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Gildefest Wildeshausen 2023: Zurück zur Normalität

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Von: Holger Rinne

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Auf ein neues Gildesfest: Andreas Tonn, Wilhelm Meyer und Timo Poppe (v.l.).
Auf ein neues Gildefest: Andreas Tonn, Wilhelm Meyer und Timo Poppe (v.l.). © RInne

Wildeshausen – Nach zwei ausgefallenen und einem abgespeckten Gildefest im Jahr 2022 steuert die Wildeshauser Schützengilde wieder in Richtung Normalität. „Pingsten ward fiert“ – dafür stimmten gegen Ende der Generalversammlung am späten Samstagnachmittag alle 251 anwesenden Mitglieder der Wildeshauser Schützengilde in der Widukindhalle.

Nachdem Gildegeneral Jens Kuraschinski Schaffer Andreas Tonn und König Timo Poppe zu Beginn der Versammlung begrüßt hatte, stieg Oberst Wilhelm Meyer in seinen außergewöhnlich langen Bericht ein. „Ist es nicht herrlich, dass wir wieder zur Normalität zurückgekehrt sind?“, eröffnete Meyer seine Rede. Für diesen Satz führte er in seinem Rückblick auf das Gildefest 2022 206 neue Mitglieder, die Pfingstdienstag auf der Herrlichkeit vereidigt wurden, sowie den Ausmarsch zum Festplatz im Krandel mit etwa 3 000 Teilnehmern an. Auch das Kinderschützenfest mit dem neuen Kinderkönig Lennard Wulf konnte mit 26 Jungen, die am Armbrustschießen teilnahmen, an Vor-Corona-Zeiten anknüpfen. Die geringe Stärke der Ratskompanie beim Ausmarsch, der alle Mitglieder angehören, die seit 25 Jahren in der Gilde sind, führte Meyer auf die Pandemie zurück.

Veranstaltungen mussten ausfallen

Trotz der Aussage des Gildeobersts – so ganz war man im vergangenen Jahr doch noch nicht in der Normalität angekommen. „Im April stand noch nicht fest, ob wir überhaupt feiern konnten“, schränkte Meyer ein. Zudem wurde das Fest in abgespeckter Form mit einem kleineren Zelt, dafür mehr Freifläche und einem gestrafften Programm umgesetzt. Der Seniorennachmittag entfiel ebenso wie das Tanzvergnügen am Mittwochabend im oberen Rathaussaal. Einen besonderen Dank richtete Meyer an die Freiwilligen Feuerwehren Düngstrup und Wildeshausen für deren jahrzehntelange Unterstützung.

Schützengilde hilft bei der Widukindhalle

Damit war für den Oberst das Thema Gildefestrückblick abgeschlossen und er wandte sich der Frage der Widukindhalle zu. Wie berichtet, sah die Stadt sich nicht in der Lage, den vom Kreis geforderten Zuschuss in Höhe von 400 000 Euro zum Erhalt der Halle als Veranstaltungsort beizutragen. „Wir nutzen die Halle seit 20 Jahren für unsere Generalversammlung. Eine Alternative haben wir in Wildeshausen nicht“, führte Meyer aus. Nach Wirtschaftlichkeitsberechnungen schlug die Gilde Landrat Christian Pundt dann eine Drittelung des Betrages zwischen Kreis, Stadt und Gilde vor. Dieser Vorschlag fand letzten Endes die Zustimmung von Kreis und Stadt. „Damit können wir die nächsten 30 Jahre unsere Generalversammlung in der Widukindhalle abhalten und es können wieder Musik- und Theaterveranstaltungen erfolgen“, frohlockte Meyer und bemühte einmal mehr den Leitsatz der Wildeshauser Schützengilde: „Die Stadt ist die Gilde, und die Gilde ist die Stadt.“ Der Zuschuss wurde im weiteren Verlauf von der Versammlung abgesegnet. Schatzmeister Siegbert Schmidt gab in seinem Kassenbericht einen Überschuss von knapp mehr als 19 000 Euro bekannt. Die Mitgliederzahl der Gilde stieg von 3578 auf 3714.

Kleine Stichelei am Rande

Die Berichte aus den Kompanien ergaben ein einhelliges Meinungsbild. So gab es keine Anträge, dafür einige Anregungen: Den Offizieren wurde unter anderem die Belebung des Mittwochs mit auf den Weg gegeben. Die Veranstaltung auf dem Marktplatz am Pfingstsamstag kam bei den Gildebrüdern gut an. Einen kleinen Seitenhieb verpasste Jürgen Luthardt, Sprecher der Königskompanie, den Fähnrichen wegen des Wechsels des ehemaligen Königs Andreas Tonn ins Offizierskorps. „Andreas hat auf der Kompanieversammlung erklärt, warum er Schaffer geworden ist. Für mich sind die Fähnriche verantwortlich, die es nicht geschafft haben, einen Schaffer außerhalb der Königskompanie zu finden“, stichelte Luthardt in Richtung Offizierskorps.

Die geringe Beteiligung an den Kompanieversammlungen veranlasste den Adjutanten des Obersts, Manfred Wulf, an alle Mitglieder zu appellieren, an den Versammlungen teilzunehmen. Das sei für das Regiment die Chance, Einfluss auf das Gildegeschehen zu nehmen, so Wulf. Die langjährigen Gildemitglieder forderte er dazu auf, sich der Ratskompanie anzuschließen.

Die Versammlung beschloss, die Jahresbeiträge (36 Euro) und Einschreibegelder bei Neuaufnahme (35 Euro) zu belassen und schloss die Sitzung mit dem Absingen des Wildeshauser Lieds.

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