Fischsterben in Düngstrup, als Pumpen abgestellt wurden

Betrugsvorwürfe gegen frühere Teichbesitzer haltlos

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Der größte Teich in Düngstrup im morgendlichen, herbstlichen Dunst: Der Wasserstand ist wieder ein wenig höher als im Sommer.

Düngstrup - Von Dierk Rohdenburg. Der Besitzer einer Grün- und Waldfläche mit fünf Teichen in Düngstrup (Landgemeinde Wildeshausen) ist mit seinen Betrugsvorwürfen gegen zwei frühere Besitzer und einen Makler aus Wildeshausen vor dem Oberlandesgericht in Oldenburg gescheitert.

Die Richter wiesen den Vorwurf, nicht umfassend über die eingeschränkte Nutzbarkeit des ehemaligen Lehmabbaugebietes informiert worden zu sein, ebenso zurück wie die Forderung nach Rückabwicklung des Kaufvertrages und die Zahlung von Schadensersatz.

Die Teiche waren überhaupt erst in den Blick der Öffentlichkeit geraten, nachdem unsere Zeitung im Juni über das Sterben von vermutlich mehreren Tausend Fischen berichtet hatte. Der Besitzer hatte eine Pumpe abgestellt, mit der der Wasserspiegel konstant gehalten wurde. Dadurch hatten die Fische offenbar nicht mehr genügend Sauerstoff gehabt. 

Nach Angaben des Besitzers war er vor dem Kauf der Fläche im Dezember 2014 nicht ausreichend informiert worden. Er habe nicht gewusst, dass das Gewässer und das Ufer sich selbst überlassen bleiben sollten, keine Fische eingesetzt werden dürften, der Eichenwald unberührt bleiben müsste sowie kein Wasser zugepumpt werden solle. Deshalb habe er im Juni zunächst Fische entnommen, dann aber die Pumpen abgestellt.

Die Pumpstation befindet sich im Wald. Sie durfte eigentlich gar nicht betrieben werden.

Vor dem Oberlandesgericht kam er damit in keinem Punkt durch. Die Klage wurde auf Kosten des Klägers abgewiesen. Die Richter stellten fest, dass der Verkauf ordnungsgemäß und mit den dazu erforderlichen Informationen durchgeführt wurde. Das entlastet in diesem Fall auch einen Wildeshauser Makler, dem der Käufer arglistige Täuschung vorgeworfen hatte.

Unter anderem stellten die Richter in ihrem Urteil fest, dass der Kläger „unstreitig auf das Vorhandensein einer Pumpe, die der Befüllung des Teiches mit Grundwasser dient“, hingewiesen wurde. „Dass er hierbei auch darüber aufgeklärt wurde, dass diese Pumpe nicht genehmigt ist, hat er nicht widerlegt“, heißt es weiter. Der Kläger sei auch vom Makler darauf hingewiesen worden, dass der Teich künstlich angelegt wurde und ein Leck habe. Auch die Stromkosten seien nicht falsch dargestellt worden. „Ebenso wenig ist der Kläger über die eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit des Grundstücks getäuscht worden“, stellen die Richter fest.

Im Juni lagen Tausende tote Fische am Ufer des Gewässers, weil kein Wasser mehr dazu gepumpt worden war.

Nachdem sowohl das Landgericht Oldenburg als auch das Oberlandesgericht Oldenburg gegen den Kläger entschieden haben, ist weiter ein Berufungsverfahren zugelassen. Der Streitwert wurde auf bis zu 260 000 Euro festgesetzt. Derzeit ist der Wasserspiegel des Sees wieder ein wenig höher als im Sommer. Das dürfte an den Regenfällen in den vergangenen Wochen liegen. Ob im Gewässer noch Fische leben, ist von außen nicht zu erkennen. Nach Angaben des Landkreises Oldenburg soll das Gebiet sich selbst überlassen werden. Dazu gehört es auch, kein neues Wasser zuzupumpen.

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