Tag des offenen Denkmals in Kirche, Wasserkraftwerk und Museen

Von der Himmelfahrt Christi ist nichts mehr zu sehen

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Karin Holtmann-Kolloge (l.) demonstriert das Verkorken, Etikettieren und Abfüllen des Branntweins.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Der Tag des offenen Denkmals hat auch nach vielen Jahren in Wildeshausen nichts an Attraktivität eingebüßt. In Kombination mit dem Festival „Genuss am Fluss“ kamen sogar noch viel mehr Menschen in die Museen, die Kirche und das Wasserwerk.

Besser hätte es eigentlich gar nicht laufen können. In unmittelbarer Nähe zum Festival zwischen Kirche und Hunte konnten die Besucher nicht nur den Remter, die Orgel und den Bibelgarten besichtigen, in wenigen Metern Entfernung war das Wasserwerk geöffnet, und das Brennereimuseum bot Führungen an. Nur das Druckereimuseum war ein wenig abgehängt, aber auch dort informierten sich die Gäste.

Die Sakristei der Alexanderkirche ist eigentlich nur einmal im Jahr – am Denkmalstag – geöffnet. Das hat einen einfachen Grund: An den Wänden befinden sich bis zu 700 Jahre alte Gemälde, die im vergangenen Jahrhundert durch Kasein geschützt werden sollten. Das war ein großer Fehler, denn nun zerstören Bakterien die wertvollen Werke, die den Lebensweg Christi zeigen. Zu sehen ist an einigen Stellen kaum noch etwas – so beim Kindermord von Bethlehem oder der Himmelfahrt Jesu. Anhand von Rekonstruktionen des Wildeshauser Künstlers Hartmut Berlinicke konnte Küster Wolfgang Jöllenbeck den Besuchern aber zeigen, wie die Werke wohl mal ausgesehen haben mögen.

Während die Sakristei an einem Tag zugänglich ist, ist der Aufstieg auf den Turm der Kirche nicht möglich. Jöllenbeck hatte jedoch eine Dia-Schau installiert, sodass die Besucher zumindest einen Eindruck gewinnen konnten. Zahlreiche Gästeführerinnen boten zudem Führungen durch das Gotteshaus an.

Von der Kraft des Wassers bekamen die Interessierten an der Hunte einen Eindruck. Im Wasserkraftwerk versuchte Christine Rebentisch, das Dröhnen der Turbinen zu übertönen, um den Besuchern zu erklären, wie der Wasserdruck reguliert und die Maschinen angetrieben werden.

Unterdessen führte Karin Holtmann-Kolloge ihre Gruppe in den Keller des Brennereimuseums, wo früher Alkoholdunst herrschte. „Waren die Angestellten am Abend beduselt?“, fragte eine Besucherin. „Keine Ahnung“, so Holtmann-Kolloge. „Damals war ich noch nicht hier.“ Bis 1972 wurde in Wildeshausen gebrannt. 30000 Liter Alkohol durften destilliert werden. Das ergab 100000 Flaschen Spirituosen. Dann wurde die Produktion zu teuer, die Brennerei schloss 1978, als Holtmann-Kolloges Großvater starb.

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