Wenn die neue Halle steht, gibt es für die Öffentlichkeit 19 Abstellmöglichkeiten

Parkplätze am Bahnhof erhitzen die Gemüter

Das „Toilettenhäuschen“ muss noch saniert werden. So steht es im Vertrag mit der Stadt Wildeshausen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Wie viele Parkplätze soll Besitzer Frank Stöver am Wildeshauser Bahnhof für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen? Darüber lässt sich ausführlich streiten, wie sich zum wiederholten Mal im Bauausschuss der Stadt zeigte. Nun ist klar: Es wird 44 Parkplätze geben, 19 davon sind öffentlich zugänglich. Die neue Bahnhofshalle entsteht auf 1 350 Quadratmetern und kann in Zukunft mit dem Auto umfahren werden.

Im Sommer des vergangenen Jahres war die Halle mit einer Grundfläche von 950 Quadratmetern und einer überdachten Fläche von 1 350 Quadratmetern komplett abgebrannt. Stöver möchte eine neue Halle errichten. Das geht aber nicht auf der exakt gleichen Fläche,weil die alte Halle zu nahe an den Eisenbahngleisen stand. Deshalb muss nun der vorhabenbezogene Bebauungsplan geändert werden.

Ursprünglich hatte sich Stöver vor einigen Jahren verpflichtet, 70 Parkplätze in und vor der Halle zur Verfügung zu stellen. Seinen Angaben zufolge wollte aber niemand dort kostenpflichtig parken. Deshalb hat er die Halle nun aus dem Parkraumkonzept herausgenommen und bietet seinen zukünftigen Mietern 25 Plätze sowie der Öffentlichkeit 19 Plätze an.

Dieser Plan sorgte aber insbesondere bei Hermann Hitz und Heiner Spille (beide UWG) sowie Helmut Müller (FDP) für Verärgerung. „Das ist eine Salami-Taktik“, kritisierte Hitz mit Blick darauf, dass auch für das Bahnhofsgebäude schon neue Nutzungen genehmigt wurden. „Ich befürchte, dass später irgendwo in der Stadt neue Parkplätze auf Kosten der Steuerzahler geschaffen werden müssen.“ Spille störte sich an der Größe der Halle. „Das ist ein Blickfang vom Nordring aus. Wir haben dort eine Gestaltungsmöglichkeit, die wir nutzen sollten“, erklärte er, und Müller befürchtete: „Wir kriegen da hinten eine Blechbude hin. Das ist Murks.“

Karl Schulze Temming-Hanhoff (parteilos) betonte, dass der Investor das Bahnhofsgelände günstig bekommen habe. „Wir geben ohne Not stadtnahe Parkplätze ab“, kritisierte er. Mittlerweile seien alle Bauverpflichtungen für den Investor durch Befreiungen und Änderungen fallenlassen worden. Das könne man nicht akzeptieren.

Wie berichtet, möchte Stöver in der Halle das DRK mit seiner Kleiderkammer und dem Fuhrpark unterbringen. Schon für die Fahrzeuge müsse das Gebäude eine Tiefe von 15 Metern haben, sagte er. „Wenn ich hier Wohnbebauung angestrebt hätte, wäre die Hälfte des Rates durchgedreht“, machte er zudem deutlich,warum er weiter an den Hallen-Plänen festhält.

Der Investor erntete von den meisten Ausschussmitgliedern ohnehin großes Lob. „Ich rechne es Frank Stöver hoch an, dass er in den Bahnhof investiert hat“, erklärte Traute Sandkuhl (Grüne). „Wir hätten dort ein Ruine, wenn der Bahnhof noch der Stadt gehören würde“, so Christa Plate (CDU). Eine Ruine steht allerdings direkt neben dem Bahnhof. Das „Toilettenhäuschen“ muss auf jeden Fall saniert werden. So sieht es der Vertrag mit der Stadt vor.

Gegen die Stimmen von Müller und Hitz stimmte der Ausschuss nun dafür, die Halle zu vergrößern, das Gebäude auf dem Grundstück zu verschieben und 45 Parkplätze, davon 19 für die Öffentlichkeit, zu genehmigen.

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