel. 03904/461042 melden. Übrigens: Zu Pfingsten kommt Elke Neubauer nach Wildeshausen. Das traditionelle Gildefest hat sie mittlerweile auch schätzen gelernt. Es ist aber nicht daran gedacht, in Zukunft eine Schafferproklamation auf der Hundisburg durchzuführen.

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