Landkreis legt aktuelle Zahlen vor 

Nitratbelastung sprengt nach wie vor oft die Grenzwerte

Die Landwirtschaft wird oft kritisiert, weil sie viel zur Nitratbelastung im Grundwasser beiträgt. - Foto: imago

Wildeshausen - Beunruhigende Ergebnisse der Nitratmessung bei 50 Brunnen im Landkreis Oldenburg hat die Kreisverwaltung am Dienstagabend im Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss präsentiert. Demnach ist die Belastung weiter zu hoch und hat sich sogar noch ein Stück weit verschlimmert.

Das Problem ist bekannt: Der Grenzwert für Nitrat im Grundwasser von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) wird von vielen Brunnen – vor allem im Süden des Landkreises – überschritten. Dadurch können auch Schwermetalle ins Grundwasser eindringen.

Ordnungsrecht alleine könne das Problem nicht regeln

Als größter Verursacher gelten die Bauern mit dem Ausbringen von Dünger. „Die Landwirte werden häufig als Hauptschuldige angesehen, das ist auch so, weil wir die Flächen ja bewirtschaften“, stellte der Wildeshauser Ortslandvolk-Vorsitzende Franz-Josef Dasenbrock fest. Dann verlangte er: „Es muss Geld zur Verfügung stehen, um Landwirte zu entschädigen, wenn sie etwas anders machen.“ Das Ordnungsrecht alleine könne das Problem nicht regeln.

Auf gerade dieses setzt wiederum der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV). Dessen kaufmännischer Geschäftsführer, Karsten Specht, forderte stärkere Kontrollen, um „ordentlich wirtschaftende Landwirte zu schützen“. Gleichzeitig betonte er, „die pflanzen-bedarfsgerechte Düngung muss sichergestellt werden“.

Befragte Bauern haben so viel gedüngt, wie sie dürfen

Ganz konkret hat sich die Kreisverwaltung mit der Ursachenforschung für die Nitratbelastung befasst und im Umfeld von sechs Brunnen das Gespräch mit den Landwirten gesucht. Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft erklärte: „Die aktuellen ordnungsrechtlichen Grenzen wurden bis auf eine Ausnahme eingehalten.“ Im Klartext: Die befragten Bauern haben so viel gedüngt, wie sie dürfen.

Der OOWV will auch weiterhin auf die Beratung der Landwirte, den Kauf und die anschließende Verpachtung von Land, unter der Auflage weniger Dünger auszubringen, und freiwillige Vereinbarungen setzen. Dafür stehen für das gesamte Verbandsgebiet des OOWV rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Das erscheint mir ein bisschen wenig“, kommentierte Christa Plate (CDU/Wildeshausen). Martin Brinkmann (Grüne/Ganderkesee) glaubte nicht an die Wirksamkeit der Maßnahmen gegen die Belastung: „Ich habe den Eindruck, dass wir das Problem nicht lösen können.“ Es wurden keine konkreten Beschlüsse getroffen.

Die Ergebnisse

Die Ergebnisse der Nitrat-Untersuchung von 50 Brunnen im Frühjahr 2016. Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter (mg/l):

– 17 weniger als 1 mg/l

– 4 zwischen 1 und 50 mg/l

– 15 zwischen 50 und 100 mg/l

– 14 mehr als 100 mg/l

Vergleich zu 2015

Zum Vergleich die Messdaten aus dem Jahr 2015 (46 Brunnen):

– 17 weniger als 1 mg/l

– 5 zwischen 1 und 50 mg/l

– 24 mehr als 50 mg/l (Brunnen über 100 mg/l wurden nicht separat ausgewiesen.)

bor

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