Freimaurerloge „Zur Morgenröte in der Geest“ in der Kreisstadt gegründet

„Oberstes Gebot ist stets das Treffen auf Augenhöhe“

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Sie haben die Freimauerloge gegründet: Frank Köhler, Walter Werner und Thorsten Wunde (von links).

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Da waren bisher nur Bremen, Delmenhorst und Oldenburg – ansonsten war das Gebiet entlang der Autobahnen bis hin nach Osnabrück in puncto Freimaurer ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das hat sich jetzt geändert, in der Kreisstadt wurde die Freimaurerloge „Zur Morgenröte in der Geest“ gegründet. Wir haben mit den Gründungsmitgliedern Walter Werner, Thorsten Wunde und Frank Köhler gesprochen.

Die drei sind schon seit vielen Jahren Mitglieder in der Bremer Loge. „Nach 300 Jahren ist die Freimaurerei jetzt auch in Wildeshausen angekommen“, so Werner. Mancher Anstoß zu politischen und gesellschaftlichen Reformen sei vom Bund der Freimaurer ausgegangen. „Aber auch Verfolgungen, Verurteilungen und Verdächtigungen waren die Freimaurer ausgesetzt.“ Bis heute seien Ignoranz und Vorurteile an der Tagesordnung, wenn es um die Frage geht, was Freimaurerei sei und was nicht: „Daher stellen wir Brüder der Loge uns am Dienstag, 19. September, ab 20 Uhr im Restaurant ,Altes Amtshaus‘ mit einem Vortrag vor. Wir freuen uns auf viele interessierte Besucher und eine angeregte Diskussion.“ Auch Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski habe die Gründung der Loge begrüßt.

Was aber ist das Ziel der Loge in Wildeshausen? „Über alle weltanschaulichen, politischen, nationalen und sozialen Grenzen hinweg wollen die Logen Menschen miteinander verbinden, die sich nach Herkunft und Interessenlage sonst nicht begegnen würden“, betont der erste Vorsitzende und designierte Meister vom Stuhl der neuen Loge, Werner. „Die Logen folgen damit ganz klar ihrer alten Tradition, Trennendes zu überwinden, Gegensätze abzubauen sowie Verständigung, Verständnis und Freundschaft zu fördern“, fügt Köhler an.

„Es zählt nicht, was jemand geleistet hat“

Wunde weist darauf hin, dass es stets das oberste Gebot sei, sich auf der gleichen Ebene, eben auf Augenhöhe, zu begegnen: „Es zählt nicht, was jemand geleistet hat, sondern vielmehr das, was er aus seinem Leben gemacht hat.“ Dazu gehöre auch, dass eine gute Kommunikation gepflegt werde: „Wir versuchen nicht, einen Anderen zu ändern, sondern nehmen jeden so, wie er ist. Zu einer guten Kultur gehört außerdem, dass wir die Menschen ausreden lassen. Leider kommt das heute im öffentlichen Leben oftmals zu kurz.“ Das Gründen der Loge sei für ihn etwas ganz Besonderes: „So etwas erlebst du nur einmal im Leben.“ Fakt sei aber, dass sich die Loge in keiner Weise politisch einmischen wolle.

Köhler verwies darauf, dass für die Freimaurer die Humanität ganz oben stehe: „Wir sind auch karitativ tätig, helfen anderen Menschen sehr gerne. Nicht umsonst gibt es das freimaurische Hilfswerk. Allerdings laufen diese Hilfsaktionen bei uns eher im Stillen und ohne großen Rummel ab. Den brauchen wir einfach nicht.“

Auch Werner griff das Thema „Politik“ noch einmal auf: „Logen formulieren keine politischen Programme, nehmen nicht an parteipolitischen Auseinandersetzungen teil und vertreten auch nicht die Interessen gesellschaftlicher Gruppierungen.“

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