„Arbeit ist sehr wichtig, aber ich möchte sie nicht machen“

Tag der offenen Tür im Wildeshauser Beratungszentrum

Kleines Zwischenspiel am Kicker: Axel Jahnz, Carsten Harings, Frank Eden, Vorstandsvorsitzender des Betreuungsvereins, Hannelore Hunter-Rossmann, stellvertretende Vorsitezne der Brücke, und Andreas Höhn (von links).

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Das Brücke-Projekt Wildeshausen, die Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie der Betreuungsverein Oldenburg-Land sind aus der Kreisstadt nicht mehr wegzudenken. Das betonte auch Landrat Carsten Harings während seiner Grußworte am Freitag in den Räumen der drei Einrichtungen am Mühlendamm in Wildeshausen. Zahlreiche Gäste waren zum Tag der offenen Tür gekommen, um sich über die Arbeit der Einrichtungen zu informieren.

Nachdem sich in der Villa Knagge an der Ahlhorner Straße, in der alle drei Institutionen lange beheimatet waren, massive bauliche Mängel zeigten, hatte der Landkreis die Mietverträge gekündigt. Im Herbst konnten die neuen Räumlichkeiten bezogen werden. „Sicherlich gab es für alle Mitarbeiter auch Abschiedsschmerz. Aber ich bin überzeugt, dass Sie hier eine neue Heimat gefunden haben“, betonte Harings. So hätten sich alle Mitarbeiter sehr schnell eingelebt und unverzüglich ihre Arbeit aufgenommen: „Wir wichtig diese Einrichtungen sind, zeigen uns die Beratungszahlen. Sie sagen aus, dass sicherlich noch wachsender Bedarf besteht.“ Zudem sei die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Kreishaus sehr gut: „Es besteht ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch.

Ein großes Lob kam auch von Axel Jahnz, Oberbürgermeister der Stadt Delmenhorst, in der die „Brücke“ beheimatet ist. Dieser ist das Wildeshauser Projekt angeschlossen ist. Zudem gibt es auch in Delmenhorst Stellen der beiden anderen Institutionen. „Ich freue mich, dass ich heute einmal hier gelandet bin“, betonte Jahnz. Auf dieses Beratungszentrum am Mühlendamm könne Wildeshausen stolz sein: „Wichtig ist die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den beiden Standorten. Es besteht stets die Gelegenheit zum Austausch.“ Die Bürger könnten froh sein, dass sie solche Anlaufstellen haben: „Allen Mitarbeitern zolle ich hier vollen Respekt, ich möchte diese Arbeit nicht machen.“ So sei seien Knochenbrüche schnell wieder geheilt: „Aber was in der Seele ist, das kennen wir nicht. Darum ist die Arbeit der Beratungsstellen sehr wichtig.“

Im Anschluss hatten die Besucher genügend Zeit, sich zu informieren. So berichtete Egbert Ahlrichs, Leiter des Betreuungsvereins, dass unter anderem rechtliche Betreuung für Erwachsene durchgeführt werde: „Unsere eigentliche Aufgabe besteht jedoch darin, ehrenamtliche rechtliche Betreuer zu unterstützen. Ebenso bei rechtlichen Betreuern, die aus der Familie kommen. Zudem beraten wir die Bürger bei Vorsorgevollmachten.“

Andreas Höhn, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle, lobte die Zusammenarbeit mit dem Landkreis: „Zu uns kommen sehr viele junge Erwachsene bis 21 Jahre und Familien, die Probleme haben. Das Beratungsspektrum ist sehr breit gefasst.“ Nicht selten seien es zerstrittene Elternpaare, die im Interesse ihrer Kinder zur Beratung kämen: „Diese dürfen nicht auf der Strecke bleiben, wenn sich die Eltern trennen.“

Vom Gericht werden der „Brücke“ die 14- bis 21-Jährigen überstellt. Ihnen bieten wir neben Anti-Gewaltkursen Einzelfallhilfe sowie Gruppentherapie an“, so Peter Faß vom Brücke-Projekt.

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