Globaler Klimastreik: Demos in Wildeshausen, Harpstedt und Großenkneten

„Opa, was ist ein Schneemann?“

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Mit gesammeltem Müll zeigten die Schüler vor dem Gymnasium, dass auch in Wildeshausen noch viel für den Klimaschutz zu tun ist.

Wildeshausen/Harpstedt/Großenkneten – Am globalen Klimastreik haben am Freitag viele Demonstranten in Wildeshausen, Harpstedt und Großenkneten teilgenommen. In der Kreisstadt versammelten sich rund 2 000 Schüler beim Gymnasium, während die Proteste in Großenkneten und Harpstedt kleiner ausfielen. Dafür beteiligten sich dort auch viele Erwachsene. Auf den folgenden Lokalseiten berichten wir über einzelne Aspekte der Proteste vor Ort.

„We are the World – we are the Children“ schallte es am Freitagmittag aus zahlreichen Kehlen auf dem Schulhof des Gymnasiums Wildeshausen. Zum Abschluss der gelungenen Schülerdemonstration lud die 17-jährige Kaja Fast aus dem elften Jahrgang des Gymnasiums alle zum Mitsingen ein. Denn, so der Tenor, „Klimaschutz ist eine Aufgabe für uns alle. Es ist unsere Zukunft, und wir schaffen das.“ Etwa 2 000 Jugendliche von der Hauptschule, der Realschule, der Hunteschule und vom Gymnasium hatten sich mit Plakaten, bemalten T-Shirts und mobilen Skulpturen auf dem Schulhof versammelt. „Make Love – not CO2“ oder „Opa, was ist ein Schneemann?“ stand auf den provokativ in die Luft gehaltenen Plakaten. Mit Sprüchen wie „Macht ihr eure Hausaufgaben – dann machen wir unsere“ oder „Wir verpassen Erdkunde – ihr die Chance“ bezogen die Schüler Stellung dazu, ob eine Demonstration während der Schulzeit sinnvoll sei.

Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski lobte das Engagement. „Es ist gut, dass Schulen und Schüler das Thema warm halten.“ In Sachen Klimaschutz sei jahrelang nichts geschehen.

Klimademo am Gymnasium Wildeshausen

Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los war um die Mittagszeit beim Gymnasium Wildeshausen. © 
Ordentlich was los um die Mittagszeit am Gymnasium Wildeshausen. © bor/jm
Ordentlich was los um die Mittagszeit am Gymnasium Wildeshausen. © bor/jm

Tote Hose auf dem Marktplatz

Während es beim Gymnasium hoch her ging, herrschte auf dem Marktplatz der Kreisstadt tote Hose. Eigentlich hatten alle Schüler dorthin ziehen wollen, dafür wollten die Rektoren jedoch keine Verantwortung übernehmen. Ein paar Schüler verkauften mit Genehmigung ihrer Lehrer aber Kuchen und Obst zugunsten einer Umweltorganisation und nahmen bis zum Mittag immerhin 200 Euro ein. Allerdings waren ein paar Demonstranten vertreten, die schon seit Wochen freitags für die Anliegen der Fridays-for-Future-Bewegung werben. „Es ist schade, dass wir so auseinanderdividiert wurden“, sagte Angelika Salzburg-Reige aus Ahlhorn mit Blick auf die Jugendlichen.

Auf dem Wildeshauser Marktplatz verkauften Schüler Kuchen. Der Erlös dient dem Umweltschutz. 

Harpstedt: Von der Macht der Menge

In Harpstedt bekam Eiscafé-Betreiber Metin Kalabalik reichlich Kundschaft, hatte er doch versprochen, den Teilnehmern an der von Hannelore Niemann und Gaby Otto initiierten Klima-Kundgebung im Flecken je eine Kugel Eis zu spendieren. Knapp 150 kamen am Freitagnachmittag auf den Marktplatz, sangen Klimalieder, sogar im Kanon, und skandierten mit Schildern „No more Pillepalle“ oder auch „Bald sind die Meere so sauer wie wir“. Je ein Vertreter der Großeltern-, der Eltern- und der jungen Generation hielt eine kurze Rede. Der Beitrag von Mariella Schoo (14) aus Stiftenhöfte erntete besonders viel Beifall. 

„Wir leben auf Kosten der Armen und Ärmsten, die schon jetzt durch die Auswirkungen des Klimawandels um ihr Überleben kämpfen. Wir alle müssen endlich lernen, mit der Natur zu leben und sie nicht als unseren Gegner anzusehen“, sagte sie. Die Gier der Mächtigen, die „unsere Lebensgrundlage zerstören“, mache sie wütend. Das Argument, Deutschland sei klein und habe kaum Einfluss auf das Klima, nannte die 14-Jährige eine sehr schlechte Ausrede. „Gerade wir in den reichen Ländern müssen etwas tun, und zwar jetzt. Es geht um unsere Zukunft. Erst recht um die Zukunft meiner Generation.“ Was die Menschen tun könnten? „Weniger Fleisch essen, Lebensmittel aus regionalem Anbau kaufen und nicht wegschmeißen, Plastik vermeiden, weniger Auto fahren“, zählte Mariella Schoo auf. SUVs bräuchten nur Angeber.

Kinder demonstrierten in Harpstedt an der Seite der „Großen“. Wünsche und Forderungen an die Politik konnten die Teilnehmer mit Straßenkreide auf den Marktplatz malen oder schreiben.

„Wir sind viele“, spielte Irmtraud Keppler im Namen der Großeltern-Generation auf Macht und Einfluss der Bürger als Verbraucher und Wähler an. „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können wir das Gesicht der Welt verändern“, zitierte die Seniorin ein afrikanisches Sprichwort. Für die Eltern-Generation sprach Pastorin Hanna Rucks.

Demo gegen Ställe in Großenkneten

75 Demonstranten haben in Großenkneten ab 10 Uhr den Aktionstag genutzt, um vor dem Rathaus zu protestieren. Ihre Kundgebung richtete sich insbesondere gegen das Bestreben der Verwaltung und der breiten Mehrheit im Gemeinderat, auch neue Tierhaltungsanlagen gesteuert zu ermöglichen (wir berichteten). „Es reicht! Keine weiteren Ställe!“, skandierten sie. Initiator Meendert Buurman (63) aus Huntlosen zeigte sich zufrieden mit der Anzahl der Unterstützer. 

Kreativer Protest mit einem Tagesschau-Bildschirm vor dem Großenkneter Rathaus.

Die Kernbotschaft laute: „Das Maß ist erreicht.“ Nun müssten im Sinne von Klima und Umwelt entsprechende Konsequenzen gezogen werden. Die politische Mehrheit im Rat versuche lediglich, die Ausbreitung neuer Stallungen einzudämmen, nicht aber zu stoppen. Unterstützung erhielten die Aktivisten im Vorfeld von der „Kommunalen Alternative“ die auch im Gemeinderat vertreten ist, den Grünen im Landkreis sowie dem lokalen Bündnis „Mut“ (Mensch, Umwelt, Tier).  bor/jm/fra/boh

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