Initiative schätzt 300 Verfehlungen monatlich 

Noch immer hagelt es Anzeigen auf der Kaiserstraße

Zwei Busse begegnen sich auf der Kaiserstraße in der Kurve. Das geht nur mit einiger Rangiererei.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Vollsperrung auf der A 1, und nichts geht mehr. Oder doch? Zum Beispiel per Umleitung über die Kaiserstraße in Wildeshausen, denn die ist für Busse offen. Im Begegnungsverkehr kommen sie allerdings kaum um die Kurve. Die Anwohner-Bürgerinitiative sieht nicht nur bei diesen Fahrzeugen die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer gefährdet. Sie fordert, dass endlich Maßnahmen gegen den Durchgangsverkehr eingeleitet werden.

Die Stadtverwaltung hatte bereits Vorschläge unterbreitet, die politische Beratung ist jedoch auf Anfang Dezember vertagt worden. Unterdessen verweist die Bürgerinitiative in einem Brief darauf, dass lediglich eine Beschilderung mit Einfahrtverboten nicht wirksam sein dürfte. „Sie wird von den Fahrern ignoriert, weil ein Verstoß dagegen – mit Ausnahme auf der Kaiserstraße – in der Praxis nicht geahndet wird“, heißt es in dem Schreiben.

Das Verkehrsgutachten aus dem vergangenen Jahr weist täglich etwa 10 000 Fahrzeugbewegungen auf der Kaiserstraße sowie Wittekindstraße aus. Dort wird zudem festgestellt, dass die zu enge und kurvenreiche Strecke für die Begegnung von Lastern, Bussen und Treckern nicht geeignet ist und die Breite der Wege für Radfahrer und Fußgänger nicht ausreicht.

Nur jeder vierte Verstoß erfasst

Seit gut einem Jahr erstattet die Bürgerinitiative Anzeigen gegen Laster- und Treckerfahrer, die – vermutlich unberechtigt – die Route Kaiserstraße als Abkürzung nutzen. Inzwischen wurden mehr als 1.000 Anzeigen erstattet. Zwar meiden Lasterfahrer die Strecke anschließend, doch nach Angaben der Anwohner werden noch immer durchschnittlich 70 Anzeigen monatlich erstattet.

„Da nur etwa jeder vierte Verstoß erfasst wird, ergeben sich monatlich immer noch etwa 300 unberechtigte Durchfahrten. Dabei handelt es sich um ortsunkundige Fahrer, die von ihrem Navi geführt erstmalig die Route nutzen, insbesondere als Stauumfahrung bei Störungen auf der A 1“, so die Initiative. „Dieser Restverkehr mit dem Potenzial gefährlicher Begegnungssituationen lässt sich nur durch wirksame Maßnahmen der Stadt beseitigen.“

Die Anwohner legen deshalb noch einmal zwei Lösungsansätze vor, um endlich die Belastung zu verringern. Eine bereits vom Planungsbüro angedachte Variante wäre die Umwandlung der gesamten Wittekind- und Kaiserstraße in eine Einbahnstraße in Richtung Norden. Damit würde der Begegnungsverkehr unterbunden. Ein Radfahrstreifen könnte durch farbliche Markierungen auf dem Asphalt angelegt werden, damit den gesetzlichen Anforderungen nachgekommen wird.

Ein zweiter Lösungsansatz wäre eine bauliche Beschränkung in der Kurve am ehemaligen Feuerwehrhaus. Dort könnte die Einfahrt in Höhe der Fußgängerquerung beispielsweise durch Poller in der Breite auf 2,5 Meter beschränkt werden, sodass die Route für Busse und Trecker unpassierbar wird. Über den Parkplatz wäre es dann möglich, eine Kehrtwendung zu machen.

Als alternative Strecke für Busse und Trecker käme dann die Route über die Heemstraße und Im Hagen infrage. Die wäre zwar baulich geeignet, es gibt jedoch in der Politik Widerstände dagegen, weil dort Schulen und ein Kindergarten sind. „Aber es gehört zu den Aufgaben verantwortungsvoller Politik und Verwaltung, nötige Entscheidungen – auch unbequeme – durchzusetzen, schreibt die Initiative.

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