Leiter des Gesundheitsamtes

Omikron wirft Schatten voraus: „Mächtige Infektionswelle baut sich auf“

Boostern auch für Jugendliche: Diese Möglichkeit bieten die Impfteams im Landkreis an.
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Boostern auch für Jugendliche: Diese Möglichkeit bieten die Impfteams im Landkreis an.

Wildeshausen – Ist das die Ruhe vor dem Sturm? Nach Angaben der Verwaltung des Landkreises Oldenburg gab es von Dienstag auf Mittwoch 79 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Doch es dürfte nach Einschätzung von Dr. Leonhard Hamschmidt, ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes, bald ein Vielfaches werden.

In Wildeshausen gab es 27, in Ganderkesee 22 und in Harpstedt 13 Infketionen. Somit gibt es im Landkreis aktuell 512 registrierte, mit dem Coronavirus infizierte Personen. Davon sind 122 nachweislich mit der Omikron-Variante in Kontakt gekommen. Die Dunkelziffer liegt vermutlich bei mehr als das Doppelte, weil nur fünf bis zehn Prozent der Proben sequenziert werden. In Quarantäne befinden sich derzeit im Kreisgebiet 685 Personen.

Dr. Hamschmidt geht davon aus, dass sich die Zahl der Infizierten wegen der dominanten Omikron-Variante schon bald deutlich erhöht. „Die nächste Welle baut sich mächtig auf und wird ungeahnte Höhen erreichen“, kündigt er an. Seinen Berechnungen zufolge erreicht die Welle ihren ersten vorläufigen Höhepunkt eine Woche nach dem Ende der Schulferien – also ab dem 17. Januar – wenn in den Bildungseinrichtungen sowie den Kindertagesstätten wieder regelmäßig getestet wird.

Mit ersten verlässlichen Zahlen zu den Infizierten – nach der „diagnostischen Lücke“ wegen der Feiertage – rechnet Hamschmidt aber schon Ende dieser Woche. Dann könne man ein wenig abschätzen, wie es weitergehe. Der Landkreis sei mit seinen Impfangeboten allerdings derzeit gut aufgestellt. Mit dem Anstieg der Infiziertenzahlen wachse bei manchen Personen hoffentlich auch die Bereitschaft, sich doch impfen zu lassen oder die Boosterimpfung wahrzunehmen.

Großer Andrang bei den Impfangeboten abgeflacht

„Bei den Ungeimpften wird es richtig einschlagen“, ist sich Hamschmidt sicher, dass die Kurve dort steil nach oben geht. Er rechnet jedoch mit relativ wenigen schweren Verläufen, die eine Krankenhausunterbringung nötig machen.

Der Mediziner beobachtet zudem, dass der große Andrang bei den offenen Impfangeboten derzeit abgeflaut ist. „Wir haben jetzt einen kontinuierlichen Fluss“, beschreibt er die Situation, dass es kaum Wartezeiten an den Stationen gibt. Man denke derzeit darüber nach, die offenen Angebote einzuschränken und mehr zur festen Terminvergabe überzuwechseln.

Boostern auch für Jugendliche möglich

Um den Bürgern eine Orientierung zu bieten, hat Hamschmidt klare Richtlinien zum Impfmanagement in den Teams aufgestellt. Diese orientieren sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Dazu gehört auch, dass Menschen über 18 Jahren sich frühestens nach drei Monaten boostern lassen können. „Ergänzend können außerhalb der Empfehlungen der Impfkommission, aber innerhalb der Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde, nach Einzelfallentscheidung des Arztes, auch Personen unter 18 Jahren nach drei Monaten geboostert werden“, schreibt Hamschmidt. Somit könnten Jugendliche ab zwölf Jahren von den Teams ohne große Einschränkungen eine Auffrischung bekommen.

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