Papenburg und Nordseeküste statt Indien

Alte Liebe: Olaf Hoppe aus Wildeshausen besitzt einen Westfalia-Bulli T2

Bulli-Liebhaber Olaf Hoppe neben seinem Schmuckstück, einem T2 aus dem Jahr 1974.
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Bulli-Liebhaber Olaf Hoppe neben seinem Schmuckstück, einem T2 aus dem Jahr 1974.

Wildeshausen – Eine ganze Generation eroberte mit ihm die Welt. Insbesondere in den 1970er Jahren waren unzählige junge Menschen mit dem VW Bus – dem Bulli – auf dem legendären Hippie-Trail quer durch Europa und Asien bis nach Indien unterwegs.

Solche Strapazen bleiben dem Camper von Olaf Hoppe inzwischen erspart. Gemeinsam mit seiner Frau Linda unternimmt der Wildeshauser mit dem 47 Jahre alten VW T2 Westfalia lieber Wochenend-Trips in die Region – nach Papenburg oder an die Nordseeküste.

Alte Liebe: VW Bulli Oldtimer

Auf den Campingplätzen wirkt der nicht einmal fünf Meter lange Oldie in der Sonderausstattung „Helsinki“ neben modernen Wohnmobilen ziemlich klein. Verzichten müssen die Eheleute dennoch weder auf eine Sitzecke, einen Kühlschrank noch auf eine Kochgelegenheit. „Alles funktioniert nach den vielen Jahren noch einwandfrei“, schwärmt Linda Hoppe. Selbstverständlich übernachten die beiden bei ihren Ausflügen auch in ihrem Schmuckstück. Wenn sie etwas zusammenrücken, würden dank des Aufstelldachs sogar vier Personen Platz zum Schlafen in dem VW Bus finden. Ein originales Westfalia-Vorzelt schafft bei Bedarf zusätzlich Raum.

Auf den Touren lassen sich die Eheleute viel Zeit

Auf den Touren mit ihrem betagten Bulli lassen sich die Eheleute viel Zeit. Kein Wunder: Die 50 PS des Boxermotors im Heck laden eher zum Ent- als zum Beschleunigen ein. „Wir sind auf unseren Ausflügen immer das Verkehrshindernis. Schneller als 80 fahren wir nicht“, erzählt Linda Hoppe. „Trotzdem winken die Autofahrer freundlich, wenn sie uns überholen.“ Auch auf den Campingplätzen stiehlt der Bulli nahezu jedem Luxuswohnmobil die Schau.

Die von 1967 bis 1979 in Hannover gefertigten Transporter – der Bulli von Olaf Hoppe wurde 1974 gebaut – sind mittlerweile Sammlerstücke. Insbesondere der Westfalia-Camper ist bei Liebhabern begehrt. „Der VW Bus ist mein Lieblingsauto. Bulli zu fahren ist einfach das schönste Autofahren“, schwärmt Hoppe. „Schon meine Eltern waren mit mir in einem Bulli campen.“ Er selbst fährt ebenfalls schon seit Jahren die aktuellen Modelle. Kein Wunder, dass der Oldtimer-Liebhaber irgendwann auch einen alten VW Bus besitzen wollte.

Der Camper mit originalem Vorzelt.

Vor gut zwei Jahren half das Schicksal nach. „Auf einem Geburtstag habe ich zufällig neben dem richtigen Menschen gesessen“, erinnert sich der 57-Jährige. „Er erzählte, dass er überlege, sich von seinem Bulli zu trennen. Daraufhin habe ich ihm gesagt, er solle sich melden, wenn der Verkauf konkret werde.“

Den Saisonstart bremste Corona aus

Ein paar Wochen später klingelte Hoppes Telefon und der Bulli wechselte seinen Besitzer. Über den Winter steckte Sohn Phil viel Zeit in den Camper und brachte ihn in Schuss. Er bekam unter anderem einige neue Polster und neuen Zeltstoff für das aufklappbare Hochdach. Den darauffolgenden Saisonstart bremste dann erst einmal Corona aus.

Der Bulli ist nicht der einzige Oldtimer der Hoppes. Sie besitzen bereits seit 30 Jahren ein Käfer Cabrio. „Das habe ich damals kernsaniert“, erzählt der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker. Die Arbeit blieb ihm bei seinem Bulli erspart. Der Bus sei über die Jahre sehr gut gepflegt worden. Selbst die Lackierung sei noch original, berichtet Hoppe.

Familienbesitz für die nächste Generation gesichert

Verkaufen werden die beiden Eheleute ihre Schmuckstücke nie. „Die vererben wir an unsere Kinder“, versichert Olaf Hoppe. Damit ist der weitere Familienbesitz der beiden VWs für die nächste Generation gesichert. Phil ist schon jetzt oft mit dem Bulli unterwegs und auch die beiden jüngeren Kinder Jenna und Tom interessieren sich für die Klassiker. Mitunter startet die ganze Familie mit ihren beiden Oldies zu einem gemeinsamen Ausflug. Die Kinder haben während des ersten Corona-Lockdowns sogar schon mit dem Bulli im eigenen Garten gecampt.

Es könnte sein, dass der kleine Fuhrpark irgendwann noch etwas anwächst. „Einen Traum habe ich noch. Ich suche noch nach einem Auto aus meiner Jugend. Wenn mir das vor die Füße fällt, greife ich zu“, sagt Hoppe. Dann könne auch jedes Kind ein Auto erben.

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