Ilona Henze ruft Selbsthilfegruppe für Schlaganfall-Patienten ins Leben 

„Es nützt nichts, wenn wir uns stets nur betüdeln lassen“

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Hoffen auf viele Besucher: Brunhilde Prziklang, Rita Rockel, Karin Harke, Sandra Scholz, Christoph Diesel und Ilona Henze (von links).

Wildeshausen - Sich in lockerer Atmosphäre austauschen, motivieren und miteinander üben. Das sind die Ziele, die sich Ilona Henze gesetzt hat, die in Zusammenarbeit mit Rita Rockel, Kontaktperson beim Landkreis Oldenburg, eine Selbsthilfegruppe für Schlaganfall-Patienten ins Leben gerufen hat. Mit von der Partie ist auch Brunhilde Prziklang, die wie Henze Schlaganfall-Patientin ist und sich riesig über die Gruppe freut.

Das erste Treffen geht Donnerstag ab 15 Uhr im Mehrgenerationenhaus in der Kreisstadt über die Bühne, wo Henze gestern den Grund für die Gründung vorstellte. Ihr zur Seite stehen Christoph Diesel von der „Norle“ als Eingliederungshilfe sowie Ergotherapeutin Karin Harke.

„Eigentlich komme ich aus einer anderen Selbsthilfegruppe, aber das war eine gemischte. Schnell habe ich gemerkt, dass ich da nicht richtig bin“, erzählte Henze. Seitens der „Norle“ sei ihr schließlich der Vorschlag gemacht worden, eine eigene Gruppe ausschließlich für Schlaganfall-Patienten ins Leben zu rufen.

„Ich finde es sehr gut und wichtig, dass diese Gruppe jetzt gegründet wurde und hoffe, dass sich viele Menschen dazugesellen. Es ist so schwer, sich nach einem Schlaganfall wieder zurechtzufinden“, erzählte Prziklang, die am 12. April vergagenen Jahres einen solchen erlitten hatte und nun auf den Rollstuhl angewiesen ist: „Du wirst schlagartig aus allem herausgerissen und kannst nichts mehr allein, ich bin auf viel Hilfe angewiesen.“ Von der Gruppe erhoffe sie sich viele Ratschläge und Tipps: „Oft sind es die ganz kleinen Sachen des Alltags, die einem helfen können. Wo kann ich Urlaub machen? Wie nutze ich einen Bus? Alles das sind Fargen, die ich gerne beantwortet haben möchte.“

Genau da sieht Henze ihren Ansatz: „Ich möchte all das an die Betroffenen weitergebene, was ich schon seit meiner Erkrankung vor drei Jahren geschafft habe.“ Es sei wichtig, alles zu versuchen und immer wieder Übungen zu machen. „Es nützt nichts, wenn wir uns betüdeln lassen. Ich will alles schaffen, was im Haushalt anfällt, schließlich lebe ich allein.“ Und sie sei auf einem guten Weg: „Ich habe kürzlich sogar trotz der Probleme mit meinen Händen Gemüse für eine leckere Suppe geschnippelt. Da waren mir die Schmerzen egal.“

Sie habe ihren Schlaganfall zunächst gar nicht bemerkt: „Auch die Neurologin nicht. Sie hat mich zur Krankengymnastik geschickt. Dort bin ich allein mit dem Auto hingefahren und im Anschluss nach Hause. Es hätte sehr viel passieren können.“ Erst Bekannte hätten ihr gesagt, dass sie ins Krankenhaus müsse, weil sie sicherlich einen Schlaganfall gehabet habe: „Dann hat alles seinen Lauf genommen – bis hin zu Reha.“

jd

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