„kplan“ steigt aus Feuerwehrhausbau aus 

Pagenmarsch: Projektsteuerer bittet um Vertragsauflösung

„Toi, toi, toi – es möge gelingen“, möchte man der Stadt beim Bau des Feuerwehrhauses ohne Controller wünschen. - Foto: dr

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Noch ist es geheime Kommandosache, die Auswirkungen auf den Bau des Feuerwehrhauses dürften aber erheblich sein: Der Projektsteuerer „kplan AG“ aus Siegen, der seit knapp einem Jahr die Kostenplanung und die Steuerung der Arbeiten in der Pagenmarsch übernommen hat, möchte seinen Vertrag nicht mehr erfüllen.

Über die Gründe will offiziell niemand sprechen, als wesentlicher Grund werden aber hinter vorgehaltener Hand Abstimmungsprobleme mit der Stadtverwaltung und dem Architekten sowie Fehler des Planers genannt.

Am Donnerstagabend informierte Bürgermeister Jens Kuraschinski den Verwaltungsausschuss nicht öffentlich über die Thematik. Sowohl die Stadt als auch der Projektsteuerer haben Stillschweigen vereinbart. Auch auf Nachfrage unserer Zeitung wollte niemand Gründe nennen. Es wurde lediglich bestätigt, dass der Controller seinen Vertrag auflösen möchte.

Das ist ein misslicher Sachverhalt für Stadt und Politik. Der Steuerer wurde nämlich engagiert, nachdem die Kosten für die Pagenmarschsanierung gewaltig aus dem Ruder gelaufen waren und sich von 900.000 Euro auf 3,85 Millionen Euro erhöht hatten. Eine weitere Steigerung der Kosten beim Feuerwehrhausbau wollte man unbedingt vermeiden.

Doch schon in einem der ersten Gespräche zwischen Vertretern des Wildeshauser Architekten- und Planungsbüros Künzel, Pohl und Partner, dem Projektsteuerer sowie der Verwaltung gab es ganz offensichtlich unterschiedliche Einschätzungen der Lage und die Hiobsbotschaft für die Politik, dass die im Haushalt eingeplante Summe von 2,43 Millionen Euro nicht mehr aktuell ist. 

Nachdem der Rat bereits am 5. März 2015 höhere Kosten für die Planung und den Bau gebilligt hatte, erhöhte der Controller auch noch die Kostenberechnung für die Außenanlagen. Das Architektenbüro hatte 432.000 Euro veranschlagt. Der Projektsteuerer erhöhte die Summe dann um 157.785 Euro. 

Die Gesamtkosten für den Bau wurden schließlich mit 3,1 Millionen Euro beziffert. Dazu wurden aber damals schon „nachrichtlich“ weitere Kosten genannt. Für die Erschließung der Krandelstraße führte der Controller 200.000 Euro auf, Beschaffung und Ausstattung für das Feuerwehrhaus wurden mit 135.300 Euro beziffert. Dazu kamen die Kosten für den Projektsteuerer mit 100.200 Euro.

Über die letztgenannte Summe und wie viel davon nun an „kplan“ zu zahlen ist, mussten sich die Mitglieder des Verwaltungsausschusses verständigen. Dem Vernehmen nach wird der Fachbereich Bau das weitere Controlling übernehmen. Denn noch immer ist nicht klar, wie teuer die Außenanlagen tatsächlich werden. Es sind zudem noch keine Pläne für die Verkehrsführung öffentlich vorgelegt worden.

Immerhin konnte der Verwaltungsausschuss gestern die ersten Gewerke für den Bau des Feuerwehrhauses vergeben. Es lagen Angebote für die Rohbauarbeiten, den Estrich und die Putzarbeiten vor. Die Offerten entsprachen weitgehend der Kalkulation. Somit ist dabei wohl erst einmal nicht von einer Kostensteigerung auszugehen. Immerhin das läuft im Plan.

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