Der Inventarausschuss der Wildeshauser Schützengilde überprüft sämtliche Besitztümer

Von der Petermann-Eiche bis zur Königskette bei der LzO

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Rolf Klostermann, Heinrich Hüls, Thomas Seyffart und Martin Posenauer (v.l.) prüfen, ob das Zinngeschirr vollständig ist.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Freitagvormittag, 11 Uhr, die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel. Doch davon sehen die Mitglieder des Inventarausschusses der Wildeshauser Schützengilde nichts. Sie sind im Keller der Landessparkasse im Depot und sichten die dort gelagerten Besitztümer der Gilde. Und das ist erst der Anfang, denn es gilt, 600 Posten zu überprüfen, die auf 20 eng bedruckten Seiten aufgeführt sind.

Schaffer zu sein ist eine schöne Aufgabe. Aber – was viele nicht wissen – es ist auch sehr arbeitsreich. Gestern war Martin Posenauer zusammen mit Fähnrich Jörn Röhr und dem Inventarausschuss überall in der Stadt unterwegs. Denn Röhr muss dafür sorgen, dass alles ordnungsgemäß an den Schaffer übergeben wird. Der wiederum sollte ganz genau prüfen, was er übernimmt, denn sonst könnte er für Verluste verantwortlich gemacht werden. Was Posenauer alles gesehen und festgehalten hat, liest er am Dienstag im Rahmen der Offiziersversammlung im Rathaus vor. Geschlagene 40 Minuten wird er dafür benötigen und Schätze, Kleidungsstücke sowie weitere Besitztümer von manchmal zweifelhaftem oder unbestimmten Wert aufzählen.

In der LzO waren es gestern vorrangig sehr alte Zinnkrüge und -vasen, die verschiedenen Auflagen der Statutenhefte und die Königskette, die exakt 5 130 Gramm wiegt. „Der König hat ganz schön zu schleppen“, stellte Röhr fest. Und Heinrich Hüls wusste Weiteres zu berichten: „Die schlägt vorne bei jedem Schritt gegen den Körper.“

Ganz neu in der Inventarliste ist ein Krug, der von den Fähnrichen gestiftet wurde. Der musste gestern schnell eingetragen werden, weil er dort bislang fehlte. Schon lange registriert sind Wachetrommeln, Uniformen, die Gildeuhr an der Westerstraße und ein ganz besonderes Besitztum, das jedes Jahr aufs Neue vermessen wird: Die Petermann-Eiche im Krandel wurde am 17. September 1979, ein Jahr nach dem Tod des ehemaligen Generals Hermann Petermann, gepflanzt. Nun muss jedes Jahr der Umfang festgehalten werden.

Hergen Stolle war es, der 2004 als Schaffer den Offizieren eine Baumscheibe präsentierte, den Umfang übermittelte und der Versammlung mitteilte, der Wert der Eiche sei nun als Brennholz festgehalten. Damals gab es fast Tumulte, bis sich aufklärte, dass es sich um einen Scherz handelte. Wovon sich Posenauer gestern überzeugen konnte: Die Eiche steht weiter im Krandel.

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