Die pennsylvanische Künstlerin Melissa Strawser stellt bei Berlinicke aus

Visionen von Mutterschaft

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Melissa Strawser versteht es, Geträumtes in berührende Kunstwerke zu verwandeln.

Wildeshausen - Mitten hinein in Melissa Strawsers Träume tauchten am Freitagabend die Besucher der Vernissage in Hartmut Berlinickes „Galerie Wildeshausen“. Die Künstlerin aus Pennsylvania zeigt darin Visionen von Licht, von Unterwasserwelten, geträumte Engel und Heilige, aber auch Visionen von wichtigen Wendepunkten in ihrem Leben.

Mit 19 Jahren begann die nun 50-Jährige, ihre ersten künstlerischen Ätzungen herzustellen. Ihr Kunststudium startete Strawser in den USA. Prägend war für sie jedoch die Studienzeit in London unter dem „legendären“ portugiesischen Grafik-Künstler Bartolomeu „Barto“ di Santos. An der Londoner Slade School of Arts erlangte sie ihr Master-Diplom. Von 2000 bis 2007 arbeitete sie im portugiesischen Tavira in Bartos „Printmaking Workshop“.

Der Tod des 1931 geborenen di Santos im Jahr 2008 habe sie sehr getroffen und sei ein großer Wendepunkt in ihrem Leben, erzählte die englischsprachige Strawser während der Vernissage in Wildeshausen. Im pennsylvanischen „Kunst-Mekka“ ihres Mannes Val Bertoia, dem „Bertoia Studio“, führt Strawser nun ihr eigenes Atelier „Barto Print Workshop“, in dem sie auch Seminare für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbietet.

Nicht nur mit ihren Ätzungen auch mit eigenen Skulpturen lässt Strawser für die Betrachter ihre Traumlandschaften lebendig werden. Daneben arbeitet sie gemeinsam mit ihrem Mann an der Restauration von den in den USA sehr bekannten und verbreiteten Harry-Bertoia-Skulpturen. Bereits zum dritten Mal stellt Strawser ungeachtet der weiten Anreise in Berlinickes Galerie aus. Auch Berlinicke war mit „Barto“ di Santos befreundet.

„Speed of light“, „Mermaid of Tavira“ oder „Saint Michael“ – so lauten einige Titel von Strawsers Ätzungen. Inspirieren lässt sich die Künstlerin von organischen Formen. Das können Pflanzen oder Tiere, Insekten, das Unterwasserleben oder Naturelemente sein. Das Licht sei von allen das Element, das sie am meisten inspiriere. „Ich träume davon“, sagt sie. Und so werden aus geträumter Vergangenheit und Erfahrungen sowie Erinnerungen auf vielerlei Weisen berührende Kunstwerke.

„Wer aus den vorderen Räumen der Ausstellung in den hinteren Hauptraum kommt, tritt aus den Träumen langsam in die Realität hinein“, beschrieb Strawser die Komposition der Ausstellung bei Berlinicke. Beherrschende Themen im hinteren Raum sind „Marriage“ und „Motherhood“. Und zwar auf die Weise, wie die Künstlerin sie sieht, erlebt und gefühlt hat. „Die Natur inspiriert mich, aber auch meine Tochter“, erklärte sie lächelnd mit Blick auf die zweijährige Tyrney, die fröhlich zwischen den Kunstwerken ihrer Mutter herumsprang.

Strawsers „neun Monate“ haben nur zusammen gesehen einen tieferen Sinn und Zusammenhang. Darin hat die sich öffnende Lotusblüte genauso ihren Platz wie das Kleeblatt. „Ich fühlte mich glücklich“, begründete die Künstlerin diese Station in der Neun-Monats-Serie. Ein Elefant ist auch mit dabei, ein Mädchen, ein Junge, ein Ultraschallbild sowie am Anfang die Verschmelzung von Sperma und Eizelle. Während die Konturen des Mädchens, dem ein Bild gewidmet ist, vordergründig das Geschehen beherrschen, ist der Junge nur schemenhaft zu erkennen. „Obwohl ich es nicht nachfragte, wusste ich in meinem Inneren, dass es ein Mädchen wird“, verriet Strawser.

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