Seniorenbeirat informiert sich über sozialen Wohnungsbau in Wildeshausen / Öffentliches Interesse an Veranstaltung gering

GSG Oldenburg: „Wir wollen Bedarf decken und nicht wecken“

Stefan Könner, Bürgermeister Jens Kuraschinski und Christa Menning (v.l.) im Gespräch über sozialen Wohnungsbau. - Foto: dr

Wildeshausen - „Wir als Seniorenbeirat müssen die Kommunen darüber informieren, was von den Senioren gewünscht ist“, betonte Christa Meenken, Vorsitzende des Wildeshauser Seniorenbeirats, am Dienstagabend. Das Gremium hatte zu einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema „Sozialer Wohnungsbau durch die GSG“ ins Stadthaus eingeladen.

Die Resonanz aus der Bevölkerung war gering. Ganz offenbar sei vielen Menschen nicht bewusst, dass sozialer Wohnungsbau nicht Arbeitslose und Geringverdiener betrifft, sondern eine deutlich größere Personengruppe erfasst, so Meenken.

Der Geschäftsführer der GSG im Landkreis Oldenburg, Stefan Könner, zeigte auf, dass in den kommenden Jahren große Teile der Bevölkerung so wenig Rente bekommen werden, dass sie sich ganz normale Wohnungen und Häuser nicht mehr leisten können. Insbesondere viele Frauen dürften im Alter Schwierigkeiten haben, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

„Ich wurde von einigen Senioren angesprochen, die meinten, dass der soziale Wohnungsbau in erster Linie Sozialhilfeempfänger und Flüchtlinge betrifft“, bestätigte Meenken. Das sei jedoch ein Irrtum, wenn man daran denke, dass ältere Menschen so lange wie möglich selbstständig leben wollen und dabei aber soviel Sicherheit wie nötig beanspruchen. Das sei oft nur im sozialen Wohnungsbau möglich.

Könner machte deutlich, dass die GSG „Bedarfe decken und nicht wecken“ möchte. „Wir bauen für alle Bevölkerungsschichten“, erklärte er. Dabei suche die Gesellschaft Kooperationen mit Johannitern und Maltesern, um den Menschen auch im Alter den besten Service bieten zu können.

Der Geschäftsführer zeigte auf, dass alle Prognosen über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland zu niedrig angesetzt seien. Die starke Zuwanderung aus europäischen Ländern würde unterschätzt. Dazu würden nun auch noch die Flüchtlinge kommen. „Viele gehören nicht zu den Besserverdienenden“, erklärte er und verwies auch darauf, dass Verkäufer, Krankenschwestern, Lagerarbeiter und viele weitere Berufsgruppen nicht üppig bezahlt werden.

In Wildeshausen, so Könner, gibt es großen Nachholbedarf an bezahlbarem Wohnraum. In einem ersten Schritt wolle die GSG am Kornweg zwölf Wohnungen und an der Heidloge 57 Wohnungen bauen. „Bei der Qualität machen wir keine Abstriche“, so Könner. „Günstig wird der Wohnraum nur dadurch, dass er öffentlich gefördert wird.“ Geplant sei für die Kreisstadt, in den neuen Projekten je zehn Wohnungen für Behinderte und Senioren zu errichten. Dieser Bedarf sei schon an ihn herangetragen worden, berichtete Könner.

Auf die Nachfrage aus dem Seniorenbeirat, warum man nicht jede Wohnung behindertengerecht bauen würde, erwiderte Könner, dass das einerseits wegen der Kosten nicht gehen würde. „Andererseits ist jede Behinderung verschieden“, so der Referent. „Ein kleinwüchsiger Mensch benötigt eine andere Wohnung als ein Rollstuhlfahrer oder ein Blinder.“

Die GSG investiert in einem ersten Schritt zehn Millionen Euro im Landkreis Oldenburg. Weil sie Sicherheit über einen langen Zeitraum bekommt und die Bauflächen günstig erwerben kann, liegt die Mieter der GSG bei 5,60 Euro pro Quadratmeter. - dr

Mehr zum Thema:

Spektakuläre Rutschen auf Kreuzfahrtschiffen

Spektakuläre Rutschen auf Kreuzfahrtschiffen

Kreta, Korfu, Kos: Welche griechische Insel passt zu mir?

Kreta, Korfu, Kos: Welche griechische Insel passt zu mir?

Eine Flusskreuzfahrt auf der Donau

Eine Flusskreuzfahrt auf der Donau

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Meistgelesene Artikel

„Wildeshauser Hof“: Hotel-Anbau höhenbegrenzt

„Wildeshauser Hof“: Hotel-Anbau höhenbegrenzt

Begegnung mit Bulgaren im „Waldschlösschen“ geplant

Begegnung mit Bulgaren im „Waldschlösschen“ geplant

Vier auf einen Streich

Vier auf einen Streich

„Euronics-XXL“ zieht in Wildeshauser „Telepoint“-Immobilie

„Euronics-XXL“ zieht in Wildeshauser „Telepoint“-Immobilie

Kommentare