Was passiert mit dem Gärtnerhaus?

Mieter des Nebengebäudes der Villa Knagge rätselt über seine Zukunft

+
Gefahr im Verzug: Teile der Veranda der Villa Knagge müssen abgestützt werden, weil das Holz gammelt. 

Wildeshausen - „Wir würden uns freuen, wenn wir im Jahr 2020 das Pfingstbier in unserem neuen Braugasthaus trinken können.“ So sagt es Nordmann-Geschäftsführer Roland Damme. Damit das klappt, muss der Verkauf der denkmalgeschützten Villa Knagge an der Ahlhorner Straße ebenso reibungslos laufen wie anschließend die Änderung des Bebauungsplanes.

Neben vielen Fragen des Denkmalschutzes gibt es aber wohl noch weitere Dinge zu klären. Beispielsweise, was mit dem Gärtnerhaus geschieht, das rechts neben der Villa liegt und in dem seit 23 Jahren eine Familie mit gültigem Mietvertrag lebt. Diese hat nach eigenen Angaben bislang zwar einen Hinweis von der Stiftung Johanneum erhalten, dass sie vielleicht im Sommer ausziehen muss. Es gab aber noch keine konkrete Information, was mit dem Gebäude geschehen soll - geschweige denn eine Kündigung. Und selbst, wenn eine Kündigung des Mietvertrags ausgesprochen wird, dürfte die Frist ein Jahr währen, bis es zu einem Auszug kommen muss. 

Das wiederum würde den Plänen von Nordmann komplett zuwider laufen, weil das Haus schon vorher umgebaut und genutzt werden soll. Wie berichtet, hat Nordmann den Beteiligten eine Frist bis zum 28. Februar gesetzt. Bis dahin müssen sich die katholische Kirche als Besitzerin des Seminarhauses, die Stiftung Johanneum als Erbpacht-Besitzerin der Villa Knagge und des Gärtnerhauses sowie die Volkshochschule Wildeshausen mit einem Mietvertrag über sechs Jahre für das Seminarhaus einig sein, zu welchen Konditionen das Ensemble den Besitzer wechselt. Klar ist bislang nur der Preis, den Nordmann zahlen wird, nicht aber, wie hoch die gesamten Zahlungen der Stiftung sein müssen. Hubert Bartelt, kaufmännischer Leiter des Johanneums, hatte angekündigt, dass man intensiv an einer Lösung arbeitet

Nordmann plant, nach dem Kauf mindestens zwei Millionen Euro in die Immobilie zu stecken, um dort ein Gasthaus mit Brauerei sowie einem Biergarten zu eröffnen. „Für uns ist klar, dass wir das Ensemble lastenfrei übernehmen“, sagt Damme. Die Stiftung habe Nordmann zugesichert, dass das geschehen werde. Von daher, so Damme, habe er auch das Gärtnerhaus gar nicht mehr im Blick gehabt. „Ich dachte, das wäre schon geregelt“, so seine Einschätzung. Nordmann möchte das Gebäude kernsanieren und später als Lager sowie für den Toilettenbereich nutzen. „Es ist sicherlich nicht der erste Abschnitt, den wir angehen wollen“, so Damme mit Blick darauf, dass der Mieter nicht sofort ausziehen müsste. Ziel sei es aber, damit frühestens im Spätherbst zu beginnen.

Der Zeitplan ist ohnehin eng getaktet, wenn es zu einem Verkauf der Immobilie kommt. Der Bebauungsplan muss geändert werden, um auf dem Grundstück ein Braugasthaus zu eröffnen.

Aller Voraussicht nach könnte die Planungsreife in einem beschleunigten Verfahren erreicht werden. Doch auch dann, wenn viele Unterlagen dafür bereits erarbeitet wurden, dürfte es mindestens vier Monate dauern, bis eine Genehmigung vorliegt. Realistisch ist davon auszugehen, dass der Bebauungsplan im Spätsommer Rechtskraft hat. „Dann könnten wir in jedem Fall vor dem Winter dafür sorgen, dass das Gebäude von außen nicht noch weiter geschädigt wird“, hofft Damme. Über den Winter, so der Plan, ließen sich die Innenarbeiten fertigstellen. Dann bliebe das Frühjahr für die Gestaltung der Außenanlagen und die Restarbeiten an der Fassade. „Vieles hängt davon ab, was der Denkmalschutz fordert“, erklärt Damme. Sollte es insbesondere bei den Holzarbeiten nötig sein, die Teile in Handarbeit zu fertigen, würde deutlich mehr Zeit benötigt. Pfingsten ist am 31. Mai 2020. Bis dahin würde es dann wohl eng werden.  

dr

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Was bringt Ridepooling wirklich?

Was bringt Ridepooling wirklich?

Meistgelesene Artikel

„Einbruch“ ins Feuerwehrhaus

„Einbruch“ ins Feuerwehrhaus

Diakonie: „Wir haben verstanden“

Diakonie: „Wir haben verstanden“

LzO übergibt 10 000 Euro an Vereine

LzO übergibt 10 000 Euro an Vereine

Kreis prüft Ampel an Harpstedter Straße

Kreis prüft Ampel an Harpstedter Straße

Kommentare