Wolfgang Sasse beendet Amtszeit beim VfL Wittkind Wildeshausen / Kritik an Flutlicht

Ottmar Jöckel übernimmt den Vorsitz

Nach der Wahl: Ottmar Jöckel, Wolfgang Sasse, Matthias Ruhle und Hubert Schlüter (v.l.).
+
Nach der Wahl: Ottmar Jöckel, Wolfgang Sasse, Matthias Ruhle und Hubert Schlüter (v.l.).

Wildeshausen – Um Punkt 20 Uhr und 12 Minuten war es so weit: Wolfgang Sasse gab die Versammlungsleitung für die Neuwahlen des Vorstands an Bürgermeister Jens Kuraschinski ab. Damit ging die zwölfjährige Amtszeit Sasses als VfL-Vorsitzender ziemlich unspektakulär zu Ende. Den Entschluss, nicht mehr zu kandidieren, hatte Sasse einige Tage zuvor bereits der Presse mitgeteilt.

Kuraschinski hob in seinem Grußwort zum Beginn der Versammlung die Leistungen und Erfolge Sasses sowohl für den Sportverein als auch für die Stadt im Bereich der Krandelverwaltung hervor. 1974 trat Sasse in den VfL ein und leitete von 1978 bis 1992 die Handballabteilung mit damals 21 gemeldeten Teams. 2007 übernahm er die kaufmännische und technische Verwaltung des Krandelstadions. Mit Übernahme des Vorsitzes 2008 modernisierte er die Vereinsstruktur. Auf der Jahreshauptversammlung im April 2012 konnte er den Verein schuldenfrei melden. Er organisierte maßgeblich die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum und bewies ein weiteres Mal sein Organisationsgeschick beim Benefizspiel gegen RB Leipzig sowie beim Aufstiegsspiel gegen den SV Atlas Delmenhorst mit jeweils 4 000 Zuschauern vor fünf Jahren.

„Du hast Krisen gemanagt, wie beispielsweise den Engerling-Befall auf den Hauptplätzen. Dein größtes Projekt ist jedoch die Beachsport-Anlage. Allein in diesem Jahr wurden dort bisher 8 000 Besucher gezählt“, so der Bürgermeister. „Welcher Verein kann schon von sich behaupten, einen Nationaltrainer zum Vorsitzenden zu haben?“, erinnerte Kuraschinski an Sasses Zeit als Nationaltrainer der englischen Frauenhandball-Nationalmannschaft. „Für deine Verdienste um den Sport und in der Politik wurdest du 2016 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet“, schloss der Verwaltungschef seine Laudatio.

„Ich hatte immer gute Mitstreiter. Wir sind alle nur temporär eingesetzt, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Ohne die Vorstandskollegen Hubert Schlüter, Ottmar Jöckel, Eckhard Stolz und Lothar Schulz, die mich die ganzen Jahre begleitet haben, hätte ich die Arbeit gar nicht machen können“, entgegnete Sasse. Für die Zukunft forderte er, den Verein zu verjüngen. Mit Matthias Ruhle machte die Versammlung einen Anfang. Ruhle ist als Nachfolger von Ottmar Jöckel erst seit einigen Wochen Fußballabteilungsleiter. Nun folgt er Jöckel auch auf dessen bisherigen Vorstandsposten. Am Freitag wählten ihn die Mitglieder zum „stellvertretenden Vorsitzenden/Finanzen“. Hubert Schlüter wurde als Geschäftsführer für weitere zwei Jahre bestätigt. Schlüter übt das Amt bereits seit 1994 aus.

„Damit haben wir den Vorstand um 37 Jahre verjüngt“, scherzte der 74-jährige Sasse, nachdem der ebenfalls 74-jährige Ottmar Jöckel zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde.

Obwohl die Mitgliederzahl leicht auf 1 803 Mitglieder (minus 20) gesunken ist, konnte Geschäftsführer Hubert Schlüter für das Jahr eine positive Bilanz ziehen. Zugleich gab er einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. „Da wir nicht so sehr auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind und die Übungsleiter während des Shutdowns auf ihre Vergütungen verzichtet haben, werden wir gut abschließen können“, prophezeite Schlüter. Ausschlaggebend dürfte dabei auch die Aufstockung der Zuschüsse für die Krandelverwaltung sein. Die Ausgaben hatten den Verein bisher finanziell arg belastet.

Die Jahreshauptversammlung stand im Zeichen der Corona-Maßnahmen. Die 32 anwesenden Mitglieder saßen auf Abstand in der Widukindhalle. Ohne die üblichen Showeinlagen galoppierte Sasse im Schnelldurchgang durch die Tagesordnung. Jöckel hielt nach seiner Wahl bis zum Punkt „Verschiedenes“ das Tempo. Die auf den Abteilungsversammlungen gewählten Leiter wurden en bloc gewählt. Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ kam Jöckel mit einem Seitenblick auf den Bürgermeister auf das Thema Flutlichtanlage zu sprechen. „Nach der Stilllegung der Anlage müssen unsere Teams im Herbst auf Plätze in den Nachbargemeinden ausweichen. Die Funzel, die dort aufgestellt wurde, reicht bei Weitem nicht“, beklagte Jöckel.  hri

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

Mit kleinen Kutschen durch Corona-Sommer

So geht Brot auf Europäisch

So geht Brot auf Europäisch

Unter Strom könnte der Volvo XC40 richtig durchstarten

Unter Strom könnte der Volvo XC40 richtig durchstarten

Dämpfer für PSG und Chelsea zum Start der Champions League

Dämpfer für PSG und Chelsea zum Start der Champions League

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Oldenburg: 7-Tage-Inzidenzwert springt auf 84,8

Corona im Landkreis Oldenburg: 7-Tage-Inzidenzwert springt auf 84,8

Corona im Landkreis Oldenburg: 7-Tage-Inzidenzwert springt auf 84,8
Coronavirus: Landkreis Oldenburg wird zum Risikogebiet - kritische Obergrenze gerissen

Coronavirus: Landkreis Oldenburg wird zum Risikogebiet - kritische Obergrenze gerissen

Coronavirus: Landkreis Oldenburg wird zum Risikogebiet - kritische Obergrenze gerissen
Coronavirus-Alarm: Landkreis Oldenburg sieht bei RKI-Wert rot

Coronavirus-Alarm: Landkreis Oldenburg sieht bei RKI-Wert rot

Coronavirus-Alarm: Landkreis Oldenburg sieht bei RKI-Wert rot

Kommentare