Papierlose Alternative

Modellprojekt: Polizei soll Verkehrsverstöße rein digital erfassen

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Landrat Carsten Harings, Innenminster Boris Pistorius und Polizeipräsident Johann Kühme besiegelten den Vertrag.

Wildeshausen - Wenn es gut läuft, wird ein am 1. Juli beginnendes „Oldenburger Modell“ zur Erfassung von Verkehrsverstößen in einem Jahr landesweit eingeführt. Am Freitag stellten Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius, Polizeipräsident Johann Kühme und Landrat Carsten Harings im Wildeshauser Kreishaus die papierlose Alternative zum herkömmlichen Verwarnungsgeldverfahren vor und unterzeichneten einen Kooperationsvertrag.

Wenn Streifenbeamte der Polizei in der Vergangenheit Verkehrsordnungswidrigkeiten ahndeten, mussten sie in der Regel zum Papierabreißblock mit Durchschlag greifen. 

Egal, ob Fahren ohne Gurt, Geschwindigkeitsüberschreitung, Rechts-Überholen, defektes Licht am Fahrrad oder Handybenutzung beim Autofahren – wenn der Verwarnte nicht vor Ort zahlen konnte, griffen die Beamten zu Stift und Papier, um den Vorgang festzuhalten. Dieses Dokument ging dann an den Landkreis Oldenburg zur Weiterbearbeitung.

„Man mag kaum glauben, dass es so läuft“, so der Innenminister, der vor geraumer Zeit die „Strategie 2020“ ausgerufen hat, die unter anderem beinhaltet, dass die Streifenwagen Tablets bekommen und so auf dem Stand der aktuellen Technik sind.

Eine App soll den Draht zur Verkehrsbehörde gewährleisten

Fast zur gleichen Zeit machten sich nach Angaben von Pistorius vor Monaten Experten in der Polizeiinspektion Oldenburg sowie in der Kreisverwaltung Gedanken, dass Verkehrsverstöße sinnvollerweise auch digital erfasst werden sollten. Die Beteiligten sprachen sich gezielt ab, und so gab die Kreisverwaltung jetzt vier Smartphones an die Polizei weiter. 

Mit einer speziellen App können die Beamten nun jederzeit Verstöße erfassen und zeitnah an die Straßenverkehrsbehörde übermitteln. Als ein „bedeutendes Ereignis“ bezeichnete Harings die Vertragsunterzeichnung. „Das spart Zeit und Fehleinträge. Zumal per App auch Fotos übertragen werden können“, freute er sich.

Pistorius und Kühme rechnen mit einer spürbaren Entlastung der Polizeibeamten. Zudem gebe es mit dem neuen Verfahren erweiterte Möglichkeiten der statistischen Auswertung, so der Minister.

„Alle können schon jetzt mit der App arbeiten“, betonte Wildeshausens Dienststellenleiterin Gerke Stüven. Wenn die Beamten nicht im Internet seien, dann würden die Daten eben später übertragen. - dr

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