Kritische Infrastruktur

Wie sich Polizei, Feuerwehr und Co. in Wildeshausen auf Omikron vorbereiten

Gut vorbereitet: 85 von 95 Wildeshauser Feuerwehrleuten sind geboostert. Damit soll die Einsatzfähigkeit der Kräfte, die vom Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch ausrücken, gesichert werden.
+
Gut vorbereitet: 85 von 95 Wildeshauser Feuerwehrleuten sind geboostert. Damit soll die Einsatzfähigkeit der Kräfte, die vom Feuerwehrhaus in der Pagenmarsch ausrücken, gesichert werden.

Experten warnen vor einer Omikron-Welle. Wir haben bei Feuwehr, Polizei und Co. nachgefragt, wie sie mit dieser Prognose umgehen.

Wildeshausen – Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hat vor Kurzem gewarnt: „Sollte sich die Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland so fortsetzen, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung zeitgleich erkrankt und/oder in Quarantäne.“ Schnell steigende Inzidenzen könnten dann zu einem Problem für die kritische Infrastruktur im Land werden, so die Fachleute. Unsere Zeitung hat bei Feuerwehr, Polizei, Kreisverwaltung, Krankenhaus und Wasserwerk nachgefragt, ob nun besondere Maßnahmen ergriffen werden. Dabei zeigt sich, dass sich viele Institutionen gut gerüstet sehen.

Klinik „bestmöglich vorbereitet“

Im Krankenhaus Johanneum in Wildeshausen sei man auf „Notfälle weiterhin bestmöglich vorbereitet“, versichert eine Sprecherin. Über Weihnachten und zum Jahreswechsel sei die Auslastung der Klinik sowieso geringer, da weniger elektive Patienten, also Menschen, deren Eingriffe keinem zeitlichen Zwang unterliegen, in Behandlung seien. „Zudem haben die bestehenden Pläne weiterhin ihre Gültigkeit und greifen, sobald sich weitere Ereignisse ergeben.“

Hoher Booster-Anteil bei der Feuerwehr

Bei der Wildeshauser Feuerwehr wird auf die bereits bestehenden Hygiene-Vorschriften verwiesen. Ortsbrandmeister Lutz Ertelt betont zudem, dass 85 von 95 aktiven Feuerwehrleuten bereits geboostert würden. Es müsse sich niemand Sorgen machen, dass die Brandschützer im Notfall nicht kommen. Allerdings denkt er darüber nach, die fürs Frühjahr angesetzte Jahreshauptversammlung anders zu organisieren, zum Beispiel, indem die einzelnen Gruppen bei wichtigen Wahlen verschiedene Zeitfenster bekommen.

Ansonsten werden wie gehabt seit Ausbruch der Pandemie viele „normale“ Kontakte unterbunden. Wenn es zu Einsätzen kommt, „alarmieren wir so viele Kameraden wie nötig, aber gleichzeitig so wenig wie möglich“, sagt Ertelt. Es habe bei der Feuerwehr bisher eine Handvoll Coronafälle gegeben. Die Ansteckungen seien aber nicht im Dienst erfolgt. „Wenn jemand auf einem Fahrzeug sitzt und ein paar Tage später positiv getestet wird, sperren wir alle, die mitgefahren sind“, informiert der Ortsbrandmeister. Da brauche es auch keine Quarantäne-Anweisung des Gesundheitsamtes. „Für uns ist es maßgeblich, dass wir die Einsatzfähigkeit sicherstellen.“

Polizei: Bürger können auf uns vertrauen

Die Polizeidirektion Oldenburg prüft zurzeit in Anlehnung an die Empfehlung des Expertenrates der Bundesregierung zu Covid-19 ihre mit Beginn der Coronapandemie bereits erstellten Pläne und bereitet sich mit einem aktualisierten Notfallplan auf mögliche Szenarien in Zusammenhang mit der Omikron-Variante vor, heißt es auf Nachfrage. Die endgültige Entscheidung über die zu treffenden Maßnahmen werde – nach erfolgter Erörterung mit den Inspektionsleitungen – heute getroffen. „Fest steht jedoch auf jeden Fall: Wir sind über die Notrufnummer 110 immer erreichbar. Die Übernahme von Einsätzen ist zu jeder Zeit gewährleistet, darauf können die Bürger vertrauen“, so Johann Kühme, Polizeipräsident der Polizeidirektion Oldenburg.

Sollte es zu größeren Krankheitsausfällen kommen, sei eine dienststellenübergreifende Unterstützung stets gewährleistet, heißt es in der Mitteilung. Die rund um die Uhr besetzten Standorte würden unabhängig vom Pandemiegeschehen immer in Betrieb bleiben. „Die Polizeidirektion Oldenburg behält die dynamische Entwicklung des Pandemiegeschehens stets im Blick, um unverzüglich reagieren zu können“, so der Polizeipräsident.

Wasserverband könnte Ausfälle kompensieren

Beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) wurden die Abläufe wie in vielen anderen Unternehmen mit dem Auftreten des Coronavirus in Deutschland angepasst. „Seither setzen wir verstärkt auf Maßnahmen zur Kontaktvermeidung, um das Infektionsrisiko unserer Mitarbeiter gering zu halten. Wasserwerke, Kläranlagen und Betriebsstellen arbeiten derzeit in angepassten Arbeitszeitmodellen“, teilte ein Sprecher mit. Wo immer es möglich sei, gelte eine klare Aufforderung, von zu Hause aus zu arbeiten.

Infektionen sind nicht auszuschließen. „Sollte es durch die besorgniserregende Omikron-Variante zu personellen Engpässen kommen, können wir diese aller Voraussicht nach kompensieren. Das ist ein echter Vorteil eines großen Verbandes mit mehreren Wasserwerken, Kläranlage und Betriebsstellen“, verweist er auf die personellen Möglichkeiten des OOWV.

Hohe Impfquote im Kreishaus

Zur kritischen Infrastruktur gehören zu einem gewissen Maß auch Verwaltungen. „Wir arbeiten mit der Risikoabschätzung des Betriebsarztes und haben umfangreiche Schutzmaßnahmen vereinbart, die in unserem Pandemieplan beschrieben sind“, sagt Oliver Galeotti, Sprecher des Landkreises Oldenburg. Dazu zählen: klare Regeln im Kreishaus, die je nach Lage angepasst werden, Kohortenbildung durch interne Kontaktbeschränkungen, klare Hygieneregeln, konsequente Anwendung von 3G und eine Maskenpflicht, mit der Planung komplett auf FFP2 umzustellen, für Außendienste umfangreiche Testmöglichkeiten, Homeoffice, wann es möglich ist, Aufklärung zur Prävention und Impfung (mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter sind geimpft), weitere Forcierung der Boosterung im Rahmen der Betriebsmedizin, Planungen hinsichtlich einer Arbeitsquarantäne für Mitarbeiter in Schlüsselpositionen, die geboostert sind, aber Kontakt zu einer mit der Corona-Omikron-Variante infizierten Person hatten.

„Durch Einhaltung der Regelungen und Kontaktbeschränkungen innerhalb der Fachbereiche sowie der Impfquote sieht die Kreisverwaltung die Einsatzfähigkeit nicht kritisch gefährdet“, sagt Galeotti.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Was wird aus „Hackfeld’s Dorfkrug“ in Klein Ippener?

Was wird aus „Hackfeld’s Dorfkrug“ in Klein Ippener?

Was wird aus „Hackfeld’s Dorfkrug“ in Klein Ippener?
Fake-Bundeswehrsoldat bei Demo gegen Corona-Regeln?

Fake-Bundeswehrsoldat bei Demo gegen Corona-Regeln?

Fake-Bundeswehrsoldat bei Demo gegen Corona-Regeln?
38 Monate Haft für Helfer auf Drogenplantage

38 Monate Haft für Helfer auf Drogenplantage

38 Monate Haft für Helfer auf Drogenplantage
Aktuell 1.600 Corona-Infizierte im Landkreis Oldenburg

Aktuell 1.600 Corona-Infizierte im Landkreis Oldenburg

Aktuell 1.600 Corona-Infizierte im Landkreis Oldenburg

Kommentare