Bundestagskandidat der Linken spricht von Skandal 

Paschke wirft Arbeitsagentur Trickserei bei Statistik vor

Manuel Paschke

Landkreis - Der Bundestagskandidat der Linken, Manuel Paschke aus Wildeshausen, greift die Arbeitsagentur an. Er wirft ihr in einer Pressemitteilung Tricksereien bei ihrer monatlichen Statistik vor. Bei der Behörde kann man die Kritik nicht nachvollziehen und verweist auf die „glasklare Ausweisung der Daten“ sowie gesetzliche Vorgaben.

Paschke sieht „akuten Handlungsbedarf“ angesichts der Erwerbslosigkeit im Oldenburger Land. Zu den offiziellen Zahlen von 2682 Arbeitslosen im August im Landkreis Oldenburg kämen noch weitere, nicht gezählte Erwerbslose hinzu. Beispielhaft nennt er Menschen, die über 58 Jahre alt sind und keine Arbeit haben, Ein-Euro-Jobber, Teilnehmer an Weiterbildungs- oder anderen Maßnahmen. 

Arbeitsagentur kann Kritik nicht nachvollziehen

„Diese werden in den offiziellen Zahlen nicht erwähnt. Ohne die Tricksereien sind aber tatsächlich nach Zahlen der Arbeitsagentur 4178 Menschen erwerbslos“, heißt es in der Mitteilung. „Nicht nur, dass die Erwerbslosenzahlen steigen. Die Regierung unternimmt alles, um ihr Scheitern in der Arbeitsmarktpolitik zu verschweigen. Es werden einfach Menschen aus den Statistiken herausgenommen, um die ungerechte Arbeitsmarktpolitik zu beschönigen. Das ist ein Skandal und gehört aufgeklärt“, fordert Paschke. Er verlangt, „das Schönreden zu beenden und endlich zu handeln“.

Claudia Zimmermann, Sprecherin der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven, kann Paschkes Kritik nicht nachvollziehen. „Wir weisen diese Daten jeden Monat glasklar aus“, sagt sie auf Nachfrage dieser Zeitung. Und in der Tat finden sich auf der Internetseite der Behörde Monatsstatistiken für den Landkreis, in denen sowohl Arbeitslose (2682) als auch sogenannte Unterbeschäftigte (1496) aufgelistet sind. Bei Letzteren handelt es sich unter anderem um Ein-Euro-Jobber (165), Personen, die gerade in einer Weiterbildungs-, Eingliederungs oder Fördermaßnahme sind (940), kurzfristig Erkrankte (64) und über 58-Jährige, die ein Jahr kein Jobangebot mehr bekommen haben (311).

Für Paschke sind einige dieser Gruppen erwerbslos und müssten dementsprechend als Arbeitslose geführt werden. Dem widerspricht Zimmermann, die auf „gesetzliche Vorgaben“ verweist. Der Gesetzgeber habe diese Einteilung geschaffen. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite der Agentur.

bor

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