Nikoläuse des Trecker-Veteranen-Clubs verteilen Schokoladengeschenke

„Die alten Leute kennen noch Gedichte“

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„Ihr seht aber schön aus!“ – Lachend strich eine Bewohnerin „Nikoläusin“ Maren Müller über den weißen Bart.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. „Ihr seht aber schön aus!“ Freudestrahlend begrüßte am Sonnabendnachmittag eine Bewohnerin des Alexanderstifts „Nikoläusin“ Maren Müller und strich ihr lachend über den Bart. Für die Altenheimbewohner war der Besuch der Nikoläuse vom Trecker-Veteranen-Club Lüerte etwas ganz Besonderes.

Die weißbärtigen Männer und Frauen überbrachten ihnen nicht nur weihnachtliche Grüße und sangen gemeinsam mit ihnen Weihnachtslieder, sondern holten auch für jeden einen Schokoladenweihnachtsmann aus dem Sack hervor.

Angesichts der unweihnachtlichen Temperaturen waren die Nikoläuse natürlich keineswegs mit dem Schlitten unterwegs. Vielmehr fuhren sie wie in jedem Jahr mit ihren Oldtimer-Treckern auf den Parkplätzen des Kreisaltenheims und Alexanderstifts vor. Platz für die weihnachtlichen Gesandten bot Sonja Jakobis „Fahr D 12“, Baujahr 1951, der auch unter dem Namen „Benjamin“ bekannt ist. Außerdem dabei Jürgen Michelbrands „Hanomag R 324“ (1958), sowie Linda Brengelmanns „Unimog U 411“, Baujahr 1956.

Sonja Jakobi, Alexander Jakobi und Maren Müller steuerten das Alexanderstift an, während Linda Brengelmann, Jürgen Michelbrand und Steffen Suchert mit einer weiteren Palette voller Schokoweihnachtsmänner zum Kreisaltenheim fuhren. Insgesamt 200 Schokofiguren füllten bald die Säcke der Nikoläuse, die sich mit ihren Kostümen eigens für die alten Menschen in Schale geschmissen hatten.

„Ich gehe jetzt schon im vierten Jahr in Folge mit. Es ist schön, zu erleben, wie sehr sich die Bewohner darüber freuen, dem Nikolaus die Hand zu schütteln und ein kleines Geschenk zu erhalten“, erzählte Maren Müller, Schriftführerin der Trecker-Veteranen. „Man freut sich immer, die Bewohner wieder zu sehen, die man schon aus den vergangenen Jahren kennt.“

„Die alten Leute kennen sogar noch viele Gedichte aus ihrer Kindheit und Jugend, die sie für uns dann spontan aufsagen“, weiß Sonja Jakobi. „Und natürlich wird der weihnachtliche Besuch auch genutzt, um gemeinsam besinnliche Lieder zu singen.“

Ihre Runde durch das Alexanderstift begannen die Nikoläuse im Gemeinschaftsraum, wo sich viele Bewohner schon rund um die Kaffeetafel versammelt hatten. Ihr Anblick löste sofort Begeisterung aus. Und als die Nikoläuse dann auch noch jeden persönlich begrüßten, waren viele der alten Menschen sichtlich gerührt. „Eingewickelt in Papier, kommt der Nikolaus zu dir“, zitierte eine Bewohnerin und blickte ihr Schokoladengeschenk selig an.

Eine andere Bewohnerin begann sogar fröhlich zu singen: „Nikolaus komm in unser Haus…“ Der Faden wurde begeistert aufgenommen und bald erklangen bekannte Weihnachtslieder wie „Stille Nacht“ und „Alle Jahre wieder“ im Alexanderstift. Verschwitzt, aber glücklich schoben Maren Müller und Alexander Jakobi nach dem Besuch im Gemeinschaftsraum ihre weißen Bärte für einen Moment zur Seite, um etwas Luft zu schnappen. In ihren Säcken befand sich noch genug Nachschub, der auch für die Runde durch die Zimmer der Bewohner, die nicht mehr so mobil sind, locker reichte.

„Ganz schön heiß hier drunter“, stellte Alexander Jakobi fest, der die Nikolaus-Runde zum ersten Mal mitmachte. Aber genau wie Müller hatte er bereits nach den ersten Minuten Feuer gefangen: „Es lohnt sich einfach, Freude zu verbreiten.“ Dass die Nikoläuse angesichts der strahlenden und singenden Bewohner durchaus zufrieden waren, merkte man ihnen an.

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