Rat beschließt, dass ein Integrationskonzept erstellt werden soll

Papiertiger oder sinnvoller Schritt?

Die deutsche Sprache ist ein wesentlicher Faktor für die Integration. symbolFoto: imago

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Mit klarer Mehrheit hat der Wildeshauser Stadtrat am Donnerstagabend die Erstellung eines Integrationskonzepts und die Umsetzung verschiedener konkreter Maßnahmen beschlossen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Informations- und Begrüßungsveranstaltungen für Geflüchtete oder Konfliktschlichtungen, wenn es Ärger mit den Nachbarn gibt.

Kreszentia Flauger (Linke), die die Vorschläge gemeinsam mit der SPD in den Rat eingebracht hatte, betonte vor allem den Wert des Konzepts. „Wir brauchen es, um unsere Ziele festzulegen. Was wollen und können wir erreichen?“

Erst einmal erreichte die Linken-Ratsfrau mit ihren Äußerungen, dass sich Rainer Kolloge (UWG) zu Wort meldete. „Ich gebe den Buhmann“, kündigte er an und hielt Wort: „Ich halte die Maßnahmen für übertriebenen Aktionismus.“ Er bemängelte, dass es hauptsächlich um Flüchtlinge gehe. „Mir fehlt ein Signal der Wertschätzung für Werkvertragsarbeiter“, brachte er die rund 1 460 Bulgaren, die in Wildeshausen leben, ins Spiel. Vor allem deren Integration sei zurzeit problematisch. „Wenn wir Flüchtlinge jetzt hervorheben, ist das nicht besonders zielführend.“

Flauger verteidigte die Vorschläge und verwies dabei in erster Linie auf den Bedarf eines Integrationskonzepts. Die Vorschläge seien bei einem Workshop erarbeitet worden. Klaus Schultze (Grüne) sprang ihr zur Seite: „Und den hat die UWG geschwänzt.“ Kolloge verteidigte sich, er sei ja wohl nicht verpflichtet, an einem Workshop teilzunehmen, dessen Grundidee er nicht teile.

Man kann also sagen, dass es hoch herging. Wolfgang Sasses (CDU) Einlassung, dass „uns die Integration über den Kopf gewachsen ist“, führte zum eigentlichen Thema zurück. „Wir schaffen es einfach nicht, die Leute zu integrieren“, sagte er und fügte gleich ein Beispiel aus seiner Sicht als Vorsitzender des VfL Wittekind Wildeshausen an: Eine Gruppe Bulgaren wolle lieber als geschlossene Mannschaft spielen, anstatt sich einzugliedern. Dass jemand von außen kommt und ein Konzept für die Integration erstellt, sei gut. „Wir müssen selbstverständlich etwas tun.“

Stephan Rollié (CDW) betonte, man müsse „einen Mittelweg finden und nicht zu Sozialromantik oder Fremdenhass tendieren“. Der Antrag sei nur mittelmäßig, aber eben besser als gar nichts. Bei vier Gegenstimmen, unter anderem von Kolloge, erhielt der Linken/SPD-Antrag schließlich 24 Stimmen und wurde mit breiter Mehrheit beschlossen. Bleibt abzuwarten, bis wann das Integrationskonzept steht, wie viel Geld es kostet und was die beschlossenen Maßnahmen bewirken.

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