Schulausschuss begrüßt geplantes Ticket für Schüler / Rahmenbedingungen noch zu klären

„Noch ein bissel Geduld“

Schulkinder stehen an einer Bushaltstelle
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Das Land plant ein günstiges Jugendticket, der Kreis-Schulelternrat möchte lieber eine kostenlose Schülerbeförderung.

Wildeshausen/Landkreis – Oft und mit Dringlichkeit angemahnt und beim Land Niedersachsen immer wieder mit Nachdruck eingefordert: die kostenlose Beförderung auch für Schüler der Sekundarstufe II sowie ein günstiges Niedersachsenticket für junge Menschen. Nachdem das Thema in Hannover lange Zeit nur vor sich hin gedümpelt hatte, kommt nun Bewegung in die Sache.

Das freut viele, aber nicht alle Beteiligte – was sich auch während der jüngsten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses des Landkreises Oldenburg zeigte, der sich am Dienstagnachmittag erneut mit dem Thema befasst hat.

Christof Herr, Geschäftsführer des Zweckverbands des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen (ZVBN), berichtete dem Gremium von Gesprächen einer Arbeitsgruppe der Verkehrsverbünde mit dem Land Niedersachsen hinsichtlich der debattierten „365-Euro-Tickets“. Dieses könnte regional zu einem „VBN-Jugendticket“ werden. Herr umriss die Eckpunkte, die sich seit Februar dieses Jahres nach vier Gesprächsrunden herauskristallisiert haben: So wäre das Jugendticket unter anderem für Schüler, Azubis und Freiwilligendienstleistende erhältlich – und das ohne Alterseinschränkung. Es soll mindestens im ganzen Landkreis, gegebenenfalls auf dem Gebiet des gesamten Verkehrsverbundes – gelten, ohne Einschränkung rund um die Uhr und an jedem Tag in der Woche. Der „maximale Einführungspreis“ soll – bei Abschluss eines Jahresabos – 30 Euro im Monat nicht überschreiten. Einzelne Monatstickets dürften teurer sein. Die Regierung wolle dafür landesweit 13,9 Millionen Euro zur Verfügung stellen, davon entfielen rund 1,83 Millionen Euro auf das niedersächsische Gebiet des ZVBN, berichtete Herr weiter. Das entspräche rund 50 Prozent der kalkulierten Kosten für besagte Jugendtickets.

Und auch für diesen verbleibenden Betrag könne es Zuschüsse geben, erläuterte der Geschäftsführer weiter: 80 Prozent dieser Summe wiederum könnten vom Bund übernommen werden. Dies sei schon beantragt, eine Entscheidung könnte schon Ende des Monats vorliegen. Eine Rahmenvereinbarung mit dem Land solle noch vor den Sommerferien erfolgen, so Herr weiter. Danach stünden die Beratungen und Abstimmungen der beteiligten Verkehrsverbünde und der Kommunen an. Wenn alles wie geplant ablaufe, könnte das Ticket am 1. August 2022 an den Start gehen. Bis dahin seien noch einige Details, nicht zuletzt die Finanzierung, zu klären.

Lob, aber auch Bedenken

Mit welchen Kosten denn für den Landkreis zu rechnen sei, wollte Elke Szepanski (Grüne) wissen. Herr antwortete, dass es vor dem von ihm geschilderten Hintergrund noch keine genauen Berechnungen gebe. Das Thema „scheine Tempo aufzunehmen“, befand Niels-Christian Heins (FDP). Es sei „spannend“ zu sehen, was die Schüler schließlich zu zahlen haben werden. Er hoffe auf schnelle Ergebnisse. Die SPD-Fraktion unterstütze das geplante Ticket „ausdrücklich“, sagte Klaus Budzin. Viele Azubis könnten sich kein eigenes Auto leisten. Zudem werde so die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs gesteigert.

Carsten Kahnert, Vorsitzender des Kreiselternrates, sah das hingegen etwas differenzierter. Zwar sei so eine Fahrkarte „auch klasse“, doch gehe es den Eltern um die Übernahme der Fahrtkosten für die Schüler der Sekundarstufe II. Und die genannten 30 Euro im Monat seien „für einige Eltern zu viel“ – und sie blieben dann wieder auf den Beförderungskosten sitzen. Der Kreiselternrat bleibe bei seiner Forderung, die Schüler freizustellen.

Noch etwas warten

BBS-Lehrer Christoph Pauli wollte wissen, inwieweit sich diese Ticket-Pläne mit den Planungen für eine mögliche Übernahme der Fahrtkosten auswirkten: Die Verwaltung hatte diese in der Sitzungsvorlage ebenfalls vorgestellt. Diese könnte sich dann unter Umständen auf die Schulwahl auswirken. „Wir können noch keine Szenarien skizzieren“, entgegnete Landrat Carsten Harings. Es gelte zunächst, die Verhandlung der Verkehrsverbünde mit dem Land abzuwarten und dann ganz genau auszurechnen, was für den Landkreis übrig bleibe. Parallel dazu werde das Übernahme-Szenario intern weiterbearbeitet. Die Ergebnisse werden dann später dem Schulausschuss vorgestellt. „Ein bissel Geduld brauchen wir noch“, so Harings. Das Gremium befürwortete dies Vorgehen einstimmig.

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