Mobile Teams starten in Altenheimen

Erste Senioren im Landkreis Oldenburg werden geimpft

Da ist der Impfstoff: Ralph Meyer, Leiter des Impfzentrums, mit einigen der am Montag gelieferten Dosen.
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Da ist der Impfstoff: Ralph Meyer, Leiter des Impfzentrums, mit einigen der am Montag gelieferten Dosen.

Wildeshausen – Rund 1.800 Senioren in mehr als 30 Altenheimen und dazu noch das Pflegepersonal: Die zwei mobilen Impfteams der Johanniter und Malteser, die am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen haben, haben in den kommenden Wochen einiges im Landkreis Oldenburg zu tun.

  • Die Impfungen im Landkreis Oldenburg beginnen, Senioren stehen im Fokus.
  • Mobile Impfteams sind am Dienstag in drei Altenheimen unterwegs.
  • Im Krankenhaus Johanneum sollen Beschäftigte ebenfalls bald geimpft werden.

Auf der Liste für Dienstag stehen drei Einrichtungen, die vom Landkreis nicht namentlich genannt werden und bis zum Abend abgearbeitet sein sollen. Nach und nach folgen alle anderen – je nachdem, wie schnell Einverständniserklärungen der Bewohner vorliegen und Impfstoff zur Verfügung steht.

Auch das Krankenhaus Johanneum soll in den kommenden Tagen mit Impfungen fürs Personal starten. Die Mitarbeiter der mobilen Impfteams, jeweils mindestens drei Personen, können sich ebenfalls impfen lassen. Allerdings wirkt der Schutz bekanntlich erst nach einer zweiten Dosis, die in drei Wochen notwendig wird.

Noch nicht, aber in absehbarer Zeit werden auch Termine im Impfzentrum möglich sein. Die Vergabe erfolgt über ein Online-Portal des Landes und unter der Telefonnummer 0800/9988665.

„Das Impfen ist freiwillig“, unterstrich Dr. Leonhard Hamschmidt, ärztlicher Leiter beim Landkreis, bei einem Pressetermin anlässlich des Impfstarts im Impfzentrum in Wildeshausen. In der Gruppe der 85- bis 95-Jährigen betrage die Sterblichkeit gut 24 Prozent. Coronavirus-Ausbrüche in den Altenheimen seien besorgniserregend. „Deswegen kann ich das Impfen nur dringend empfehlen.“ Zwar gibt es keine Zahlen zur Impfbereitschaft in allen hiesigen Einrichtungen, aber das Interesse ist laut dem Arzt vorhanden. „Beispielsweise wollten in einem Heim mit 60 Bewohnern nur drei nicht geimpft werden.“

Die ersten Dosen des „BioNTech“-Impfstoffs wurden am Montag nach Wildeshausen geliefert (wir berichteten). Ende der Woche wird erwartet, dass das Land bekanntgibt, wann die nächste Ladung kommt und wie viele Dosen es sein werden. Das müsse man im Auge behalten, so Ralph Meyer, der das Impfzentrum für die Malteser leitet.

Pressetermin im Impfzentrum: Im Gespräch erläuterten die Verantwortlichen das Verfahren.

Landrat Carsten Harings rechnet damit, dass die Bewohner der Heime und die Pflegekräfte – sofern sie es wünschen – Ende Januar oder Anfang Februar gegen das Coronavirus geimpft sein werden. „Wir haben erfahren, wie anfällig und sensibel Senioreneinrichtungen sind“, ist er erleichtert, dass gerade diese in der ersten Impfphase im Fokus stehen. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg.

„Am 9. März gab es den ersten Coronafall im Landkreis Oldenburg“, blickte Harings zurück. Nun sind es 2 690. Und 44 Infizierte sind gestorben. „Viele davon in den Heimen“, erinnerte Harings. „Jeder ist einer zu viel.“ Aktuell bewege sich jedoch etwas in die richtige Richtung. „Es geht endlich los. Heute ist ein positiver Tag“, sagte der Landrat.

Rein in den Wagen und auf die Straße: Die mobilen Impfteams sind am Dienstag gestartet.

Und wie geht es weiter? Der jetzt verwendete Impfstoff wird bei minus 70 Grad gelagert, scheidet also für die Verimpfung durch Hausärzte aus. Wenn die Altenheime durch seien, sei es denkbar, dass die mobilen Teams andere Senioren aufsuchen, so Frank Flake von den Maltesern. Doch noch seien viele Variablen unklar, ergänzte Hamschmidt. „Das Land macht die Strategie“, betonte Harings. „Man wird gucken, wie es nach der Erfahrung der ersten Tage weitergeht.“ Er versicherte: „Alle Kreiseinwohner werden rechtzeitig darüber informiert.“

Die Lieferungen richten sich übrigens nach der Einwohnerzahl der Kreise, nicht nach der aktuellen Coronalage. Aufgrund des hohen organisatorischen Aufwandes erfolge der Impfstart nicht in ganz Niedersachsen an einem Tag, erklärte Harings.

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