„Pferde leiden wegen falscher Haltung“

Tierschützer erstatten wiederholt Anzeige gegen Besitzer aus Pestrup

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Einer der Hengste in Bühren, die ohne Unterstand leben. 

Wildeshausen - „Schwere Vernachlässigung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz im Falle zweier Knapstruper Hengste in Bühren.“ So lautet eine aktuelle Anzeige der Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) gegen einen Pferdehalter aus Pestrup. Es ist nicht die erste Anzeige dieser Art. Bereits im Juni wurde der Mann wegen der Haltung von zwei Stuten im Pestruper Moor angezeigt, die nach Einschätzung der Tierschützer in viel zu feuchten Wiesen stehen, kaum Witterungsschutz haben und deren Weide mit für die Pferde lebensgefährlichem Zaun umgeben ist. Der Unterstand liege zudem an der tiefsten Stelle im Gelände, so der Vorwurf.

Die neue Anzeige liegt seit zwei Tagen bei der Polizei vor und geht auch ans Veterinäramt. Die Tierschutzbeauftragte der TSGW, Edith Kaminski, hofft, dass nun endlich Konsequenzen gezogen werden, da der Pestruper Tierhalter nach ihrer Meinung „allen seinen Pferden nicht unerhebliche Leiden, Schmerzen und Schäden“ zufügt.

Kaminski beschreibt in ihrer Anzeige, dass die Hengste seit Jahren in einer Senke in ganzjähriger Weidehaltung leben. Bereits vor Jahren habe sie den Leiter des Veterinäramtes, Dr. Carsten Görner, telefonisch davon unterrichtet, dass die beiden Pferde keinen Witterungsschutz haben und nur unzureichend zugefüttert werden. „Bis zum heutigen Tag hat sich leider für die beiden Hengste nichts geändert. Aufgrund der Tatsache, dass es im vergangenen Vierteljahr extrem viel Niederschlag gab, und eine ganzjährige Weidehaltung nur erlaubt ist, wenn die Tiere einen Unterstand mit trockenem Liegeplatz, angemessener Zufütterung sowie jederzeit freiem Zugang zu Wasser haben, ist die Anzeige erforderlich“, so Kaminski. Pferde, so die Tierschützerin, würden still leiden. Deshalb müsse jemand für sie die Sprache erheben.

„Die Tierschützer verfolgen mich seit Jahren“

Görner konnte auf Nachfrage zu den genannten Hengssten nichts sagen, weil der zuständige Mitarbeiter im Urlaub ist. Bei den Stuten, so seine Auskunft, sei auf jeden Fall ein Witterungsschutz vorhanden.

Der Besitzer der Tiere bestätigte auf Nachfrage, Kontakt zum Veterinäramt zu haben. Er habe „ein paar Kleinigkeiten“ verbessern müssen, erklärte er. Seine Pferdehaltung sei in Ordnung, betonte er. „Die Tierschützer verfolgen mich seit Jahren. Die wissen wohl nicht, was sie mit ihrem Leben machen sollen“, ereiferte er sich. Im Sommer seien zunächst die Kübel gestohlen worden und dann habe man ihn angezeigt. „Die sollen sich lieber um die Massentierhaltung kümmern“, kritisierte er. In einem zweiten Anruf betonte er zudem, dass der Unterstand schon lange stehen würde, wenn es nicht so lange mit der Genehmigung gedauert hätte. Dann sei ihm der schwere Sturm dazwischen gekommen. Er habe jetzt genug Not damit, nun seinen Hof in Ordnung zu bekommen. Dabei sei er dringend auf Unterstützung angewiesen. 

dr

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