Aby Thomas Puthukulangara aus Indien stärkt Seelsorge in St.-Peter-Gemeinde

Pfarrerteam setzt neue Impulse

Das Seelsorgerteam für die St.-Peter Gemeinde: Ludger Brock (l.) und Aby Thomas Puthukulangara.

Wildeshausen – Wenig Hirten und viele Schafe: Dank personeller Verstärkung kann die katholische St.-Peter-Gemeinde ihr Angebot verändern, den Kontakt zu den Gläubigen ausbauen und auch die Jugendarbeit intensivieren. Rund 5 500 Katholiken gibt es in Wildeshausen, in Ahlhorn sind es etwa 2 000. Pfarrer Ludger Brock betreute diese große Zahl in einer recht weiten Region seit seinem Amtsantritt vor knapp fünf Jahren als hauptamtlicher Seelsorger – unterstützt von den beiden Pfarrern im Ruhestand, Hermann Bergmann in Wildeshausen sowie Erhard Bögershausen in Ahlhorn, die noch sehr aktiv mithelfen.

Es ist eine anstrengende Tätigkeit mit vielen Gottesdiensten und menschlichen Kontakten, bei denen es manchmal an der nötigen Zeit und Muße fehlte. Seit knapp zwei Monaten ist Brocks Wunsch an den Bischof in Erfüllung gegangen, endlich Verstärkung zu bekommen. Mit Pfarrer Dr. Aby Thomas Puthukulangara hat er einen Partner in der Seelsorge bekommen, der nicht nur über langjährige Erfahrung verfügt, sondern auch neue Sichtweisen auf den Glauben und die Gemeindearbeit in den Berufsalltag einbringt.

Pfarrer Aby, wie er in Kurzform genannt wird, ist 43 Jahre alt und in Südindien im Bundesstaat Kerala aufgewachsen. 2002 wurde er zum Priester geweiht. „Deutschland war nicht mein Zielland“, gibt er unumwunden zu. Sein Bischof habe ihm jedoch den Auftrag gegeben, in Deutschland zu studieren, zu promovieren und als Pfarrer zu arbeiten. Das brachte einige Umstellungen mit sich. Vorher hatte der Geistliche nie gekocht, weil er vom Kloster versorgt worden war. Für Deutschland kaufte er sich seine ersten Pullover, Socken und eine Jacke. „In Indien herrschen immer 17 bis 30 Grad“, erzählt er. Zudem seien die Tage meistens gleich lang hell.

In den vergangenen vier Jahren war Aby zunächst als Pfarrer in Garrel tätig. Vor wenigen Monaten hat er seine Doktorarbeit abgeschlossen. Jetzt kommen interessante neue Aufgaben auf ihn zu. Wie lange, das weiß er nicht, denn das hängt davon ab, wohin ihn der Bischof in Indien schickt.

„Deutschland war nicht mein Zielland“

„Ich bin hier sehr herzlich aufgenommen worden. St.-Peter ist eine sehr zuhörende Gemeinde“, zieht Pfarrer Aby eine erste Bilanz. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Pfarrer Brock.“

Schon jetzt stellen die beiden Geistlichen fest, dass die Chemie stimmt, und es ein sehr gutes Miteinander ist. „Wir sind uns dogmatisch einig“, nennt Brock die Grundlage, „und wenn wir unterschiedliche Ansichten zu einem Thema haben, dann diskutieren wir eben. Es wäre ja langweilig, wenn alles uniform wäre.“

Bei der Frage der Ökumene gibt es auf jeden Fall keine Differenzen. Das ist auch wichtig, weil die christlichen Kirchen in Wildeshausen und Ahlhorn eng kooperieren und gemeinsam Gottesdienste feiern. „Es gibt mehr, was uns zusammenhält, als das, was uns trennt. Wir hatten auch in Garrel immer einen sehr guten Kontakt mit anderen christlichen Glaubensgemeinschaften“, so Pfarrer Aby, der in der Pfarrgemeinde St.-Peter seine Hauptaufgabe in der Diakonie sieht. Neben den Feiern der Heiligen Messe möchte er viele Menschen in der Gemeinde besuchen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Glückwünsche zu hohen Geburtstagen, Gruppenbegleitungen, die Betreuung von Vereinen und Verbänden sowie die Besuche von Kranken. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen sind ebenfalls fester Bestandteil der täglichen Arbeit.

Die beiden Pfarrer planen zudem, die Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden zu stärken. „Wir wollen bei vielen Aktivitäten dabei sein“, sagen sie. „Wenn man zu zweit ist, hat man einfach mehr Zeit für die Gemeinde.“

Für Pfarrer Aby ist gerade die Adventszeit in Deutschland sehr reizvoll. „Sie ist intensiv. Ich mag die Vorbereitungen mit den Lichtern sowie Sternen und dass die Leute adventlich gestimmt zusammenkommen“, berichtet er. In Indien werde während der Adventszeit gefastet. „Es gibt in dieser Zeit kein Fleisch und keinen Fisch“, so der Geistliche. Diese Regeln hält er hier nicht ein. Wäre ja auch schade angesichts der vielen Leckereien, die es in der Vorweihnachtszeit zu probieren gibt.  dr

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