Helmut Hinrichs: „Den Mut haben, auch europäische Themen zu diskutieren“

SPD nominiert 49 Kandidaten für die Kreistagswahl

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Die Spitzenkandidaten der SPD für den Kreistag mit dem aktuellen Kreistagsvorsitzenden Helmut Hinrichs (links).

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Für die Kommunalwahl am Sonntag, 11. September, hat der SPD-Unterbezirk Oldenburg-Land am vergangenen Sonnabend während der Wahlkreisdelegiertenkonferenz im Reitersaal in Wildeshausen die SPD-Kreistagskandidaten nominiert. Gewählt wurden 49 von den jeweiligen Ortsvereinen vorgeschlagene Bewerber. 58 von 64 Delegierten waren anwesend.

Aufgestellt sind nun die 49 Kandidaten für die vier verschiedenen Wahlbereiche: 8 finden sich auf der Liste für den Wahlbereich Ganderkesee, 12 gehen für den Bereich Dötlingen/Harpstedt/Wildeshausen ins Rennen, 15 stellen sich in Hatten und Hude zur Wahl, und 14 Anwärter stehen auf der Liste für Großenkneten/Wardenburg.

Die Spitzenkandidaten für die jeweiligen Bereiche sind Christel Zießler (Ganderkesee), Hannelore Hunter-Roßmann (Wildeshausen), Anke Paradies (Hude) und Andrea Oefler (Großenkneten). Auf den zweiten Plätzen folgen Bernd Bischof (Ganderkesee), Thore Güldner (Dötlingen), Axel Brammer (Hatten) und Detlef Sonnenberg (Wardenburg).

Auf den jeweiligen Spitzenplätzen erzielte Bischof ein absolut einstimmiges Ja-Ergebnis. Bei einer Enthaltung wurde Güldner einstimmig gewählt, bei 3 Enthaltungen Paradies. Die anderen Kandidaten erhielten auch einige wenige Nein-Stimmen (die Anzahl steht nachfolgend jeweils in Klammern); dies galt für Zießler (1), Sonnenberg und Brammer (je 2), Oefler (4) und Hunter-Roßmann (5).

Unterschiedlich fielen ebenso die Wahlergebnisse auf den weiteren Listenplätzen aus; mitunter gab es auch hier einige wenige Nein-Stimmen und/oder Enthaltungen. Für den Wahlbereich Dötlingen/Harpstedt/Wildeshausen erhielten Klaus Budzin (Harpstedt, Listenplatz fünf), Heinz-Jürgen Greszik (Dünsen, Listenplatz sieben) und Klaus Stark (Kirchseelte, Listenplatz 11) eine uneingeschränkte Zustimmung.

Während der Unterbezirks-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Brammer die Veranstaltung moderierte, übernahmen der Hatter Alt-Bürgermeister und aktuelle Kreistagsvorsitzende Helmut Hinrichs sowie Rainer Lange (Ganderkesee) die Sitzungsleitung. Hinrichs, der im Mai 2015 angekündigt hatte, er lasse sich für die kommende Wahlperiode nicht wieder für den Kreistag aufstellen, wandte sich vor der Wahl mit einem Grußwort an die Genossen. Der 75-Jährige ist seit mehr als 50 Jahren kommunalpolitisch aktiv und war zehn Jahre lang Bürgermeister in der Gemeinde Hatten. Er plädierte für das mitmenschliche Anpacken in der Flüchtlingskrise und die Stärkung des kommunalpolitischen Ehrenamts, legte den Sozialdemokraten den Mut ans Herz, in den Kommunen auch europäische Themen zu diskutieren, und forderte die Kandidaten auf, sich im Wahlkampf auch auf den Frust in der Bevölkerung vor dem Hintergrund aktueller Probleme auf europapolitischer Ebene vorzubereiten.

Hinrichs führte den Delegierten die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg vor Augen. In jenen Jahren war es nicht nur die Aufgabe der neuen deutschen Politiker, eine Demokratie aufzubauen, sondern es galt auch, durch gemeinsames Anpacken und gemeinschaftliches Denken die damalige Flüchtlingskrise zu bewältigen. Aus seiner aktiven Zeit als Kreistagsabgeordneter sprach Hinrichs indes von Erfahrungen, die ihm wehgetan hätten. „Etwa, wenn ich irgendwo nach Beendigung der Zweigleisigkeit mit ehrenamtlichem Bürgermeister oder Landrat und zusätzlichem hauptamtlichen Stadt- oder Kreisdirektor den Satz gehört habe: ‚Unser Bürgermeister will das nicht‘,“ Politik und Räte sollten, so riet Hinrichs, in solchen Situationen vehement ihre Rechte geltend machen. Eine gelungene Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik sowie die damit verbundene Stärkung des kommunalpolitischen Ehrenamts lebe zum Beispiel Landrat Carsten Harings vorbildlich vor.

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