Gildevogel auf dem Schreibtisch des Bürgerschaftspräsidenten

Papagoy im Parlamentsgebäude

Ehrenplatz für den Papagoy: Frank Imhoff nahm den Gildevogel mit auf seinem Platz im Haus der Bürgerschaft in Bremen.
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Ehrenplatz für den Papagoy: Frank Imhoff nahm den Gildevogel mit auf seinem Platz im Haus der Bürgerschaft in Bremen.

Wildeshausen – Das dürfte einige Wildeshauser – und insbesondere Gildemitglieder – überraschen: Im Haus der Bürgerschaft in Bremen, dem Zentrum der Demokratie in der Hansestadt, hat seit Kurzem ein bronzener Papagoy seinen Ehrenplatz.

Das Wahrzeichen der Wildeshauser Schützengilde thronte bereits kurz auf dem Pult des Bürgerschaftspräsidenten Frank Imhoff (CDU) im Parlament und hat jetzt einen Ehrenplatz auf dem Schreibtisch des Politikers sowie Landwirts in seinem Dienstzimmer.

„Eine prominentere Stelle für die Schützengilde und Wildeshausen gibt doch es eigentlich gar nicht. Botschafter, Repräsentanten – fast alle Gäste kommen am Papagoy vorbei“, erzählt Imhoff begeistert über seinen Vogel. Der tschechische Botschafter sei beispielsweise vor Kurzem da gewesen und habe prompt gefragt, was das für ein Wahrzeichen sei.

Der Vogel ist ein Unikat und dem Ansteck-Papagoy mit Federn der Wildeshauser Schützengilde nachempfunden. Hermann Petermann aus Wildeshausen hat ihn zusammen mit Ulrich Kramer aus der Kreisstadt als Entwurf am Computer bearbeitet und eine dreidimensionale Version daraus gefertigt. Der im 3-D-Drucker produzierte Vogel diente schließlich als Vorlage für den Bronzeguss.

„Es sollte einfach ein großer Spaß sein“, erzählt Kramer. Der 51-Jährige ist nicht nur im Anwärterförderkreis zur Königskompanie aktiv und Erfinder spezieller Filzringe, die den eisernen Papagoy beim Kinderkönigsschießen länger auf der Stange halten, er ist auch bei einem Spezialisten für Futterförderanlagen tätig. So hat er seit einigen Jahren Kontakt zur Landwirtsfamilie Imhoff in Bremen-Strom.

Frank Imhoff kennt die Schützengilde bereits seit Jahren und ist dort Mitglied. Er hat schon mehrmals am Königsschießen im Krandel teilgenommen. „Da schnackt man natürlich über die Gilde, wenn man sich sieht“, erzählt Kramer. „Frank fand es sehr schade, dass das Fest nun schon zum zweiten Mal ausfallen muss.“

Bereits im vergangenen Jahr war geplant, dass Imhoff anlässlich des Stadtjubiläums als Ehrengast am Schaffermahl teilnimmt. Das traditionelle Festessen musste bekanntlich wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

„Bremen und Wildeshausen haben seit vielen Jahrhunderten enge Verbindungen“, betont Kramer mit Blick auf die Stadtrechte, die der Wittekindstadt vor 751 Jahren von Bremen verliehen worden waren. „Deshalb habe ich mir gedacht, dass ich Frank Imhoff einen Papagoy schenken sollte.“

Ulrich Kramer ist Gildebruder von Frank Imhoff und hat beruflich mit dem Landwirt zu tun.

Dass es dazu kam, hat ebenfalls etwas mit Corona zu tun. „Man konnte ja in den vergangenen Monaten nicht so viel machen“, erzählt Kramer. Da habe er mit seinem Freund Frank Sebbin, der Hufbeschlagsschmied sei, das Schmieden geübt. Es sei ein spannendes Handwerk, zunächst die Formen herzustellen, und dann das heiße Metall in den Formsand zu gießen. „Man weiß nie genau, was dabei herauskommt“, erzählt der Wildeshauser.

Nach mehreren Probegüssen, hatte Kramer den etwa 16 Zentimeter langen Gildevogel hergestellt, der „ein Mutmacher-Papagoy in dieser schwierigen Zeit“ sein soll. Denn der Vogel sei ein Zeichen dafür, dass das Leben bald wieder in gewohnte Bahnen kommt – und Wildeshausen im Jahr 2022 ein Gildefest feiert.

Darauf hofft auch der Bürgerschaftspräsident: „Wenn ich den Papagoy auf meinem Schreibtisch sehe, kommt immer Vorfreude auf. Auf das nächste Gildefest, darauf, alte Bekannte wieder zu treffen und Tradition zu leben. Die Schützengilde hat in ihrer Geschichte schon Kriege und schwere Krisen überstanden, sie wird auch diese Pandemie überstehen. Und dann werden wir uns alle wieder zu Pfingsten treffen. Mal sehen – vielleicht schieße ich dann auch wieder auf den Papagoy.“

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