Weil die Demontage nicht möglich ist, stockt der Umbau in der Alexanderkirche

Orgelabbau: Warten auf die Polen

Blick in die Orgelwerkstatt: Hier wurde die Balganlage für das Instrument hergestellt. Foto: kirche
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Blick in die Orgelwerkstatt: Hier wurde die Balganlage für das Instrument hergestellt.

Wildeshausen – Es hätte ein weiterer Fortschritt bei den jahrelangen Planungen und konkreten Vorbereitungen für den Umbau der Empore der Alexanderkirche, der Freilegung der Rosette sowie dem Einbau der neuen Orgel sein können. Um die Osterzeit sollte eine polnische Firma die alte Kleuker-Orgel im Wildeshauser Gotteshaus demontieren und gen Osten transportieren. Doch nichts dergleichen ist bislang geschehen, weil der Ausbruch der Corona-Pandemie den internationalen Reiseverkehr teilweise zum Erliegen gebracht hat. „Wir müssen uns in Geduld üben“, sagt Pastor Markus Löwe. Die Mitarbeiter der polnischen Firma müssten nach der derzeitigen Rechtslage für zwei Wochen in Quarantäne, wenn sie deutschen Boden betreten wollen. Wenn sie dann in ihre Heimat zurückkehren würden, wäre eine erneute zweiwöchige Quarantäne die Folge. Das, so die Firma, sei nicht zumutbar.

„Wir sind aber im Dauerkontakt mit den Polen“, bekräftigt Löwe. „Es ist absehbar, dass die Grenze in Richtung Osten wieder geöffnet wird.“ Wann genau, weiß derzeit aber niemand. Sollte ein Einreisen der Polen wieder möglich sein, könnte die Demontage recht schnell erfolgen. Fünf Tage hat die Firma dafür veranschlagt. Das Instrument soll im Nachbarland gründlich renoviert und dann in einem Kirchenneubau nahe Danzig aufgebaut werden.

Doch nach der Demontage kann Orgelbauer Gerald Woehl noch nicht sofort mit der Installation des neuen Instruments im Wildeshauser Gotteshaus beginnen. Zunächst starten dann die Arbeiten an der Empore. Unter anderem wird die Brüstung entfernt. Zudem muss ein Teil des Betonbodens weggenommen werden. „Alles unter der Aufsicht des kirchlichen sowie des staatlichen Denkmalschutzes“, erklärte Löwe schon vor Monaten.

Abgeschlossen sind immerhin die Luft- und Feuchtigkeitsmessungen. Die Ergebnisse werden genutzt, später ein optimales Klima für die Orgel zu gewährleisten.

Während in der Kirche noch nichts demontiert wurde, hat der Orgelbauer in Marburg in den vergangenen Monaten die Einzelteile für das neue Instrument gefertigt. Die Vorbereitungen für den Aufbau sind bereits abgeschlossen. „Wir hoffen und beten und sind zuversichtlich, damit wir bald den Blick auf die Rosette vom Innenraum der Kirche aus genießen dürfen“, heißt es im Alexanderboten. Dann dürfte auch seit vielen Jahren wieder die Abendsonne durch die Rosette in das Gotteshaus scheinen und für ein ganz besonderes Farbenspiel sorgen, an das sich nur ältere Gemeindemitglieder erinnern dürften.

Unterdessen können Interessierte weiterhin Mitglied im Orgelförderverein werden und sich dafür im Kirchenbüro melden. Nach Angaben von Kantor Ralf Grössler gibt es auch noch acht Orgelpfeifenpatenschaften (zwei für je 1 000 Euro, zwei für je 500 Euro und vier für je 200 Euro), die dafür sorgen sollen, das genügend Geld zur Verfügung steht. Ursprünglich waren 700 Pfeifen im Angebot.

Die neue Orgel kostet knapp 830 000 Euro. Es werden aber rund 900 000 Euro benötigt, um auch den Umbau der Empore sowie kleinere Maßnahmen in der Kirche zu finanzieren. Offen ist derzeit nach Angaben von Pastor Löwe noch ein Antrag bei der Kirchenbaustiftung, Der soll helfen, weiteres Geld in die Kasse zu bekommen.  dr

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