Geplanter Flashmob

150 Menschen singen „Ode an die Freude“ 

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Rund 150 Menschen aus vielen Ländern, die jetzt in Wildeshausen und im gesamten Landkreis leben, stimmten am Donnerstag die „Ode an die Freude“ von Schiller vor dem Stadthaus an. 

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Zuerst klang es ein wenig dünn, dann aber wurden die Stimmen fester – und schließlich gab es Zugabe-Rufe. Rund 150 Menschen, die in den vergangenen Jahren von überall aus der Welt nach Wildeshausen gekommen sind, sangen am Donnerstag vor dem Wildeshauser Stadthaus die erste Strophe aus „An die Freude“ von Friedrich Schiller aus der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven.

Die Aktion war als „Flashmob“ geplant, musste jedoch wegen des Wochenmarktes mit den Beschickern sowie der Stadt und dem Landkreis abgesprochen werden. Zudem sollten nach Möglichkeit nicht alle 600 Personen kommen, die derzeit in den Kursen der Volkshochschule Wildeshausen deutsch lernen. „Das wäre wohl ein wenig zu viel gewesen. Es sollte die Wildeshauser Bürger schließlich nicht verunsichern“, so Dozentin Annick Mabuleau-Pohl.

"Die Sitten dieses Landes kennenlernen"

Die Menschen aus dem Sudan, Irak, Iran, Syrien, der Ukraine, Ghana, Russland, Litauen und vielen weiteren Ländern besuchen die vielen Integrations-, Alpha- und Sprint-Kurse bei der Volkshochschule. „Meine Gruppe ist in der nächsten Woche fertig“, so Mabuleau-Pohl. Im Rahmen des Abschlusses, bei dem es ganz speziell um das Leben in Deutschland ging, wollten die Migranten zeigen, dass sie hier sind. „Wir wollen deutlich machen, dass wir hier leben, dass wir nicht gefährlich sind, und dass wir jeden Tag daran arbeiten, die Sitten in diesem Land kennen zu lernen“, sagten die Teilnehmer des internationalen Chores. So wie Hussein Mohammad. 

Der 19-Jährige aus dem Sudan ist vor zwei Jahren allein und auf riskantem Weg über das Meer nach Deutschland gekommen. Er lernt nun fleißig die deutsche Sprache. Den Werder-Schal um den Hals gehängt, sagt er: „Das hier ist eine schöne Aktion.“ Neben ihm steht der 26-jährige Khatibi aus Afghanistan. Er ist vor einem Jahr mit der großen Zahl Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und hat zunächst in einer der Sporthallen leben müssen. Auch er stimmte mit Begeisterung die „Ode an die Freude an“ und benötigte nicht einmal einen Zettel, weil er den Text auswendig konnte.

Die Aktion wurde von Musikschulleiter Rafael Jung begleitet, der die Musik dazu einspielte. Zweimal wurde die erste Strophe gesungen, dann gab es Beifall – und schließlich lief auf dem Marktplatz wieder alles wie sonst.

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