Wasserverband und die Physikanten lassen es krachen

Tag der offenen Tür beim OOWV in Wildeshausen

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Aufmerksam verfolgten die Besucher die witzige und lehrreiche Bühnenshow von „Physikant“ Rainer Grünebaum.

Wildeshausen - Von Gero Franitza. Mehr als 2 000 Besucher aus Nah und Fern haben am Sonntag die Gelegenheit genutzt und sich am Tag der offenen Tür am Wildeshauser Wasserwerk umgesehen. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) feierte seine Gründung vor 70 Jahren (wir berichteten) und hatte ein buntes Programm aus Unterhaltung und Wissenswertem gestaltet. Eine Trinkwasserbar, Food Trucks, „Walking Acts“ und Live-Musik von der großen Bühne rundeten das Angebot ab.

Für Lacher und erstaunte Gesichter sorgte zur Mittagszeit der Physikant Rainer Grünebaum mit seiner Wissens- und Comedyshow rund ums Thema Wasser. Mit teils derbem Humor erklärte er auf witzige Art mit kleinen Experimenten die Eigenschaften des Wassers. Ein Auftritt buchstäblich mit Knalleffekt: So kühlte er ein blaues Metallfass mit kochendem Wasser mittels einer Gießkanne ab, sodass sich der Behälter binnen eines Wimpernschlages und mit einem lauten Knall zusammenzog.

Wasser leitet Strom: Das bewies der Physikant zum Schluss seines Programms mit einem dramatisch präsentierten – aber völlig ungefährlichen – Experiment, in dem er die Elektrizität durch sechs „mutige“ Kinder leitete: Ein MP 3-Player sprang an, das Publikum war begeistert, die Mädchen und Jungen auf der Bühne waren sichtlich stolz. Und Wissenschaft altersgerecht präsentiert gab es dann noch in einem gesonderten Zelt. Dort konnten die Kinder unter Anleitung viele kleine Wasser-Experimente ausprobieren.

Aus Stuhr nach Wildeshausen gekommen war Marc Obenauff mit seiner Tochter Hanne. „Das gefällt uns hier ganz klasse“, sagte der Familienvater, während seine Tochter das Bein einer Biene mikroskopierte. „Das ist aber haarig“, staunte das Mädchen vergnügt. Bislang habe er noch kein Wasserwerk aus der Nähe gesehen, erzählte der Stuhrer, deswegen sei dieser Tag in Wildeshausen für ihn sehr spannend.

Ein physikalisches Experiment, dass zunächst etwas Mut erforderte: Physikant Rainer Grünebaum leitete Strom durch die „menschliche Elektrokabel“ – vollkommen harmlos, aber witzig und spannend präsentiert. 

Wissenswertes zu berichten wusste auch Hartwig Hillen, der Leiter der Anlage. 20 000 Kubikmeter Wasser werden an dem Standort täglich aus insgesamt 24 Brunnen und bis zu 140 Meter Tiefe gefördert. Das kostbare Nass wird zunächst entsäuert und ihm wird zudem Eisen und Mangan entzogen, bevor es dann mit 6,8 bar Druck auf die Reise zu den Verbrauchern nach Wildeshausen, Dötlingen, Twistringen und Bassum geschickt wird. 340 Kubikmeter werden je Stunde nach Bremen abgegeben, berichtete Hillen. Er freute sich über das rege Interesse der vielen Besucher. „Vielleicht liegt es an der Trockenheit der vergangenen Wochen“, meinte er. Da sei Wasser natürlich ein zentrales Thema gewesen. Während dieser Phase wurde in Wildeshausen rund ein Drittel mehr produziert als sonst üblich, circa 1600 Kubikmeter die Stunde. Förderprobleme habe es aber keine gegeben, sagte Hillen.

Tag der offenen Tür am Wildeshauser Wasserwerk

 © Franitza
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Eröffnet hatten den unterhaltsamen Tag OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht und Regionalleiter Stefan Fauerbach. Sie hießen die Gäste willkommen, stellten kurz den Verband vor und luden unter anderem dazu ein, ein Blick in die neu gebaute und modern eingerichtete Betriebsstelle zu werfen. Bereits zur Mittagszeit waren alle Parkplätze in der Nähe belegt. Viele Besucher reisten auch mit dem Fahrrad an, hunderte Drahtesel säumten den Zaun des Geländes.

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