Hans „Hänel“ Spille zu Grabe getragen 

„Er war ein Oberst der schnellen Entschlüsse“

Oberst Willi Meyer (vorne) nimmt mit General und Offizieren Abschied vom ehemaligen Oberst der Schützengilde. - Fotos: Dejo

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Selbst Pfarrer Ludger Brock nannte ihn „Hänel“ und ein „Wildeshauser Urgestein“ sowie ein „Original, das wohl fast jeder Bürger der Wittekindstadt gekannt hat“.  Am Mittwoch wurde Hans Spille, der nur sieben Wochen vor seinem 102. Geburtstag gestorben war, zu Grabe getragen.

Im Vorfeld der Trauerfeier betonte Ehrenbürger und Altbürgermeister Manfred Rollié, dass die Stadt einen großen Sohn verloren habe: „Was bisher noch gar nicht erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass Hänel seinerzeit sogar CDU-Fraktionsvorsitzender im Wildeshauser Stadtrat gewesen ist.“ Er sei ein toller Mensch gewesen, der im Rat stets aus seinem Wissen und seinen fachlichen Erfahrungen habe schöpfen können: „Das war für die Politik sehr dienlich. Wir werden ihn sicherlich alle vermissen.“

Aber nicht nur Ex-Gilde-General und Generalmajor Rollié war im großen Dienstanzug erschienen, auch das gesamte Offizierskorps nahm mit General Jens Kuraschinski Abschied vom ehemaligen Oberst der Schützengilde, der nach seiner Dienstzeit zum Generalmajor ernannt wurde. „Eigens für den Verstorbenen wurde dieser Dienstrang seinerzeit eingeführt“, betonte Pfarrer Brock in seiner Ansprache. Und wer Hans Spille etwas besser gekannt hat, der weiß, dass es ihm eine große Freude gewesen wäre, zu sehen, wie sich die Offiziere mit Gildefahne von ihm verabschieden.

„Er war ein Oberst, der sich um alles gekümmert und vieles während seiner Amtszeit durchgesetzt hat“, betonte Oberstleutnant Dieter Hellbusch. So sei Spille unter anderem in den Bau des Zeughauses im Krandel involviert gewesen: „Auch dabei hatte er stets genaue Vorstellungen. Zudem war er ein Oberst der schnellen Entschlüsse. Nichts durfte auf die lange Bank geschoben werden.

Ob Gilde, das Musikkorps Wittekind oder Vertreter der Kolpingsfamilie sowie anderer Vereine: Alle waren gekommen, um Abschied zu nehmen von einem großen Sohn der Kreisstadt, von einem wahren Menschen, für den die Familie einfach alles war. Ein Mensch aber auch, der sich in vielen Vereinen engagiert hat. „So war er Mitbegründer des Tennisclubs Altona sowie des Musikkorps. 70 Jahre lang war er zudem als Pianist im Männergesangverein Euphonia tätig“, so Pfarrer Brock. Als er ihn zu seinem 101. Geburtstag besucht habe, habe Spille gefragt, ob er ihm noch etwas vorspielen solle: „Ich hätte ihm stundenlang bei seinen Erzählungen zuhören können. Ich habe selten einen Menschen erlebt, der mit 101 Jahren noch so fit ist und mit hellen, wachen Augen aus seinem Leben erzählt.“ Falsch sei die Frage gewesen, ob Werder Bremen sein Verein sei: „Die Antwort lautete Nein, sein Herz schlage ganz klar für den FC Bayern München."

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