Kreis-Bauausschuss debattiert über Erweiterung des Gesundheitsamtes

Nur die Photovoltaik ist völlig unstrittig

Zu wenig Platz für künftige Aufgaben: Das Kreishaus soll größer werden. Für die notwendige Erweiterung des Gesundheitsamtes soll ein Teil des Teiches in Anspruch genommen werden. Dieser gilt im hinteren Bereich (ab der Brücke) jedoch als Biotop. Archivfoto: Hansemann
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Zu wenig Platz für künftige Aufgaben: Das Kreishaus soll größer werden. Für die notwendige Erweiterung des Gesundheitsamtes soll ein Teil des Teiches in Anspruch genommen werden. Dieser gilt im hinteren Bereich (ab der Brücke) jedoch als Biotop. Archivfoto: Hansemann

Wildeshausen – Expandieren, aber wie? Das Kreishaus an der Delmenhorster Straße in Wildeshausen soll erweitert werden. Rund 5,6 Millionen Euro sollen die Baumaßnahmen kosten (wir berichteten). Bislang stand allerdings noch nicht fest, in welchem Umfang das Gesundheitsamt auf dem Gelände wachsen werden muss: Durch den „Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst“ (ÖGD) mit dem Land Niedersachsen werden dort zusätzliche Stellen eingerichtet.

Die Kreisverwaltung hatte zur jüngsten Sitzung des Bau-, Straßen- und Brandschutzausschusses die konkreten Zahlen vorgelegt: Etwas mehr als sieben Stellen werden dort geschaffen, das entspricht einem Platzbedarf von zusätzlichen acht Räumen. Doch die Vorschläge der Verwaltung, wie dies nun praktisch umgesetzt werden soll, sind bei den Ausschussmitgliedern eher kritisch aufgefasst worden. Das zeigte eine Flut an teils energischen Nachfragen. Nur mit den Photovoltaikanlagen, die auf den Dächern installiert werden sollen, konnten sich alle Kreispolitiker anfreunden.

Ludger Krone vom Hochbauamt stellte dem Ausschuss zwei Varianten vor: einer Aufstockung des bestehenden Gebäudes oder dazwischen eine Erweiterung „um zwei Achsen“. Vorteil der zweiten Variante, so Krone, seien letztlich die wesentlich geringeren Kosten: 440 000 Euro zu 780 000 Euro. Das Land zahlt zwar die zusätzlichen ÖGD-Stellen, kommt aber nicht für die Kosten der benötigten Büros auf. Dieser Preisunterschied komme unter anderem dadurch zustande, dass bei der Aufstockung ein Aufzug, Fluchttreppen und Nebenräume notwendig würden. Auch ließe sich das Aufsatteln eines dritten Stockwerks nicht mit dem laufenden Betrieb in den darunterliegenden Etagen vereinbaren. Der Nachteil: Für diese Alternative müsse der Teich, der das Kreishaus dort umgibt, in Anspruch genommen werden. Und der gilt im hinteren Bereich (ab der Brücke) als Biotop. Dies sei allerdings auch bei der alternativen Lösung der Fall, gab Baudezernentin Eva-Maria Langfermann zu bedenken. Der Mehreingriff der günstigeren Lösung sei nur gering, die Ausgleichsmaßnahmen dafür könnten auf dem Gelände erfolgen.

Gestaltung der Außenanlagen vorgestellt

Das schien die Ausschussmitglieder eher zu beunruhigen denn zufriedenzustellen. Und so waren es neben Fragen zu Kosten und Notwendigkeit von einzelnen Maßnahmen, die des Umweltschutzes, die sich durch die folgende Diskussion zogen – und ebenso durch die zur anschließenden Vorstellung der Ausgestaltung der Nebenanlagen der Kreishauserweiterung. Die Anpassung des Außenbereiches soll nach Vorstellung eines Vechtaer Planungsbüros 546 000 Euro kosten. Bei Bedarf könnten in dem Zuge 15 zusätzliche Parkplätze an der Delmenhorster Straße geschaffen werden. Dafür wären weitere 169 000 Euro aufzubringen. Insbesondere die Abgeordneten der CDU-Fraktion hatten diverse Nachfragen zu Notwendigkeit, Umsetzbarkeit und Bauarbeiten sowie zusätzlichen Kosten.

Variante eins sei klimafreundlicher, konstatierte Hella Dietz (UWG), da weniger Boden versiegelt werden müsste. Aber das „Gebot der Wirtschaftlichkeit“ spreche für Variante zwei. Diese Punkte griff Götze Rohde (Grüne) in seiner Stellungnahme auf: Flächenversiegelung zu vermeiden, sei sehr wichtig. Trotz der Preisdifferenz müsse ernsthaft über den anderen Vorschlag nachgedacht werden. „Die öffentliche Verwaltung hat da auch eine Vorbildfunktion.“

Kosten im Blick behalten

„Wir bauen in einer Zeit, in der Baustoffe Mangelware sind“, hielt Marion Daniel (FDP) fest. „Es ist eine ungewisse Zeit.“ Ihre Fraktion könne den von der Verwaltung vorgeschlagenen Weg „mitgehen“, habe allerdings die „Erwartungshaltung“, regelmäßig über die laufenden Kosten informiert zu werden. Landrat Carsten Harings sagte ihr dies „gerne“ zu.

Die Mehrheit des Ausschusses stimmte letztlich dem Vorschlag der Verwaltung, auf eine Aufstockung zu verzichten, mit sieben Ja-Stimmen zu vier Nein-Stimmen und drei Enthaltungen zu. Die Außenanlagen (wie vorgestellt) umzusetzen, befürworteten sieben Ausschussmitglieder, zwei lehnten dies ab, fünf enthielten sich. Einstimmig empfahl das Gremium, Neubau sowie Erweiterungen mit Photovoltaikanlagen auszurüsten. Zu den dafür bereits eingeplanten 158 000 Euro kommen nach aktuellen Berechnungen der Verwaltung noch einmal 156 000 Euro hinzu. Diese sollen sich durch die zu erwartende Einspeisevergütung binnen zwölf Jahren amortisiert haben.

Der Kreistag wird sich in seiner für den Juli geplanten Sitzung weiter mit der Kreishauserweiterung beschäftigen.

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