Pago Balke begeistert Wildeshauser Publikum mit Liedern von Georg Kreisler/Neuntes Gastspiel in der Kreisstadt

Ein brillanter Abend voller Tiefsinn und Humor in den „Heiligen Hallen“

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Page Balke (rechts) hatte wieder viele Gesichter.

Wildeshausen - „Wenn die Blätter fallen, weiß ich, ich muss mich nach Wildeshausen begeben. Diese heiligen Hallen sind eine Konstante in meinem Leben“, begrüßte der Bremer Schauspieler, Kabarettist und Regisseur Pago Balke die knapp 100 Zuschauer am Freitagabend im historischen Rathaussaal der Wittekindstadt. Der gebürtige Thüringer war erneut der Einladung der Volkshochschule gefolgt und trat damit bereits zum neunten Mal in Wildeshausen auf. Am Freitag mit dem musikalischen Programm „Wer braucht Humor?“, bestehend aus Stücken des österreichischen Satirikers Georg Kreisler.

„Wer mit den Wölfen heult, braucht Humor“, sprach Balke und begab sich gleich zu Beginn des Programms von der Bühne ins schummrige Dunkel des Zuschauerraumes. Dabei rezitierte er weitere Antworten auf die Frage: „Wer braucht Humor?“ und überreichte einigen erstaunten Besuchern Pralinen, die mit Kreisler-Zitaten gespickt waren. Schnell wurde klar: Humor braucht jeder.

Der Bremer „Stadtkomödiant“ Balke und seine zwei virtuosen Mitstreiter, der Saxophonist Peter Dahm und der Pianist Thomas Kriszant, fesselten das Wildeshauser Publikum mit einem abwechslungsreichen Querschnitt der Lieder Kreislers. Bissig-hintersinnige Stücke wie „Als der Zirkus in Flammen stand“ wechselten sich mit Heiterem und Melancholischem ab. Balke erwies sich als brillanter Rezitator und stimmgewaltiger Sänger.

Das Trio interpretierte Kreisler eigenwillig. Die Zuhörer merkten ihnen ihre Professionalität an. Auch die Freude am Dialog mit dem Publikum war deutlich spürbar. Und das dankte, indem es mitging. Die Zuschauer sangen mit bei „Tauben vergiften im Park“, schmunzelten und kicherten, als Balke das Lied von der fiktiven Traumfrau „Barbara“ vortrug und wurden still und nachdenklich bei der Interpretation von „Ich war damals noch ein Kind“ – einem Stück, das die Gedanken eines Juden im Hitlerdeutschland beschreibt.

Zwei Zugaben musste das Trio geben, bevor es das begeisterte Publikum mit einem rhythmischem Klatschkonzert nach fast zwei Stunden von der Bühne entließ.

An diesem Abend hat Balke nicht nur seine langjährigen Anhänger begeistert, sondern auch neue Fans gewonnen. Denen sei gesagt: Pago Balke heißt gar nicht Pago. „Das ist ein Spitzname, den mir mein Großvater gegeben hat, als ich sechs war. Eigentlich heiße ich Wolfgang“, erklärt er schmunzelnd nach dem Konzert.

Der Schauspieler wird auch im nächsten Jahr wieder in Wildeshausen zu Gast sein. Dann tritt er mit Gerhard Stengert (Marimbaphon) auf und trägt ein Liebesliedprogramm aus eigener Feder vor.

mm

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