Peter Hahns letzte Führung

Letzte Gästeführung: Peter Hahn mit Interessierten vor der Alexanderkirche. Foto: dr

43 Jahre lang hat Peter Hahn als Gästeführer Fremden seine Wahlheimatstadt Wildeshausen gezeigt. Seine besondere Vorliebe galt der Alexanderkirche und der Urgeschichte. Am Mittwoch hatte er seine letzte Führung.

VON DIERK ROHDENBURG

Wildeshausen – Als Peter Hahn im April 1961 als 22-jähriger Soldat aus Hamburg zu den Fallschirmjägern in der Wittekindkaserne kam, wollte er so schnell wie möglich wieder weg. Die Stadt zeigte sich für den Hanseaten provinziell mit der Glaner Straße, die noch aus Kopfsteinen gepflastert war. Die Kaserne war bei Weitem noch nicht komplett fertiggestellt.

Rund einen Monat später war klar, dass er bleiben würde. Denn schon nach wenigen Tagen hatte er seine Erika kennengelernt und sich mit ihr verlobt. Zudem fand er schnell Kontakt zum Schwimmverein und dessen Vorsitzenden Karl-August Freytag. Im August heiratete er bereits und sagt rückblickend: „Ich neige zu schnellen Entschlüssen, und ich habe es nie bereut.“

Der Neu-Wildeshauser lernte seine Heimatstadt mit den Jahren immer mehr lieben und interessierte sich für deren Geschichte. Über Hans Huntemann kam er zum Heimatverein und arbeitete sich intensiv in die Historie Wildeshausens ein. Das aber nicht erst ab dem Jahr 851, dem Datum, als die Alexanderreliquie in die Stadt kam. Nein, Hahn wollte ganz genau wissen, wie die prähistorischen Anlagen des Pestruper Gräberfeldes und der Kleinenkneter Steine entstanden sind. Er las sich in die Lebensgewohnheiten der damaligen Stämme ein, und so ist es nicht verwunderlich, dass eines seiner von ihm selbst verlegten Bücher von „Onno, dem jungsteinzeitlichen Siedler“ handelte. In unserer Zeitung erschienen Serien über die Stadtgeschichte, die leicht verständlich darüber aufklärten, was in den vergangenen Jahrhunderten an der Hunte geschah.

Hahn übernahm später auch die Ausbildung der neuen Gästeführer der Stadt. Zweimal gab es Seminare bei der Volkshochschule. Hahns Führungen waren in den vergangenen Jahrzehnten immer eng am Thema und sollten in erster Linie gut unterhaltend Wissen vermitteln. Mit Verkleidungen als Nachtwächter oder als geschichtliche Gestalt hatte er nichts am Hut. „Ich war nie so für das Theater“, sagt er, findet es aber völlig in Ordnung, dass andere sehr fantasievolle Touren durch Wildeshausen anbieten.

Nach der letzten Führung durch die Alexanderkirche bleibt Hahn beratendes Mitglied des Verkehrsvereins. Am 22. Oktober hält der 81-Jährige zudem noch einen Vortrag über den Wildeshauser Luftschiffhafen im Rahmen der Reihe „Geschichte im Rathaus“. Am 14. Januar ist zudem noch ein Vortrag über den „Kirchenbau im Mittelalter“ bei der Volkshochschule geplant. Danach ist jedoch Schluss mit den öffentlichen Veranstaltungen. Die Bürger können Hahn dann aber auf der Straße ansprechen. „Es ist erstaunlich, wie viele Ur-Wildeshauser noch immer nachfragen“, sagt er. „Es gibt einen großen Aufklärungsbedarf über die Geschichte unserer Heimat.“

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